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Kommunales Lebenswerk endet

Vizebürgermeister Klaus Schimana tritt zurück– breite Würdigung und personelle Weichenstellung

Reuttes zweiter Vizebürgermeister Klaus Schimana hat am Donnerstag, 27. März, in der Reuttener Gemeinderatssitzung seinen Rücktritt als Vizebürgermeister und Gemeinderat erklärt. Als Gründe nannte er ausschließlich private, familiäre sowie berufliche Veränderungen, die eine Ausübung des Amtes nicht mehr im gewünschten Umfang ermöglichen. Nach 35 Jahren in der Kommunalpolitik und zehn Jahren als Vizebürgermeister zieht er damit einen Schlussstrich.
27. März 2026 | von Johannes Pirchner
Kommunales Lebenswerk endet<br />
Reutte dürfte mit Daniela Rief wieder eine Vizebürgermeisterin bekommen.

Der Schritt sei mit seiner Fraktion abgestimmt gewesen und nach reiflicher Überlegung erfolgt. Bürgermeister, Gemeinderäte und Zuhörer waren im Punkt Allfälliges überrascht.

BEWEGGRÜNDE. Klaus Schimana machte deutlich, dass die Vielzahl an Aufgaben zuletzt nicht mehr mit seinem eigenen Anspruch vereinbar gewesen sei. „Es ist mir zu viel geworden. Es sind Sitzungen, Ausschüsse, MAREG, irgendwann ist gut“, erklärte er. Er betonte, dass er seine Funktion nicht mehr so ausüben könne, „wie er es gerne ausfüllen würde“. Die Doppelbelastung aus neuem beruflichen Lebensweg und Politik habe letztlich den Ausschlag gegeben, sich künftig auf Familie und berufliches Umfeld zu konzentrieren.

LANGJÄHRIGER EINSATZ. Seit 1989 war Schimana durchgehend politisch aktiv, auf jeder Liste war er seitdem vertreten und hat in den unterschiedlichsten Positionen für Reutte gearbeitet: als Ersatzgemeinderat, Gemeinderat und Vizebürgermeister. „Aber irgendwann ist einmal genug“, hielt er fest und zeigte sich zugleich tief bewegt und den Tränen nahe. Er habe seine Aufgaben stets mit Freude ausgeübt, zugleich aber erkannt, dass es Zeit sei, „etwas zurückzunehmen“ und Prioritäten neu zu setzen.

DANK UND WÜRDIGUNG. In seiner Abschiedsrede richtete Schimana umfassenden Dank an Wegbegleiter. Besonders hob er Bürgermeister Günter Salchner hervor: „für die Sache, nicht immer einer Meinung, aber in Natur der Sache – Zusammenarbeit über weite Teile ausgezeichnet“. Auch den Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat dankte er für Pragmatismus und lösungsorientiertes Arbeiten über Fraktionsgrenzen hinweg. Sein Dank galt ebenso allen Gemeinderatsfraktionen.

AUS WEGBEGLEITERN SIND FREUNDE GEWORDEN. Innerhalb der eigenen Fraktion habe sich über die Jahre ein enger Zusammenhalt entwickelt: „Eine Gemeinderatsfraktion wurde Freundeskreis“. Jeder habe seine Stärken eingebracht und sich „für Reutte“ eingesetzt. Ebenso würdigte Schimana die Mitarbeiter der Stadtgemeinde, insbesondere Amtsleiter Sebastian Weirather als Vertreter für alle Mitarbeiter, welchen er Dank aussprach. Abschließend betonte er die Qualitäten der Stadtgemeinde: „Reutte hat was – Vereine, Betriebe, Institutionen – im Verborgenen“, und schloss mit den Worten: „Schauts mir auf unser Reutte – ich wünsch euch ein glückliches Händchen für Reutte“ sowie „es lebe die Stadtgemeinde Reutte und das Land Tirol.“ Langer Applaus folgte.

