Ein Sommerfest im „Katzenstüberl“
Begegnungen an einem Ort, an dem jede Katze eine zweite Chance erhält
Am 22. August fand beim „Katzenstüberl“ in Breitenwang ein Sommerfest statt. Es gab Führungen durch das Katzenstüberl, Kaffee und Kuchen, eine Tombola mit Gewinnen und Trostpreisen, einen Handarbeitstisch gegen Mindestspende und die Möglichkeit zum gemütlichen Beisammensein. Sämtliche Einnahmen kommen den Schützlingen des Katzenstüberls zugute.
Sofie Sissi Franz
24. August 2026
Hinter dem Sommerfest steht vor allem eine wichtige Botschaft: Die Arbeit des „Katzenstüberls“ ist dringend notwendig und braucht Unterstützung. Die Katzenpflegestelle gibt es seit 2022. Jeannine Howard, ihr Mann Simon und die gesamte Familie engagieren sich ehrenamtlich und investieren viel Zeit und Energie in die Versorgung der Tiere. Was von außen wie ein gemütlicher Ort für Katzen wirkt, bedeutet im Alltag viel Arbeit: Füttern, Reinigen, Pflegen, Tierarztbesuche, Medikamentengaben und die Betreuung einzelner Tiere gehören zu den täglichen Aufgaben.
Katzen und ihre Geschichten. Derzeit leben rund 41 Katzen im Katzenstüberl. Drei weitere befinden sich in einer Pflegestelle, zwei Katzenbabys kamen erst am Vorabend des Sommerfestes dazu. Vier Katzen gehören der Familie selbst, andere warten auf ein neues Zuhause. Manche bleiben als Gnadenhoftiere dauerhaft, weil eine Vermittlung aufgrund ihres Alters, einer Erkrankung oder eines Handicaps nicht mehr möglich ist. Das Katzenstüberl ist außerdem Pflegestelle des Vereins ProAnimal und kann dadurch Katzen aufnehmen und vermitteln. Dabei zählt nicht Schnelligkeit, sondern dass Mensch und Tier zusammenpassen und die Katze die Fürsorge erhält, die sie benötigt. Jedes Tier bringt seine eigene Geschichte mit. Luna leidet an Epilepsie und braucht besondere Aufmerksamkeit. Balu hat keine Augen mehr, kommt im Katzenstüberl aber gut zurecht. Scheue Katzen erhalten die Zeit, die sie brauchen, um Vertrauen zu fassen. Kater Fluffy wiederum war nach einem Unfall gelähmt. Mittlerweile kann er wieder gehen, ist jedoch weiterhin inkontinent, was zusätzlichen Pflege- und Reinigungsaufwand bedeutet. Auch Tiere mit besonderen Bedürfnissen werden nicht aufgegeben. Entscheidend ist, was die einzelne Katze benötigt.
Viel Arbeit. Allein die 62 Katzenklos zeigen, wie groß der Aufwand ist. Ihre vollständige Reinigung dauert rund 90 Minuten – und ist nur ein Teil der täglichen Arbeit. Hinzu kommen Füttern, Wasser bereitstellen, Fellpflege, Reinigung der Räume, Beschäftigung und individuelle Betreuung. Auch rund um das Haus stehen Projekte an. Der Balkon soll gesichert werden, damit die Tiere einen geschützten Außenbereich nutzen können. Außerdem ist ein neuer Boden geplant, der sich hygienischer reinigen lässt. Beschäftigungsmöglichkeiten wie eine Kletterwand sorgen dafür, dass die Katzen nicht nur versorgt werden, sondern sich auch möglichst artgerecht beschäftigen können. Die umfassende Betreuung verursacht erhebliche Kosten. Da keine staatliche Unterstützung gewährt wird, ist das Katzenstüberl auf Spenden und Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Geld- und Sachspenden sind ebenso willkommen wie freiwillige Mitarbeit. Zwar lagern bereits größere Mengen Futter, doch bei mehr als 40 Katzen wird laufend Nachschub benötigt. Auch einige Stunden Mithilfe können für die Familie eine spürbare Entlastung sein.
Ein besonderer Ort. Das „Katzenstüberl“ ist weit mehr als eine Unterbringungsmöglichkeit. Tiere in Not erhalten dort Zeit, Geduld und Fürsorge. Dass Jeannine, Simon und ihre Familie diese Aufgabe ehrenamtlich bewältigen, ist ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz in der Region.
Das Sommerfest war deshalb nicht nur ein schöner Nachmittag, sondern machte auch auf diese Arbeit aufmerksam. Es zeigte, wie viel im „Katzenstüberl“ geleistet wird und wie sehr die Einrichtung auf Unterstützung angewiesen ist. Hinter jeder Katze stehen Menschen, die sich kümmern – mit viel Arbeit, Geduld und Herzblut.






