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Sprühende Romeo und Julia-Aufführung

Mädel und Bursch verlieben sich, Familien hassen sich, viel Drama, beide sterben – Welttheater am Plateau

„Im Rahmen unseres Mottos ‚Kulturorte – geben wir jungen Künstlern eine Bühne‘ freuen wir uns auf das Stück ‚Romeo und Julia‘, die schönste Liebesgeschichte der Welt in der Bearbeitung von Tirols bekanntestem Dramatiker Felix Mitterer“, so fasste es Maria Thurnwalder für die Kulturorte Mieming, Wildermieming und Obsteig zusammen. Felix Mitterer nahm sich des Romeo und Julia-Stoffes an und goss ihn im Gemeindesaal Mieming in eine „Tirol-Fassung“.
11. November 2025 | von Peter Bundschuh
Sprühende Romeo und Julia-Aufführung<br />
Romeo (Laurin Gabriel) und Julia (Annika Gruber), das wohl berühmteste Liebespaar der Welt, auf der „Kulturorte Bühne“ Mieming. Foto: Bundschuh

Immerhin, es handelt sich dabei um die wohl auch nach Jahrhunderten ergreifendste Liebesgeschichte europäischen Kulturgutes aus der Feder von Großmeister William Shakespeare, heikel also, weil: Repariere nie etwas, das nicht kaputt ist. In diesem Fall hat der Eingriff in das Werk aber nicht geschadet. Was herauskam, ist eine für ein junges Ensemble geeignete „knackige“ Kurzfassung, ohne der Geschichte ihre Dramatik zu nehmen. Auch zielt die Shakespeare-Interpretation von Mitterer und Sylvia Rotter auf ein jugendliches Publikum ab. Die Fünf-Akte-Struktur bricht auf, die Handlung konzentriert sich auf die Kernkonflikte, und es gelingt durchaus, das komplexe Stück „alltagstauglich“ zu präsentieren. Taschentücher dürfen (und sollen) auch in Mitterers Bearbeitung hervorgekramt werden, Tränen erlaubt.

WARUM ROMEO & JULIA? Aus dem RUNDSCHAU-Premieregespräch mit Regisseur Hannes Pendl (zusammengefasst): „Die bekannteste Liebesgeschichte der Welt führt uns vor Augen, wozu engstirniges, feindsinniges und aggressives Verhalten führen kann und wie unnötig es ist. In der Liebe ist es wie in der Welt. Die noch nie in Tirol gespielte Fassung des größten Dichtersohns des Landes, Felix Mitterer, hat geradezu danach geschrien, uraufgeführt zu werden. Dass in unserer Fassung Romeo und Widersacher Tybalt von ein und derselben Person – Laurin Gabriel – gespielt werden, ist die Pointe in dieser zutiefst aufwühlenden und tragischen Liebesgeschichte.“ Julia wurde von Annika Gruber verkörpert, Brigitte Mayr-Brecher brillierte gesanglich mit Schubert-Liedern als Lady Capulet. Leon Unterwurzacher als Benvolio, Clara Zorzi in der Rolle der Marcutia/Dienerin Petra. Graf Paris wurde von Raphael Anderwald gespielt, am Klavier Theano Dimitri. Und nicht zuletzt die Schülerinnen und Schüler der Schauspielklasse in ihrer Gesamtheit, denen in insgesamt zwei Vorstellungen von etwa 500 Zusehern heftig applaudiert wurde.

VORHANG AUF FÜR DAS LIEBESPAAR DER JAHRHUNDERTE. Der Romeo und zugleich Tybalt der Landesmusikschule Telfs hat die Premiere mit einem, wenige Minuten ehe der Vorhang aufging, erlittenen doppelten Bänderriss sowie einer Knochenquetschung mit innerer Blutung gespielt. „Humpelnd, aber noch intensiver als in den Proben“, erklärt Regisseur Pendl, der dem jungen Schauspieler eine große Zukunft voraussagt. Laurin Gabriel möchte das Schauspielstudium am renommierten Max-Reinhardt-Seminar absolvieren. Erste Engagements hat er während seiner Ausbildungszeit an der LMS Telfs bereits erhalten. Seine Kollegin Annika Gruber in der berührend authentisch interpretierten Rolle der Julia stand vor Kurzem auf der Bühne des Tiroler Landestheaters.
Junger Spielleiter mit „Vergangenheit“. Regisseur und Schauspieler Hannes Pendl spielte nach seinem Studium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien auf verschiedenen österreichischen Theaterbühnen, so auch am Tiroler Landestheater. Ebenso stand er für verschiedene Film- und Fernsehrollen wie Soko Donau und in Filmen von Ulrich Seidl, Wolfgang Murnberger und Laura Pleifer vor der Kamera. Auch bei der Mieminger Aufführung zeichnete der Regisseur, wie bei allen seinen Inszenierungen, auch für Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich. Hannes Pendl leitet seit dem Jahr 2023 die Schauspielklasse der Landesmusikschule Telfs.

BLICK IN DIE ZUKUNFT. Die Schauspielklasse der Landesmusikschule Telfs hat auch künftig viel vor. So plant dieses junge Telfer Schauspielensemble im kommenden Jahr die österreichische Erstaufführung von „Harry Potter“. Und nur Mut, alle, die mitspielen möchten, sind eingeladen, sich im Sekretariat der Musikschule zu melden.
Sprühende Romeo und Julia-Aufführung<br />
Leitern bestimmen das Bühnenbild und erinnern an Shakespeares „Balkonszene“. Foto: Bundcshuh

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