Eray Özcan leistete bei der WM echte „Kopfarbeit“
Der Außerferner Friseur reiste zu Österreichs Fußball-Nationalteam in die USA, machte den Kickern die Haare schön – und erlebte die WM-Spiele hautnah mit
Viele Außerferner kennen ihn. Manch einer hat ihn vielleicht sogar im Fernsehen entdeckt – als mitfiebernden Fan in einem der großen Stadien bei der Fußball-WM in den USA. „Das ist doch Eray!“, wird man wohl auch bei manchem Public Viewing gehört haben. Die Rede ist von Eray Özcan. Er war sprichwörtlich „kopfhautnah“ dabei – als Friseur der Österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Der RUNDSCHAU erzählte er von seinen Erlebnissen.
14. Juli 2026
Eray Özcan war von den Stadien in den USA sehr beeindruckt. Fotos: Privat
RUNDSCHAU: Eray, wenn man als Friseur der österreichischen Nationalmannschaft zur WM in die USA folgt – was war der Moment, in dem du dir gedacht hast: „Das passiert gerade wirklich mir“?
Eray Özcan: Ich bin nicht mit der Mannschaft geflogen, sondern spontan nachgereist, um Nicolas Seiwald spielen zu sehen. Erst als ich den ÖFB-Campus betreten habe, wurde mir klar: Das passiert gerade wirklich.
RUNDSCHAU: Du stammst aus dem Bezirk Reutte, lebst heute in Salzburg und bist trotzdem eng mit dem Außerfern verbunden. Was hat dich in deiner Heimat geprägt – menschlich, beruflich oder persönlich?
Eray Özcan: Ich wollte schon immer anders sein als mein Umfeld. Das war nicht immer einfach, aber genau das hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin.
RUNDSCHAU: Wie wird man eigentlich Friseur der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft? War das Zufall, harte Arbeit – oder eine Mischung aus beidem?
Eray Özcan: Eine Mischung aus Mut, harter Arbeit und Zufall. Durch Nicolas Seiwald hat sich die Chance ergeben – ich musste sie nur noch ergreifen.
RUNDSCHAU: Wie sah dein Alltag mit dem Nationalteam aus – warst du „nur“ für Haarschnitte zuständig, oder geht es oft auch um Vertrauen, Gespräche und gute Stimmung?
Eray Özcan: Ich war zum Haareschneiden dort, aber dabei entstehen automatisch Gespräche. Für mich sind die Spieler ganz normale Menschen – genau das hat für Vertrauen und eine besondere Atmosphäre gesorgt.
RUNDSCHAU: Du bist den Spielern wahrscheinlich nähergekommen als viele andere Menschen im Umfeld. Was hast du über die Persönlichkeiten hinter den Profis gelernt?
Eray Özcan: Dass Erfolg nichts am Charakter ändern muss. Respekt und Bodenständigkeit haben mich am meisten beeindruckt. Besonders dankbar bin ich Nicolas Seiwald und seiner Familie.
RUNDSCHAU: Was war für dich bei der WM in den USA der stärkste Eindruck – sportlich, kulturell oder ganz persönlich?
Eray Özcan: Mich hat überrascht, wie viele Österreicher vor Ort waren. Die Stadien waren einfach atemberaubend.
RUNDSCHAU: Viele Menschen im Außerfern – besonders auch junge Menschen mit türkischen Wurzeln – kennen das Gefühl, zwischen mehreren Orten, Kulturen oder Erwartungen zu stehen. Welche Rolle spielt deine Herkunft für deinen Weg?
Eray Özcan: Ich war oft zwischen zwei Welten. Irgendwann habe ich verstanden: Man kann es nicht jedem recht machen. Deshalb sollte man seinen eigenen Weg gehen – egal, was andere denken.“
RUNDSCHAU: Was treibt Sie persönlich an: Der Wunsch, handwerklich perfekt zu sein, Menschen ein gutes Gefühl zu geben – oder die Chance, besondere Türen zu öffnen?
Eray Özcan: Friseur sein ist für mich längst kein Beruf mehr, sondern ein Lebensstil. Am schönsten ist es, wenn Menschen mit einem Lächeln meinen Stuhl verlassen.
RUNDSCHAU: Gab es auf deinem Weg auch Hürden – etwa Vorurteile, Zweifel oder Momente, in denen du kämpfen musstest, um ernst genommen zu werden?
Eray Özcan: Natürlich. Neue Stadt, keine Kontakte, alles begann bei null. Meine Vision war aber immer größer als meine Zweifel.
RUNDSCHAU: Wenn du an die nächsten Jahre denkst: Was möchtest du beruflich noch erreichen – und welche Verbindung soll das Außerfern dabei weiter für dich haben?
Eray Özcan: Ich möchte zuerst mich selbst als Marke aufbauen und durch meinen Beruf weiterhin die Welt bereisen. Ein eigener Shop wird irgendwann folgen, wenn die Zeit reif ist. Im Außerfern werde ich nur für meine Familie und Freunde präsent sein.
