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Weihnachten – Bah, Humbug!

Geistreiche Läuterung des grantigen Ebenezer Scrooge im Telfer Weihnachtsmusical

Ebenezer Scrooge ist ein reicher, verbitterter, alter Mann. Das Weihnachtsfest ist für ihn kompletter Humbug. Er möchte weder mit seinem Neffen Fred feiern, noch gönnt er seinem Angestellten Cratchit ein besinnliches Familienfest. Die Geschichte um den betagten Grantler und die Geister, die er rief, zeigt die Marc-Hess-Produktion als Musical „Scrooge“ bereits in der zweiten Vorweihnachts-Spielsaison im Telfer Rathaussaal. Gemeinsam mit dem viktorianischen Weihnachtsmarkt lässt sie die Besucher in die Atmosphäre und Zeit von Charles Dickens’ „A Christmas Carol“ eintauchen.
9. Dezember 2025 | von Christina Hötzel
Weihnachten – Bah, Humbug!
Der grantige, geizige Ebenezer Scrooge (Bernhard J. Lang) gönnt weder seinem Angestellten Cratchit (Dieter Seelos) noch seinem Neffen Fred (Benedikt Grawe) ein schönes Fest. RS-Foto: Hötzel
„Weihnachten ist ein Tag wie jeder andere“, davon ist Scrooge fest überzeugt. Nachdem er erfolgreich alle Speichellecker und Spendensammler abgewehrt hat, gibt er sich der Freude hin, sein Geld zu zählen. Es schlägt zwölf. Neben dem Geklimper der Münzen vernimmt der Zuschauer im Rücken plötzlich das Klirren von schweren Ketten. Gepeinigt zieht Scrooges ehemaliger Geschäftspartner Marley die schweren Anhängsel hinter sich her. „Na, wie viel Geld haben wir heute den Kunden aus der Tasche gezogen?“ Er warnt Ebenezer, dass ihm das gleiche Schicksal wie ihm drohe. Mit jedem schlechten Wort würde die Kette nach seinem Tod länger. Er könne sich auf drei Geister einstellen, die ihm noch in derselben Nacht erscheinen. „Ohne ihren Besuch gibt es keine Hoffnung für dich.“ Erst denkt Scrooge noch, alles sei ein Albtraum, doch dann erscheint der erste Geist im langen weißen Umhang, der ihn in vergangene Weihnachten entführt. Einsam hockt der junge Scrooge als Schuljunge auf der drehbaren Bühne. Ganz allein ist er an Weihnachten im Schulheim, seine einzigen Freunde sind Ali Baba oder Robinson Crusoe in seinen Büchern. Langsam wird klar, woher die Abneigung gegen das Fest kommt.

DIE FREUDEN DES FESTES. Während der erste Geist eher ätherisch daherkommt, wirkt der nächste wie eine Kreuzung aus Santa Claus und Bacchus an einer festlich gedeckten Tafel. Er geleitet Ebenezer durch die Straßen Londons und zeigt ihm die Freuden des Festes. Scrooge erfährt aber auch von der Krankheit von Cratchits Sohn Tim, der ohne eine Operation schlechte Chancen hat. Die Wohnung der Familie wirkt ärmlich, trotzdem wirken sie fröhlich und hoffnungsvoll. Mit dem dritten schattenhaft-schwarzen Geist landet er in der Zukunft an einem geheimnisvollen Grab. Aufmerksame Zuschauer konnten als die zwei Totengräber sofort Bürgermeister Christian Härting und Christian Santer ausmachen. Mit der Grabszene kam der Wendepunkt im Musical.

BOTSCHAFT NÄCHSTENLIEBE UND MITGEFÜHL. Letztendlich merkt auch Scrooge, dass menschliche Beziehungen wichtiger sind als Reichtum. Die Botschaft von Charles Dickens’ Geschichte vermittelt das Musical geistreich. Das liebevoll gestaltete Bühnenbild mit drehbarer Bühne entführte gekonnt in die Zeit. Tanz- und Musikeinlagen waren perfekt choreografiert und die vierköpfige Band und die Carol Singers vollendeten das stimmige Gesamtbild. Am Ende gab es Standing Ovations. Unter den zahlreichen Ehrengästen waren auch Landeshauptmann Anton Mattle mit Frau und Enkelinnen, Landesrätin Cornelia Hagele und, da der eigene Bürgermeister auf der Bühne stand, übernahmen zahlreiche Bürgermeister der umliegenden Gemeinden seinen Platz.
Weihnachten – Bah, Humbug!
Der Geist von Marley (Thomas Lackner), Scrooge’s ehemaligem Geschäftspartner, warnt vor dem drohenden Schicksal. RS-Fotos: Hötzel
Weihnachten – Bah, Humbug!
Der Geist der gegenwärtigen Weihnacht vor dem reich gedeckten Tisch, vermittelt dem Weihnachtshasser die Freuden des Festes. RS-Fotos: Hötzel
Weihnachten – Bah, Humbug!
Geläutert durch die drei Geister kniet Scrooge vor Tiny Tim und bietet seinem Angestellten Bob Cratchit an, die Operationskosten für seinen Sohn zu tragen. RS-Fotos: Hötzel

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