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Moritz Murmel überzeugt

Pinswanger Volksschüler gewinnen den Bezirksbewerb beim Tiroler Vorlesetag 2026

Mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler aus 52 Tiroler Volksschulen haben sich am Geschichtenwettbewerb des Tiroler Vorlesetags 2026 beteiligt. Nun stehen die Bezirkssieger fest – im Bezirk Reutte geht der Sieg an die 4. Klasse der Volksschule Pinswang. Jonas Hofmann und Luis Poberschnigg überzeugten mit ihrer Geschichte „Moritz Murmel träumt – Geschichten von Freundschaft und Mut“.

3. März 2026
Moritz Murmel überzeugt<br />
Jonas Hofmann und Luis Poberschnigg räumten mit ihrem Text ab. Unterstützung hatten die Schüler dabei von ihrer Lehrerin Gertraud Gleffe-Martinz, die sichtlich stolz auf ihre Schüler ist. Foto: Land Tirol
Unter dem Motto „Wenn Moritz Murmel träumt – Geschichten von Mut und Freundschaft“ waren Tirols Viertklässler eingeladen, eigene Texte zu verfassen. Die Resonanz war landesweit groß: Rund 1.000 Kinder reichten ihre Beiträge ein. „Unsere Siegerinnen und Sieger haben sich unter 1.000 teilnehmenden Kindern aus 52 Volksschulen durchsetzen können. Mit Fantasie, Kreativität und einem beachtlichen Sprachgefühl haben sie bewiesen, was für Ideenreichtum in unseren Kindern steckt. Wir gratulieren herzlich zu diesen großartigen Leistungen“, betonen Landeshauptmann Anton Mattle und Bildungslandesrätin Cornelia Hagele. Zugleich kündigt LH Mattle an: „Bereits nächste Woche wird die Landesjury die beste Geschichte Tirols küren. Schon jetzt steht fest: Tirol kann stolz auf seinen literarischen Nachwuchs sein.“ Bildungslandesrätin Hagele unterstreicht zudem den pädagogischen Mehrwert des Wettbewerbs: „Mit dem Tiroler Vorlesetag wollten wir bewusst auch das Schreiben in den Vordergrund rücken. Gemeinsam mit ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern haben die Kinder eigene Ideen entwickelt und dem offenen Thema rund um Moritz Murmel Leben eingehaucht.“

ERFOLG FÜR PINSWANG. Im Außerfern setzten sich Jonas Hofmann und Luis Poberschnigg aus der 4. Klasse der Volksschule Pinswang durch. Begleitet wurden sie von ihrer Lehrerin Gertraud Gleffe-Martinz. Ihre Geschichte verbindet aktuelle Umweltfragen mit einer kindgerechten Erzählweise. Murmeltier Moritz sorgt sich um schmelzende Gletscher und einen absterbenden Wald. Gemeinsam mit Steinbock Stefan und Adler Anton entwickelt Moritz die Idee, Samen gesunder Bäume ins Tal zu bringen und durch andere Tiere verteilen zu lassen. Die Erzählung stellt Mut, Freundschaft und Teamarbeit in den Mittelpunkt und zeigt auf, dass große Herausforderungen nur gemeinsam bewältigt werden können. Die Jury würdigte insbesondere die kreative Umsetzung des Themas sowie das Gespür für gesellschaftlich relevante Inhalte. Der vollständige Siegertext aus dem Bezirk Reutte ist auf der Homepage der Rundschau abrufbar.

BEZIRK REUTTE. Neben der Volksschule Pinswang beteiligten sich im Bezirk Reutte auch die Volksschulen Lechaschau, Vils, Tannheim und Elmen am Tiroler Vorlesetag 2026. Die rege Teilnahme unterstreicht den Stellenwert des Lesens und Schreibens im Außerfern. Der Wettbewerb bot den Kindern die Möglichkeit, eigene Ideen zu entwickeln und literarisch umzusetzen – begleitet von ihren Pädagoginnen und Pädagogen.

ÜBER DIE BEZIRKSGRENZEN. In unseren Nachbarbezirken wurden ebenfalls Sieger gekürt. In Imst ging der Bezirkssieg an die Volksschule Mils bei Imst, in Landeck an die Volksschule St. Anton am Arlberg. Insgesamt nahmen 52 Volksschulen aus ganz Tirol am Wettbewerb teil.

AUSBLICK AUF LANDESENTSCHEID. Bereits in der kommenden Woche wird die Landesjury die bes-te Geschichte Tirols bekanntgeben. Die Gewinnerschule darf sich auf ein großes Schulfest am Freitag, dem 27. März 2026, von 9 bis 11 Uhr freuen. Für Unterhaltung sorgt das Clownduo Herbert und Mimi, bekannt als Rote-Nasen-Clowns, mit Musik und Slapstick-Einlagen. Zudem erscheinen die 27 besten Nachwuchsgeschichten im neuen „Tiroler Vorlesebuch“ (Band 2). Der Tiroler Vorlesetag ist eine gemeinsame Initiative des Landes Tirol, der Bildungsdirektion für Tirol, der Tiroler Volksschulen sowie der Buch- und Medienwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol, Kooperationspartner ist die Volksbank Tirol. Mit ihrem Erfolg vertreten Jonas Hofmann und Luis Poberschnigg den Bezirk Reutte auf Landesebene – ein starkes Zeichen für den literarischen Nachwuchs im Außerfern.

