Artikel teilen
Artikel teilen >

200 Jahre Musikkapelle Bichlbach

28. April 2026 | von Peter Linser
200 Jahre Musikkapelle Bichlbach
Das älteste Foto der Musikkapelle Bichlbach, 1898, sitzend (v. l.): Franz Leitner, Franz Wacker, Alois Klotz, Josef Köck, Gottfried Köck, Alois Berktold, Peter Paul Fasser, Anton Peter, Lorenz Wacker. 2. Reihe (v. l.): Michael Linser, Josef Kropf, Eduard Klotz, Gottfried Berktold, Josef Anton Hinterholzer, Martin Müller, Josef Anton Jäger, Peter Hinterholzer. 3. Reihe (v. l.): Johann Berktold, Alois Gärtner, Albert Berktold, Philipp Linser, Josef Wacker, Matthias Müller, Josef Hosp.

200 JAHRE MUSIKKAPELLE BICHLBACH. Pfarrer Caspar Thomas Rainer war von 1822–1832 Seelsorger in Bichlbach und führte 1826 die „Instumentalmusik“ ein. Am 8. Mai 1826 wurde das von Papst Leo XII. ins Leben gerufene Jubiläumsjahr um 5 Uhr abends eingeläutet „und durch die Feldmusik dem Volke bekannt gemacht“. Schon im Februar 1825 kamen die ersten Instrumente aus Leipzig. Die Rechnung für „je 2 Trompetten in Dis und F, eine Tenor-Posaune und 2 Paar Invensionshorn samt Fracht von Sachsen nach Garmisch, Mauth und Spedition, Verpflegung des Pferdes, Gandarm von Garmisch bis auf die Gränze“ usw. betrugen 113,46 Gulden. Von Augsburg und Innsbruck kamen noch  „2 Inventionstrompetten, 1 Inventions-Posthorn sowie 1 Paßtrompette und 1 Klappentrompette“ um insgesamt 62,- Gulden. Johann Georg Hengg von Nesselwängle schulte ab Martini 1825 mit seinem Sohn Josef die 20 Musikanten. Neben 7,28 Gulden für „21 Inschlitt Kerzen zum Lernen à 18 Kreuzer und 5,28 Gulden für Nottenpapier“ vermerkt eine Quittung vom 7. Mai 1826 eine Summe von 37 fl – x, welche Johann Georg Hengg und sein Sohn „für Lehrnung der Music [….] richtig und baar empfangen habe“. Zur Zivilkleidung trugen die Musikanten bis zur Einführung einer Tracht (1910) einen Schützenhut mit grüner Schnur und einer weißen Hahnenfeder. Nur „Mine Gans“ an der großen Trommel soll an Festtagen mit Frack und Zylinder ausgerückt sein. Groß war der Jammer, als 1928 beim Brand des damaligen Probelokals in der „Post“ auch die große Trommel mitverbrannte. Bei einer unfassenden Ínstrumentenreparatur zeigte es sich, „dass in einem schön gekrümmten Horn sich eine Maus verschloffen hatte“ (AN 3. Februar  1937). Die 100-Jahr-Feier am 24. Mai 1926 wurde mit zehn teilnemenden Kapellen bei strömendem Regen durchgeführt, was die Gastwirte mehr freute als die Veranstalter.1951 fand „hinterm Bichl“ die 1125-Jahr-Feier der Kapelle statt, der im Jahr darauf die Ausrichtung des „4. Ausferner Bundesmusikfestes“ folgte. 1958 wurde die langjährige Schweizer Jagdpächterin Helene Nabholz zum Ehrenmitglied ernannt. Es folge 1962 die Ausrichtung des 13. Bundesmusikfestes und vier Jahre später die 140-Jahr-Feier im neuerbauten Musikpavillon. 1968 kam es wider zur Durchführung des  Bundesmusikfestes mit 30 Kapellen . Mit Stolz blickte die Kapelle 1976 auf 150 Jahre Bestand zurück. Schließlich folgten noch die Ausrichtungen des 29. und 33. Bundesmusikfestes 1978 bzw. 1982. Möge ungebrochene Freude an der Musik Jung und Alt zusammenhalten und in eine lange und schöne musikalische Zukunft begleiten. Ad multos annos! (Quellen: Pfarrchronik, Gemeindebuch 1992).
             
Text und Foto: Peter Linser
 

Feedback geben

Feedback abschicken >
Nach oben
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.