„W:ORTE“-Lyrikfestival-Finale
Vier markante Stimmen der Gegenwartsliteratur nach dem Motto „Lyrik kann Klang“ in der Villa Schindler
Unter dem Motto „Lyrik kann Klang“ stand das diesjährige Lyrikfestival „W:ORTE“, das sich dem poetischen Austausch über Sprach- und Landesgrenzen hinweg widmet. Poesie sollte nicht nur zu lesen, sondern zu hören, zu spüren und gemeinsam zu erleben sein. Genau das stand auf Einladung der Bücherei & Spielothek Telfs im Fokus des Abends, der mit Beiträgen von Jurczok 1001, Peter Clar, Arne Rautenberg und Selma Asotić mit ihrer Übersetzerin Rebecca Zeinzinger gestaltet wurde.
23. Juni 2026
Arne Rautenberg liebt kurze und ultrakurze Gedichte und begeistert mit einer Poesie, in deren Kürze die Würze steckt. Foto: Friederike Bundschuh
„Ich darf Euch heute hier in der Villa Schindler willkommen heißen, diesem besonderen Ort, zum großen Finale des Literaturfestivals“, eröffnet Nadja Fenneberg den Abend und zieht anlassbezogen Vergleiche zwischen Fußball und Poesie. „Beim Fußball gehört das Runde in das Eckige. Bei der Poesie geht das runde, das eckige, das sanfte, das laute, das leise, das wilde Wort mitten ins Herz – also ganz ähnlich. Und während beim Fußball noch um den Sieg gekämpft wird, haben wir bereits gewonnen. Denn wir haben in den letzten Tagen wunderbare Wortgeschenke bekommen“, bevor Nadja einen Bogen um die Veranstaltungen des diesjährigen Festivals spannt und Jurczok 1001 musikalisch das Lyrik-Feuerwerk entzündet.
Peter Clar und Arne Rautenberg. Die Poesie von Peter Clar Poesie entfaltet sich in Länge und Quere, auch im geografischen Sinn. Das Äußere verschmilzt mit dem Inneren zu intimen Sprachbildern, wenn er aus seinem aktuellen Band „Und lassen stehen das Meer“ zitiert. Er nimmt das Publikum mit in den Süden Englands und lässt Gedichte die historischen Vergangenheiten der Orte und Landschaften durchreisen oder den Dichtern William Wordsworth und Lady Jane Grey, die für neun Tage Königin sein durfte, begegnen. Seine Gedichte erschreiben sich Erinnerung und finden Leben wieder. Arne Rautenberg begeistert mit seiner Poesie, in deren Kürze die Würze steckt. Seine Texte verbinden Sprachspiel, Klang, Humor und poetische Präzision. Er präsentiert am Büchertisch sein jüngstes Werk „Achtunddreißig Wachteln kommen zum übernachteln“ und versucht sich in kurzen und ultrakurzen Gedichten: „Sternenstich: winzige Löcher fürs All durchdringende Licht“. „Yin-Yang – Flip-Flop“. „Porzellan: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Nachsicht ist der Vater der Porzellankiste. Umsicht ist die Tochter der Porzellankiste. Absicht ist der Sohn der Porzellankiste.“
Selma Asotić und Jurczok 1001. Selma Asotić hat sich als junge feministische Stimme aus Bosnien einen Namen gemacht. Sie erzählt von Heimat und Fremdsein, Liebe und lesbischem Begehren, Genoziden und Krieg als generationenübergreifender Erfahrung, kongenial übersetzt von Rebekka Zeinzinger. „Dieser Band lässt einen erschüttern und weinen und wieder ans Licht glauben“, leitet Siljarosa Schletterer die Lesung ein, die die Zuhörer fesselt und in ihren Gedanken als Andere zurücklässt. Jurczok 1001 ist Schriftsteller und Sänger. Er gehört zu den Spoken-Word-Pionieren der Schweiz und umrahmte das W:ORTE-Finale mit musikalischen Kreationen seiner Stimmwerkstatt. „Das habe ich nie gesagt, ich habe nie gesagt, dass ich das nicht sagen werde, so habe ich das mit Sicherheit nicht gesagt, ich sage immer sag nur was du auch wirklich sagen kannst, sagen wir einmal ich hätte das tatsächlich gesagt was sie da sagen, ja würde das denn etwas über mich sagen was ich nicht schon längst selbst gesagt habe...ich sage immer was ich sage …“. Gut, dass es dann „diese Journalisten gibt, die schreiben, was er angeblich gesagt haben soll“, denn sonst gäbe es zu viele „fragmentierte Erinnerungen“. Der Spoken-Word-Künstler schließt mit lyrisch gestillter „Ausgewogenhaut“ aus seiner Stimmwerkstatt.
