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Armin Stafflers neues Album „aber auch“

Musik als Geschenk – ganz ohne Streaming-Dienste und ohne Preisschild

Zehn Jahre nach „und oder“ versammelt der Ranggener Liedermacher namhafte Tiroler Musiker, die seine Songs neu interpretieren – ganz ohne Eine CD mit überraschenden Interpretationen, aber auch mit einer Weltpremiere, aber auch mit einem letzten Lied der Band Tumulti.

25. August 2026
Armin Stafflers neues Album „aber auch“<br />
Singt Armin Staffler zusammen mit Robert Ranzi, hört man feines, authentisches Liedermacher-Handwerk (v. r.). Foto: Staffler

Mehr als 300 Lieder hat Armin Staffler in den vergangenen drei Jahrzehnten zu Papier gebracht. Dabei sieht sich der hauptberufliche Theaterpädagoge und Regisseur aus Ranggen selbst gar nicht primär als Musiker, sondern vielmehr als passionierter Liederschreiber. Seine Stücke versteht er als persönliche Zeitfenster. Sie nachträglich umzuschreiben oder dem Zeitgeist anzupassen, kommt für ihn deshalb nicht infrage. Statt die vielen alten Werke jedoch ungenutzt in der Schublade verstauben zu lassen, wählt er einen inspirierenden und eigenständigen Weg: Er lässt seine Texte von befreundeten Kunstschaffenden vertonen und ganz neu interpretieren. Zehn Jahre nach seinem vielbeachteten Projekt „und oder“ zu seinem 40. Geburtstag folgt nun das facettenreiche Nachfolgealbum „aber auch“.

Tiroler Musikszene. Was haben Frajo Köhle (RatzFatz, Die Köhler), DJ Chris Martinek (u. a. Mitgründer des Nordkette Wetterleuchten Festivals), Uschi und Walter Hölbling (Findling), Robert Ranzi, Tschulie Haider und die Tracker gemeinsam? Sie alle prägen seit vielen Jahren auf unterschiedlichste Weise die vielfältige Musikszene in Tirol. Und sie alle sind nun auf Armin Stafflers neuer CD mit eigenen Beiträgen vertreten. Der Anstoß zu dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit kam direkt vom Urheber selbst. Er klopfte persönlich bei den Musikerinnen, Musikern und Bands an, die sich anschließend Melodie und Text auf ganz individuelle Weise zu eigen machten. So entstand eine faszinierende Mischung aus Stilen und Klängen, die sonst wohl kaum auf einem einzigen Tonträger zusammenkommen würden – und für so manchen unvergesslichen Gänsehautmoment sorgt.

Eigene Note.  Die Bandbreite der musikalischen Stile auf dem Album ist beeindruckend groß. Singt Staffler zusammen mit Robert Ranzi, hört man feines, authentisches Liedermacher-Handwerk. Die beiden verbindet eine besondere, langjährige Geschichte: Sie haben gemeinsam die Schulbank gedrückt und sind seit vielen Jahren eng befreundet. Ranzi, der sich das Gitarre spielen einst als Autodidakt komplett selbst beigebracht hat, vertont schon seit Jahren die vielschichtigen Lieder von Staffler und bringt die Gedanken des Liederschreibers verlässlich zum Klingen. Auch die übrigen Gastmusiker verleihen den Stücken ihre ganz eigene Note: Uschi und Walter Hölbling liefern mit „A jeder Ton a Funkn Hoffnung“ eine feinfühlige Dialektballade. Chris Martinek steuert bei „Nur für den Fall“ moderne Elektropop-Elemente bei. Die Innsbrucker Rocker von Tracker spielen mit „Schaukelstuhl“ rauen Noise-Art-Schweine-Rock mit psychedelischer Note – und singen dafür überraschenderweise erstmals auf Deutsch. „Dieser Track hat mich ganz besonders umgehauen“, schwärmt Armin Staffler.

Letzte gemeinsame Aufnahme. Zu den emotionalen Höhepunkten gehört zudem die letzte gemeinsame Aufnahme der Gruppe Tumulti („Gegenteil“) in ihrem unverwechselbaren Osttiroler Mundart-Rock mit Reggae-Einschlag – die perfekte und zugleich wehmütige Gelegenheit, Tumulti ein allerletztes Mal auf einem Tonträger zu hören. Tschulie Haider und Frajo Köhle widmen sich mit viel Gefühl den bedeutsamen Taufliedern, die Staffler einst für seine Töchter verfasste – für Armin ein ganz besonders berührender Augenblick auf diesem Album. Ergänzt wird die abwechslungsreiche Sammlung durch echte Raritäten aus Stafflers umfangreichem Archiv. Dazu zählt unter anderem der „Pro Test Song“, der einst auf dem Radiosender FM4 zu hören war, sowie ein Werk in jugendlichem Englisch aus den Anfangstagen der aufgelösten Band Adrenalin.

Kein Streaming-Dienst. Einen völlig eigenen Kurs wählt Staffler auch beim Vertrieb des Tonträgers. Die CD erscheint bewusst nicht auf kommerziellen Netzportalen wie Spotify oder Apple Music. Seine Musik kostet kein Geld, sie will schlicht gehört und erlebt werden. Wer dennoch etwas für das Werk bezahlen möchte, wird gebeten, den gewählten Betrag an soziale Organisationen zu spenden. Staffler beschreibt seine Philosophie so: „Ich möchte meine Lieder teilen und den Menschen damit eine Freude machen. Ich möchte die Musik nicht kommerzialisieren. Die Musiker haben mir ein wunderbares Geschenk gemacht, indem sie meine Lieder vertont haben, und genau so möchte ich dieses Geschenk nun an die Hörerinnen und Hörer weitergeben.“

Musik als Dialog. Musik ist für ihn schließlich immer ein Dialog – ein Dialog zwischen den ausführenden Musikern, ein Dialog mit dem Publikum und nicht zuletzt ein Austausch zwischen den Zeilen. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass viele Begriffe aus der Musik, wie Harmonie, Schwingung, Resonanz und Zusammenklang, auch prägende Begriffe sind, mit denen man zwischenmenschliche Beziehungen beschreibt. Und dafür sollte man einfach nicht bezahlen müssen. Für den in Ranggen lebenden Liedermacher eröffnet das gesamte Projekt seinen Texten und Titeln völlig neue Pfade. Er genießt es sichtlich, mitzuerleben, welche überraschenden Blickwinkel und Emotionen andere Menschen in seinen Zeilen entdecken. Wer heute noch einen CD-Player besitzt, gehaltvolle deutschsprachige Texte schätzt und ein echtes, liebevoll gestaltetes Sammlerstück im Regal stehen haben möchte, liegt mit „aber auch“ genau richtig. Hörbeispiele gibt es auf www.staffler.at/liedermacher

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