Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Telfs | Chronik | 19. Oktober 2020 | Beatrice Hackl

Ehemaliger Schüler ist heute Direktor

Ehemaliger Schüler ist heute Direktor
Alois Hörmann war vor Jahren selbst Schüler an der HAK bzw. „eco telfs“. Nach Beendigung seiner Laufbahn und ersten beruflichen Erfahrungen kehrte er als Lehrer an seine ehemalige Schule zurück, die er seit kurzem als Direktor leitet. RS-Foto: Hackl
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„eco telfs“ Alois Hörmann Direktor aktivierender Unterricht Qualitätsmanagement
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Die Geschicke der „eco telfs“ liegen seit dem laufenden Schuljahr 2020/21 in den Händen von Alois Hörmann

Die Geschichte eines ehemaligen Schülers, der zum Lehrer wurde und heute als Direktor agiert, so in etwa lässt sich der Werdegang des aus Mötz stammenden Alois Hörmann kurz und prägnant zusammenfassen. Seit Anfang September hat er als Direktor die Leitung der „eco telfs“ übernommen. Dort wollen aktuell 334 Jugendliche Allgemeinbildung und wirtschaftliches Know-how erwerben. Die Ausbildungsstätte vereint Handelsakademie, Handelsschule, Aufbaulehrgang und die Handelsakademie für Sport- und Eventmanagement unter einem Dach. Im Gespräch mit der RUNDSCHAU berichtet Hörmann von seiner Geschichte von Herausforderungen und Zukunftsplänen.
Von Beatrice Hackl

Lehrpersonen und Direktoren sind auch nur Menschen und folglich mussten auch sie vor ihrer beruflichen Laufbahn die Schulbank drücken. Alois Hörmann ist seit Jahren mit der „eco telfs“ verbunden – als Schüler, Lehrer und Direktor. Vor Jahren war er selbst Schüler der HAK Telfs. Nach Beendigung seiner Ausbildung und ersten beruflichen Erfahrungen kehrte er als Lehrer an den prägenden Ort seiner Teenagertage zurück und nahm seinen Platz hinter dem Lehrerpult ein. „Ich bin Lehrer aus Leidenschaft. Mir liegt dieser Beruf sehr am Herzen und so musste ich damals, vor elf Jahren, die Chance einfach ergreifen und die Stelle als Lehrer für Betriebswirtschaft in Telfs antreten. Es war eine spannende Zeit zumal einige meiner ehemaligen Lehrer noch an der ‚eco telfs‘ unterrichteten und plötzlich zu meinen Kollegen wurden“, erinnert sich der frisch gebackene Direktor an seine Anfänge. 

Reibungsloser Wechsel. Mit Juli 2019 verabschiedete sich Direktor Wolfgang Haupt in den Ruhestand, woraufhin ihm Erwin Abfalterer als interimistischer Leiter nachfolgte – bis die ausgeschriebene Stelle dauerhaft besetzt werden würde. Auf dem Stuhl des Schulleiters hat nun Anfang September der Neue Platz genommen: Alois Hörmann. Das Auswahlverfahren sei ein langwieriges gewesen und mit Sicherheit habe es bereits einfachere Zeiten gegeben, um einen derartigen Posten anzutreten. Nichtsdestotrotz zeigt sich Direktor Hörmann voller Tatendrang: „Der Beruf als Lehrer hat mir stets Freude bereitet und ich bin heilfroh, dass ich auch jetzt als Direktor noch zwei Stunden pro Woche unterrichten darf. Ich fungiere außerdem noch als Klassenvorstand. Für mich kam es nicht in Frage, meine Klasse abzugeben, zumal wir bereits vier gemeinsame Jahre bestritten haben und die Schüler in diesem Jahr zur Matura antreten werden.“ 

Aktivierender Unterricht als Ziel. „Als Direktor bin ich nicht nur Empfänger von Entwicklungen, sondern kann diese aktiv mitgestalten. Mein Hauptaugenmerk möchte ich auf Qualitätsmanagement bzw. einen aktivierenden Unterricht richten. Der praxisbezogene Unterricht soll die Schüler fordern, aber nicht überfordern. Natürlich wird den Jugendlichen von den Lehrpersonen das notwendige Fachwissen vermittelt und sie erhalten die essenziellen Infos. Aber die konkreten Aufgabenstellungen gilt es aktiv selbst zu lösen. Diese Form des Unterrichts ist für alle Beteiligten neu, wobei diese Vorgehensweise die Lebenswelt der jungen Menschen widerspiegelt, weshalb auch sämtliche Entwicklungen der Pädagogik in eben diese Richtung gehen“, verdeutlicht Hörmann. 

Besondere Herausforderungen. Die Pandemie erhöht das Arbeitspensum des neuen Schulleiters. 70 Prozent des Arbeitstages müssen derzeit auf die Bewältigung der Ausnahmesituation verwendet werden. Der administrative Aufwand sei immens und ohne die Hilfe seiner Assistentin Maria Gutmann nicht zu bewältigen. Die „eco telfs“ wird von 334 Schülern besucht, die von 36 Lehrkräften unterrichtet werden. Für einen Lehrer, der in Quarantäne geschickt wurde, eine passende Vertretung zu finden und den Präsenzunterricht uneingeschränkt weiterführen zu können, sei in den vergangenen Wochen eine große Kunst gewesen. „IT-technisch sind wir schon lange gut aufgestellt und die notwendige Software für Homeschooling hat es bei uns bereits vor der Pandemie gegeben. Trotz Präsenzunterricht wurden den Schülern alle Unterrichtsmaterialen in den vergangenen Wochen auch online zur Verfügung gestellt“, verdeutlicht der Schulleiter. Eine Vorsichtsmaßnahme, die sich bereits bewährt, zumal seit vergangenem Montag wieder alle Schüler ab der neuten Schulstufe ins Homeschooling geschickt werden mussten. 
Bislang habe er noch keine Zeit gehabt, um sein früheres Dasein als Vollzeitlehrer zu vermissen. „Ich gehe jetzt mit anderen Augen in die Schule, da ich nun vermehrt als Kontrollorgan agieren muss. Zudem ist der PC mein bester Freund geworden“, berichtet Hörmann schmunzelnd und er ergänzt: „Den Posten des Direktors während der Corona-Pandemie zu übernehmen ist vermutlich die härteste Bewährungsprobe, weshalb einige Kollegen bereits vermuten, dass mich nach dieser Erfahrung nichts mehr aus der Bahn werfen könne und mir der Rest wie ein Spaziergang erscheinen wird.“
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