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Reutte | Wirtschaft | 31. Oktober 2022 | Von Juliane Wimmer

Hallenbad Ehrwald schließt Ende Oktober

Hallenbad Ehrwald schließt Ende Oktober
Stark angestiegene Energiekosten gefährden den Weiterbetrieb des Ehrwalder Hallenbades. RS-Foto: Wimmer
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Reutte  Von Juliane Wimmer
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Stark angestiegene (Energie-)Kosten gefährden Weiterbetrieb

Die Zitterpartie um die Zukunft des Ehrwalder Hallenbades geht weiter. Am 24. Oktober kamen Gemeinderat Ehrwald, TVB-Vorstand und Zugspitz-Arena-Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung bezüglich der Zukunft des Ehrwalder Hallenbades zusammen. Aufgrund der derzeitigen Energiekrise war v. a. die Verdoppelung der Betriebskosten der Freizeitbetriebe von 550.000 Euro auf 1,1 Mio. Euro Thema. Eine endgültige Entscheidung über den Weiterbetrieb des Hallenbades soll nun in der nächsten Gemeinderatssitzung fallen. Der Tourismusverband Zugspitz Arena signalisiert, diese Entscheidung auch mittragen zu wollen.
Von Juliane Wimmer

Nachdem der Gemeinde Ehrwald die aufsichtsbehördliche Bewilligung der Kreditaufnahme kurz vor der Gemeinderatswahl im März 2022 verweigert wurde, liegt der ursprünglich geplante Neubau des örtlichen Hallenbads auf Eis. Doch nun ist nicht nur der Neubau, sondern auch die generelle Weiterführung des Hallenbades in Gefahr. Im Rahmen oben genannter Informationsveranstaltung wurde über mögliche Zukunftsszenarien rund um das bestehende Hallenbad informiert.

KOSTENVERDOPPELUNG. Der TVB sowie die Ehrwalder Gemeinde sind beide zu jeweils 50 Prozent an den Ehrwalder Freizeitbetrieben beteiligt. Dazu zählen Zugspitzsaal plus Gastronomie, Eislaufplatz, die Tennis- & Kletterhalle sowie das Hallenbad. Die Ausgaben aller Betriebe haben sich von 550.000 Euro auf 1,1 Mio. Euro verdoppelt. Um die Kosten irgendwie bewältigen zu können, wird das Hallenbad womöglich im kommenden Winter (oder länger?) geschlossen bleiben.

ENTSCHEIDUNG IM NOVEMBER. „Der Gemeinderat wird über den weiteren Betrieb in seiner nächsten Sitzung (voraussichtlich noch im November) entscheiden, erklärte Bürgermeister Markus Köck. Der Sommerbetrieb des Hallenbads werde jedenfalls Ende Oktober beendet. (Ursprünglich sollte bis zum 6. November geöffnet sein.) Der Betrieb des Zugspitzsaals, der Gastronomie und der Kletter- & Tennishalle sei auch in Zukunft gesichert. (Bzgl. Weiterführung des Eislaufplatzes wurde auf der Sitzung am 24. Oktober noch kein klares Wort gesprochen.)

TVB WARTET AB. Theo Zoller, Obmann der Tiroler Zugspitz Arena, wiederum signalisierte grundsätzlich Solidarität mit den Entscheidungen der Gemeinde. Steigende Belastungen müssten aber ebenfalls erst vom Aufsichtsrat entschieden werden. Grundsätzlich habe der Tourismusverband seine Hausaufgaben gemacht, Rücklagen gebildet und könne den Zahlungsverpflichtungen nachkommen.

VORGESCHICHTE. Das Ehrwalder Hallenbad wurde 1974 erbaut. 1999/2000 wurden Sanierungen bzw. Erweiterungen durchgeführt. Bereits 2020 stellte die Gemeinde Ehrwald unter Martin Hohenegg fest: „Die wirtschaftlichen Kennzahlen liegen unter denen vergleichbarer Anlagen: zu geringe Besucherzahl, zu hoher Energiebedarf, hoher Wartungsaufwand.“ (Unser Ehrwald – Deine Information 2/2020) 2018 wurde eine Konzeptstudie erarbeitet, die acht Mio. Euro für eine Sanierung und Attraktivierung des Hallenbads veranschlagte. TZA und Gemeinde bekräftigten, die Idee weiterzuentwickeln. Darüber hinaus konnte man die Nachbargemeinde Lermoos für die Idee gewinnen, eine gemeinsame gemeindeübergreifende Bäderlösung anzustreben. 2019 wurden zahlreiche Bäder in Tirol und Umgebung besichtigt, um Erfahrungsberichte vergleichbarer Herausforderungen und neue Ideen zu sammeln. Eine Bäderstudie der Firma GMF kam zur Empfehlung: Neubau statt Sanierung. Kostenschätzung: 20,5 Mio. Euro. Schon damals stand vonseiten der Gemeinde fest, dass das Projekt größtenteils fremdfinanziert werden muss. Die Berechnungen ergaben, dass die Gemeinde Ehrwald maximal fünf Mio. Euro bereitstellen kann. Trotz Coronapandemie hieß es: „Unser Ziel ist es, das bestmögliche Bad innerhalb unserer gemeinsamen finanziellen Möglichkeiten zu verwirklichen.“ Ende Februar 2022 – auf der letzten Gemeinderatssitzung unter Hohenegg – kam es zum vorläufigen Ende der langen Bemühungen: Die Erneuerung des Hallenbades wurde auf Eis gelegt, da die Aufsichtsbehörde in Reutte aufgrund des hohen Verschuldungsgrades der Gemeinde die Zustimmung für einen Großkredit verweigerte. Die Sanierung des Zugspitzsaals hingegen wurde auf den Weg gebracht. Dazu bediente man sich eines 1,5 Mio. Kredits, der ebenfalls die aufgelaufenen Planungskos-ten der Hallenbad-Modernisierung (350.000 Euro) tilgen sollte. Notiz am Rande: Aufgrund gestiegener Baukosten für den Zugspitzsaal kam es im Sommer 2022 zur nächsten Kreditaufnahme seitens der inzwischen neuen Gemeindeführung unter Markus Köck von 600.000 Euro.
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