RUNDSCHAU: Was würdest du einem jungen Menschen aus dem Außerfern sagen, der einen ungewöhnlichen beruflichen Weg einschlagen möchte?
Eray Özcan: Wenn dir jemand sagt, dass du zu groß träumst, dann antworte nicht. Geh deinen Weg und lass deine Taten für dich sprechen.
RUNDSCHAU: Danke für das Gespräch.
Eray Özcan: Ich bin nicht mit der Mannschaft geflogen, sondern spontan nachgereist, um Nicolas Seiwald spielen zu sehen. Erst als ich den ÖFB-Campus betreten habe, wurde mir klar: Das passiert gerade wirklich.
RUNDSCHAU: Du stammst aus dem Bezirk Reutte, lebst heute in Salzburg und bist trotzdem eng mit dem Außerfern verbunden. Was hat dich in deiner Heimat geprägt – menschlich, beruflich oder persönlich?
Eray Özcan: Ich wollte schon immer anders sein als mein Umfeld. Das war nicht immer einfach, aber genau das hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin.
RUNDSCHAU: Wie wird man eigentlich Friseur der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft? War das Zufall, harte Arbeit – oder eine Mischung aus beidem?
Eray Özcan: Eine Mischung aus Mut, harter Arbeit und Zufall. Durch Nicolas Seiwald hat sich die Chance ergeben – ich musste sie nur noch ergreifen.
RUNDSCHAU: Wie sah dein Alltag mit dem Nationalteam aus – warst du „nur“ für Haarschnitte zuständig, oder geht es oft auch um Vertrauen, Gespräche und gute Stimmung?
Eray Özcan: Ich war zum Haareschneiden dort, aber dabei entstehen automatisch Gespräche. Für mich sind die Spieler ganz normale Menschen – genau das hat für Vertrauen und eine besondere Atmosphäre gesorgt.
RUNDSCHAU: Du bist den Spielern wahrscheinlich nähergekommen als viele andere Menschen im Umfeld. Was hast du über die Persönlichkeiten hinter den Profis gelernt?
Eray Özcan: Dass Erfolg nichts am Charakter ändern muss. Respekt und Bodenständigkeit haben mich am meisten beeindruckt. Besonders dankbar bin ich Nicolas Seiwald und seiner Familie.
RUNDSCHAU: Was war für dich bei der WM in den USA der stärkste Eindruck – sportlich, kulturell oder ganz persönlich?
Eray Özcan: Mich hat überrascht, wie viele Österreicher vor Ort waren. Die Stadien waren einfach atemberaubend.
RUNDSCHAU: Viele Menschen im Außerfern – besonders auch junge Menschen mit türkischen Wurzeln – kennen das Gefühl, zwischen mehreren Orten, Kulturen oder Erwartungen zu stehen. Welche Rolle spielt deine Herkunft für deinen Weg?
Eray Özcan: Ich war oft zwischen zwei Welten. Irgendwann habe ich verstanden: Man kann es nicht jedem recht machen. Deshalb sollte man seinen eigenen Weg gehen – egal, was andere denken.“
RUNDSCHAU: Was treibt Sie persönlich an: Der Wunsch, handwerklich perfekt zu sein, Menschen ein gutes Gefühl zu geben – oder die Chance, besondere Türen zu öffnen?
Eray Özcan: Friseur sein ist für mich längst kein Beruf mehr, sondern ein Lebensstil. Am schönsten ist es, wenn Menschen mit einem Lächeln meinen Stuhl verlassen.
RUNDSCHAU: Gab es auf deinem Weg auch Hürden – etwa Vorurteile, Zweifel oder Momente, in denen du kämpfen musstest, um ernst genommen zu werden?
Eray Özcan: Natürlich. Neue Stadt, keine Kontakte, alles begann bei null. Meine Vision war aber immer größer als meine Zweifel.
RUNDSCHAU: Wenn du an die nächsten Jahre denkst: Was möchtest du beruflich noch erreichen – und welche Verbindung soll das Außerfern dabei weiter für dich haben?
Eray Özcan: Ich möchte zuerst mich selbst als Marke aufbauen und durch meinen Beruf weiterhin die Welt bereisen. Ein eigener Shop wird irgendwann folgen, wenn die Zeit reif ist. Im Außerfern werde ich nur für meine Familie und Freunde präsent sein.
RUNDSCHAU: Was würdest du einem jungen Menschen aus dem Außerfern sagen, der einen ungewöhnlichen beruflichen Weg einschlagen möchte?
Eray Özcan: Wenn dir jemand sagt, dass du zu groß träumst, dann antworte nicht. Geh deinen Weg und lass deine Taten für dich sprechen.
RUNDSCHAU: Danke für das Gespräch.
Sabine Schretter 




