Antikes Drama mit modernem Twist
Die Theatergruppe Oberhofen schuf mit göttlichem Einfluss eine ganz neue „Penelope“
„Penelope“ wartet schon ziemlich lange. Der Ihrige trödelt. Zwanzig Jahre sind für die junge Königin von Ithaka doch etwas übertrieben, zumal die Libido ja auch irgendwohin will. Die allerwahrste Wahrheit über Odysseus und sein Weib – die Theatergruppe Oberhofen nimmt sich des homerischen Epos an und schreibt die Geschichte, zum Ärger des Dichters, der auch selbst auf der Bühne erscheint, kurzfristig um. Bei der Premiere des Stückes am Sonntagabend im Reasnhof lieferten die Schauspieler, die oft in mehrere Rollen schlüpften, ihrem Publikum eine griechische Satire mit allem Drum und Dran.
16. Juni 2026
Penelope ist schlichtweg gelangweilt – die Freier werden immer lästiger, wollen gefüttert und bespaßt werden, und ihr Göttergatte lässt auf sich warten. Aber ein Held muss Held sein, muss die Welt retten. Irgendwo an anderen Küsten. Ein Freier gewinnt dann aber doch ihr Herz und kurz schwebt die Königin auf Wolke Sieben, doch dann kehrt der Held zurück.
ZWISCHEN DRAMA UND SATIRE. „Pass auf, Schreiberling! Du schreibst mir jetzt einen richtigen Knaller mit Blut etcetera …“, fordert Klytämnestra, die schon ihren eigenen Mann Agamemnon auf dem Gewissen hat, von Homer, als die Handlung gerade etwas an Fahrt verliert. Denn zuerst taucht Penelopes gehörnter Gatte gemütlich in der Badewanne ab. Auf der Bühne entwickelten sich ganz eigene Dynamiken zwischen Penelope, Odysseus, Pisander und den übrigen Freiern, den Dienerinnen und dem Schicksal. „Weiß das Schicksal dann noch, was man will? Und wer ist dieses verflixte Schicksal überhaupt? Die Götter? Am Ende noch sogar wir selbst?“, fragt die Produktion unter der Regie von Luka Oberhammer. Das Bühnenbild von Johannes Schlack und die Kostüme von Brunhilde Schatz und Alexandra Kranebitter-Poyer entführten die Premierengäste in die griechische Antike, von Ithaka bis in den Olymp. Dazwischen wurde getanzt und gesungen. Hits wie „Griechischer Wein“ oder „Mr. Boombastic“, zu dem der Weltenbummler seinen zweifelnden Untertanen seinen Astralkörper präsentiert, lockerten die Stimmung auf. Die erstaunlichste Wandlung machte aber Penelope durch, die sich trotz versuchter Einflussnahme von allen Seiten den Vorhersagen widersetzt.
ZWISCHEN DRAMA UND SATIRE. „Pass auf, Schreiberling! Du schreibst mir jetzt einen richtigen Knaller mit Blut etcetera …“, fordert Klytämnestra, die schon ihren eigenen Mann Agamemnon auf dem Gewissen hat, von Homer, als die Handlung gerade etwas an Fahrt verliert. Denn zuerst taucht Penelopes gehörnter Gatte gemütlich in der Badewanne ab. Auf der Bühne entwickelten sich ganz eigene Dynamiken zwischen Penelope, Odysseus, Pisander und den übrigen Freiern, den Dienerinnen und dem Schicksal. „Weiß das Schicksal dann noch, was man will? Und wer ist dieses verflixte Schicksal überhaupt? Die Götter? Am Ende noch sogar wir selbst?“, fragt die Produktion unter der Regie von Luka Oberhammer. Das Bühnenbild von Johannes Schlack und die Kostüme von Brunhilde Schatz und Alexandra Kranebitter-Poyer entführten die Premierengäste in die griechische Antike, von Ithaka bis in den Olymp. Dazwischen wurde getanzt und gesungen. Hits wie „Griechischer Wein“ oder „Mr. Boombastic“, zu dem der Weltenbummler seinen zweifelnden Untertanen seinen Astralkörper präsentiert, lockerten die Stimmung auf. Die erstaunlichste Wandlung machte aber Penelope durch, die sich trotz versuchter Einflussnahme von allen Seiten den Vorhersagen widersetzt.
Christina Hötzel








