Das heilige Grab in der Pfarrkirche Biberwier.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand das Hl. Grab in der Pfarrkirche St. Josef in Biberwier. Es zeigt eine Scheinarchitektur in einzelnen Kulissenschichten inszenierte Darstellungen. Deren Art entspricht der Neugotik bzw. dem Nazarenerstil. Das Grab füllt den Altarraum fast vollständig aus. Es sind vier auf Leinwand gemalte Bögen mit Seitenteilen, die in Querschnitten einen dreischiffigen gotischen Kirchenraum darstellen.
Unter der Kartusche „Sein Grab wird herrliche sein“ thront Gottvater mit Weltkugel und Heiliggeisttaube. Den Giebel ziert eine Tafel mit den Leidenswerkzeugen Chris-ti. Auf den seitlichen Kulissenteilen zeigen zwei Figurengruppen die Verurteilung Jesu (links) und seine Verspottung (rechts) als „König der Juden“. Die Gründonnerstagsszene am Ölberg mit den schlafenden Jüngern weicht am Karfreitag der Darstellung mit zwei Soldaten als Wächtern sowie Zuschauern an den Seiten. Im Zentralraum erscheint in der Osternacht der Auferstandene, umrahmt von bunten Grablichtern. (Heilige Gräber in Tirol, M. Frick, 2009)
Text und Foto: Peter Linser