HINWEIS. Der Volltext von Jonas und Luis kann im Onlineartikel der RUNDSCHAU nachgelesen werden.


Moritz Murmel träumt – Geschichten von Freundschaft und Mut

„Was poltert denn da so laut?“, wundert sich Moritz Murmel. Da es sowieso nicht einschlafen kann, beschließt das neugierige Murmeltier seinen Bau zu verlassen und nachzusehen. Gerade als es bei dem Loch hinausschaut, flitzt Stefan Steinbock übermütig an ihm vorbei. Beinahe wäre er auf Moritz´ Kopf gehüpft. „Stefan, ich kann nicht einschlafen, wenn du so laut bist!“ Der Steinbock bleibt stehen, schaut das Murmeltier überrascht an und antwortet:„Entschuldige, ich wollte dich nicht in deinem Winterschlaf stören! Das Gestein wird hier immer lockerer.“ “Ich bin noch gar nicht eingeschlafen,“  erwidert Moritz Murmel. „Wieso denn nicht?“, hakt der Steinbock mit etwas schlechtem Gewissen nach. Moritz wird nachdenklich und meint: „Mir gehen so viele Fragen durch den Kopf.“ Stefan möchte es genauer wissen und fragt noch einmal nach. Moritz sieht Stefan mit traurigen Augen an und antwortet: „Schau Stefan, die Gletscher schmelzen immer mehr ab, mir ist im Sommer oft viel zu heiß und du merkst, dass das Gestein bröckelt.“ Stefan, der so trübe Gedanken nicht mag, versucht Moritz abzulenken. Er schlägt ihm vor, mit ihm eine Runde spazieren zu gehen. Seite an Seite gehen sie aufwärts, so weit, bis sie Schnee erreichen. Beide setzen sich genüsslich in das kalte Nass und schauen in den abendlichen Herbsthimmel. Dabei bleibt ihr Blick am gegenüberliegenden Berghang hängen. Stefan spürt, dass wieder Sorgenfalten auf Moritz Stirn aufziehen. Schon fragt Moritz: „Wie es wohl den Waldbewohnern in diesem absterbenden Wald geht? Meinst du nicht, dass wir dagegen etwas unternehmen können?! Ich kann dieses Elend fast nicht mitansehen!“ Plötzlich fällt neben ihnen eine tote Maus herab. Sie sehen nach oben und entdecken einen Adler. Moritz erschrickt und versteckt sich ängstlich unter Stefan. Dieser ruft nach oben: „Hey Anton, hör auf, du machst Moritz nur Angst! Komm runter zu uns, aber lass ja Moritz in Ruhe.“ Anton hat Stefan schon lange nicht mehr gesehen, und zu Moritz Glück hat der Adler gerade keinen Hunger. Anton setzt sich dazu und gemeinsam schauen sich die drei Tiere den Sonnenuntergang an. Plötzlich unterbricht Anton die andächtige Stille und fragt Stefan, ob ihm der absterbende Wald auf der anderen Seite auch schon aufgefallen sei. Stefan denkt sich: „Na bravo, jetzt fängt der auch noch damit an!“, sagt aber zu Anton: „Ja, gerade vorher haben Moritz und ich darüber geredet!“ Anton erzählt den beiden von den gesunden Wäldern auf der anderen Seite des Tales. Moritz wagt einen mutigen Vorschlag: „Warum holt Anton nicht Samen von gesunden Bäumen auf der anderen Seite?“ Anton staunt über das schlaue Murmeltier und muss zugeben, dass die Idee gut ist. „Aber, was soll ich dann mit den Samen tun?“, fragt er. In Moritz Kopf überschlagen sich die Ideen und er meint: „Anton, du bringst die Samen den Eichhörnchen in den Wald hinunter. Sie können diese dann überall im Wald verteilen und vergraben.“ „Nein, das kann nicht funktionieren! Die Eichhörnchen haben vor Anton doch bestimmt Angst!“, ruft Stefan. Anton lacht, versteht aber den Einwand und schlägtvor: „Ich werde noch die Bergdohlen und Tannenhäher um Hilfe bitten. Wenn die Eichhörnchen erst einmal verstanden haben, dass ich ihnen nichts Böses will, machen sie bestimmt mit.“ Moritz Sorgenfalten entspannen sich und ein Lächeln macht sich in seinem Gesicht breit! Der Plan gefällt ihm! Damit können sie vielleicht zumindest den Wald retten. Erst jetzt merkt Moritz, wie müde er inzwischen geworden ist. Auch die beiden Freunde nehmen die immer kleiner werdenden Augen des Murmeltiers wahr. Anton schaut Moritz in die Augen und meint: „Du hast wunderbare Ideen geliefert! Jetzt geh schlafen, damit du den Winter überlebst. Stefan und ich erledigen das!“ Sie stellen sich zu dritt auf, schlagen ein, Moritz bedankt sich bei den beiden und geht zufrieden in sein Nest. Dort schläft er sofort glücklich ein und träumt von ihrem gemeinsamen Plan. Moritz denkt auch an die Menschen und dass sie den Tieren sehr, sehr dankbar sein können. Vielleicht fällt den Menschen dann auch mal etwas Gutes ein, wie sie die Natur schützen können. Moritz weiß, dass große Probleme nur gemeinsam als Team gelöst werden können.

Teamarbeit: Jonas Hofmann und Luis Poberschnigg, 4. Klasse, VS Pinswang

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