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Einweihung und Eröffnung Zugspitzbahn im Jahre 1926

Peter Linser
24. Juni 2026
Einweihung und Eröffnung Zugspitzbahn im Jahre 1926
Einweihung und Eröffnung der Zugspitzbahn am 5. Juli 1926.        Foto: L. Reiter   
Weitblick und Tatkraft, insbesondere des damaligen Reuttener Vizebürgermeisters und Rechtsanwalts Dr. Hermann Stern, ermöglichten vor 100 Jahren die Errichtung der ersten Tiroler Seilbahn auf die Zugspitze (2.362 m) zur Förderung des Fremdenverkehrs. Projektierung und Bau wurden in der heute unvorstellbar kurzen Zeit von drei Jahren vollzogen. Das Bauunternehmen von Ing. Ferdinand Kleiner aus Innsbruck nahm am 5. Oktober 1924 mit 20 Tragtieren und schlussendlich 400 Arbeitern am 5. Oktober 1924 die Arbeit auf. Dr. Stern war für die Gesamtorganisation verantwortlich und KR Ing. Richard Opitz aus Berlin sollte für die finanzielle Sicherstellung sorgen. Unter schwierigsten äußeren Bedingungen und in sozialer sowie finanzieller Enge betrieben die Männer ihre gefährliche Arbeit. Lawinen forderten drei Todesopfer unter ihnen und ein kurzfristiger Streik um mehr Lohn musste beigelegt werden. Die Elektrizitätswerke Reutte legten bis Ehrwald eine Hochspannungsleitung und es begannen gefährliche Felssprengungen auf der Strecke, die einen Höhenunterschied von 1581 m aufweist. Über skandalöse Todesfälle unter den Arbeitern setzten sich die skrupellosen Investoren und leitenden Ingenieure hinweg. Der Dramatiker Ödön von Horváth (1901–1938) besuchte die Arbeiter auf der Baustelle und in ihren Baracken und sah sich die prekären Lebensumstände an. Darüber schrieb er das Drama „Revolte auf Côte 3018“, das in Hamburg und nach Umarbeitung unter dem Titel „Die Bergbahn“ in Berlin Erfolge feierte. 2006 erfolgte eine Wiederaufführung in der alten Zugspitzbahn-Talstation.
Bei der Eröffnungsfeier am 5. Juli 1926 war Prominenz aus dem In- und Ausland anwesend. Vizekanzler, Verkehrsminister und Landeshauptmann sowie hochrangige Vertreter aus Bayern, Sachsen, Preußen und Württemberg würdigten die großartige Leistung. Dr. Stern erhielt bei diesem Anlass das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich. Finanzielle Turbulenzen mit Vorwürfen, Anzeigen und Prozessen gegen Dr. Stern zogen sich über zehn Jahre hin und endeten am 1. Februar 1936 mit einem für Dr. Stern positiven Urteil des Obersten Gerichtshofs. Bereits 1921 war ihm die Ansiedlung des Metallwerkes Plansee gelungen. Verfolgt und vertrieben von den Nationalsozialisten, gesundheitlich schwerst angeschlagen und fast blind, starb der 1878 in Bozen geborene Ehrenbürger von Ehrwald am 24. August 1952 in Innsbruck. Ehre seinem Andenken! Quelle: R. Lipp: Im Banne der Zugspitze. In: Reutte von 1918 bis 1938.

Peter Linser

                                                                       

 

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