REAKTIONEN. Bürgermeister Günter Salchner zeigte sich sichtlich bewegt: „Ich bin baff und muss mich fassen“. Er würdigte Schimana als „konstruktiven Sparringpartner“ und sprach von einer „ausgezeichneten Zusammenarbeit“ sowie einem „freundschaftlichen Miteinander“. Klaus Schimana habe wesentlich zu einem guten Klima im Gemeinderat beigetragen, sein Engagement sei nicht selbstverständlich gewesen. Salchner betonte den Respekt vor der Entscheidung und dankte ausdrücklich für den Einsatz im Namen der gesamten Bürgermeisterfraktion. Auch Vizebürgermeister Markus Illmer sprach Schimana Respekt für seine Leistung aus und dankte für die konstruktive und ehrliche Zusammenarbeit über Jahrzehnte.

DU WIRST FEHLEN. Stadträtin Daniela Rief (Team Schimana) unterstrich, dass Klaus der Schritt „nicht ganz leicht gefallen“ sei. Schimana habe „ziemlich viel Zeit und ganzes Herzblut in Reutte investiert“, sei ein verlässlicher Ansprechpartner gewesen, „ein Mensch, der zuhören kann“ und der „Brücken gebaut“ habe. „Du wirst fehlen in der Arbeit der Stadtgemeinde Reutte.“

BETROFFEN UND TIEF TRAURIG. Ebenso wie Bürgermeister Günter Salchner zeigte sich auch GR Margit Dablander von der Grünen Fraktion tief bewegt. Sie und Schimana haben über Jahrzehnte Kommunalpolitik für Reutte betrieben. „Ich bin tief traurig über deinen Abgang Klaus.  Respekt für deine Entscheidung, du wirst Reutte fehlen.“ 

NACHFOLGE. Im Zuge der Sitzung wurden die personellen Weichen gestellt. Das Team Schimana wird Stadträtin Daniela Rief als Nachfolgerin für Schimana als Vizebürgermeisterin nominieren und bat seine Gemeinderatskollegen um breite Unterstützung. Den frei werdenden Sitz im Stadtrat übernimmt Bernhard Egger, der zugleich seine Funktion als Obmann des Überprüfungsausschusses abgibt. Für diese Position wurde Gemeinderätin Barbara Petrini vorgeschlagen. In den Gemeinderat rückt Monika Burtscher nach. Damit ist die personelle Neuaufstellung innerhalb der Fraktion abgeschlossen.

AUS TEAM SCHIMANA WIRD ZUKUNFT REUTTE. Das bisherige „Team Schimana“ wird künftig als „Zukunft Reutte“ auftreten und sich auf die kommende Gemeinderatswahl vorbereiten. Die designierte Vizebürgermeisterin Stadträtin Daniela Rief kündigte an, die Arbeit „mit Kraft und Nachdruck“ fortzusetzen und die Entwicklung der Gemeinde aktiv zu gestalten. Wer die Fraktion künftig als Spitzenkandidat oder Spitzenkandidatin in die nächste Gemeinderatswahl führen wird, ist derzeit noch offen. Klar ist jedoch, dass die politische Arbeit unmittelbar weitergeführt wird.

ANERKENNUNG AUS LANDESPOLITIK. ÖVP-Bezirksobfrau und LTP Sonja Ledl-Rossmann würdigte Klaus Schimana in einer Aussendung: „Mit einem starken Team stellt sich Zukunft Reutte gut auf. Mit ihrer Erfahrung und ihrem Team wird Daniela Rief Reutte prägen und nach vorne bringen. Dem bisherigen Vizebürgermeister Klaus Schimana danke ich für seinen Einsatz. 35 Jahre in der Kommunalpolitik und zehn Jahre als Vizebürgermeister verdienen Respekt und Anerkennung“, so LTP  Sonja Ledl-Rossmann.
Kommunales Lebenswerk endet<br />
Hart in der Sache, menschlich aber auf einer Wellenlänge. Margit Dablander bedauerte den Abschied von Schimana, es kam zur Umarmung.
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Tief bewegt war Bürgermeister Günter Salchner beim Rücktritt des Vizebürgermeisters. Fotos: Pirchner

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