Poesie in einer Ausstellung. Als visuelles Highlight entstand in den Räumen der Villa Schindler ein atmosphärischer Dialog zwischen Wort, Farbe und Licht. Die Werke von Gitti Schneider und Evdokia Gundolf nach dem Motto „Fos – Licht“ verwandelten die Veranstaltung in einen Ort sinnlicher Wahrnehmung und inspirierender künstlerischer Begegnung. Fazit: ein Finale des Lyrikfestivals „W:ORTE“, das in seiner Vielschichtigkeit zwischen Klang und Stille, Körper und Sprache die Besucher die ausgestellten Werke intensiv erleben ließ.
Peter Clar und Arne Rautenberg. Die Poesie von Peter Clar Poesie entfaltet sich in Länge und Quere, auch im geografischen Sinn. Das Äußere verschmilzt mit dem Inneren zu intimen Sprachbildern, wenn er aus seinem aktuellen Band „Und lassen stehen das Meer“ zitiert. Er nimmt das Publikum mit in den Süden Englands und lässt Gedichte die historischen Vergangenheiten der Orte und Landschaften durchreisen oder den Dichtern William Wordsworth und Lady Jane Grey, die für neun Tage Königin sein durfte, begegnen. Seine Gedichte erschreiben sich Erinnerung und finden Leben wieder. Arne Rautenberg begeistert mit seiner Poesie, in deren Kürze die Würze steckt. Seine Texte verbinden Sprachspiel, Klang, Humor und poetische Präzision. Er präsentiert am Büchertisch sein jüngstes Werk „Achtunddreißig Wachteln kommen zum übernachteln“ und versucht sich in kurzen und ultrakurzen Gedichten: „Sternenstich: winzige Löcher fürs All durchdringende Licht“. „Yin-Yang – Flip-Flop“. „Porzellan: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Nachsicht ist der Vater der Porzellankiste. Umsicht ist die Tochter der Porzellankiste. Absicht ist der Sohn der Porzellankiste.“
Selma Asotić und Jurczok 1001. Selma Asotić hat sich als junge feministische Stimme aus Bosnien einen Namen gemacht. Sie erzählt von Heimat und Fremdsein, Liebe und lesbischem Begehren, Genoziden und Krieg als generationenübergreifender Erfahrung, kongenial übersetzt von Rebekka Zeinzinger. „Dieser Band lässt einen erschüttern und weinen und wieder ans Licht glauben“, leitet Siljarosa Schletterer die Lesung ein, die die Zuhörer fesselt und in ihren Gedanken als Andere zurücklässt. Jurczok 1001 ist Schriftsteller und Sänger. Er gehört zu den Spoken-Word-Pionieren der Schweiz und umrahmte das W:ORTE-Finale mit musikalischen Kreationen seiner Stimmwerkstatt. „Das habe ich nie gesagt, ich habe nie gesagt, dass ich das nicht sagen werde, so habe ich das mit Sicherheit nicht gesagt, ich sage immer sag nur was du auch wirklich sagen kannst, sagen wir einmal ich hätte das tatsächlich gesagt was sie da sagen, ja würde das denn etwas über mich sagen was ich nicht schon längst selbst gesagt habe...ich sage immer was ich sage …“. Gut, dass es dann „diese Journalisten gibt, die schreiben, was er angeblich gesagt haben soll“, denn sonst gäbe es zu viele „fragmentierte Erinnerungen“. Der Spoken-Word-Künstler schließt mit lyrisch gestillter „Ausgewogenhaut“ aus seiner Stimmwerkstatt.
Poesie in einer Ausstellung. Als visuelles Highlight entstand in den Räumen der Villa Schindler ein atmosphärischer Dialog zwischen Wort, Farbe und Licht. Die Werke von Gitti Schneider und Evdokia Gundolf nach dem Motto „Fos – Licht“ verwandelten die Veranstaltung in einen Ort sinnlicher Wahrnehmung und inspirierender künstlerischer Begegnung. Fazit: ein Finale des Lyrikfestivals „W:ORTE“, das in seiner Vielschichtigkeit zwischen Klang und Stille, Körper und Sprache die Besucher die ausgestellten Werke intensiv erleben ließ.
Jurczok 1001 brillierte nicht nur im Heimatdialekt, sondern umrahmte das Lyrikfestival-Finale auch mit Werken aus seiner Stimmwerkstatt. Foto: Friederike Bundschuh







