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Ein Abend gefüllt mit weiblicher Solidarität

16 Tage gegen Gewalt an Frauen: Die Autorin Eva Reisinger las vergangenen Mittwochabend in der Bibliothek in Zirl

16 Tage gegen genderbasierte Gewalt: In der Gemeinde Zirl erinnerten vergangenen Mittwochabend Plakate und rot leuchtende Kerzen an die 27 Frauen, die in diesem Jahr Opfer von Femiziden in Österreich wurden. Für die Aktion kamen die Landesrätin Eva Pawlata und die Autorin Eva Reisinger, die aus ihrem Buch „Männer töten“ las, nach Zirl, um dem Thema die notwendige Aufmerksamkeit zu geben.

3. Dezember 2024
Ein Abend gefüllt mit weiblicher Solidarität
Vor der Bücherei erinnerten Gedenktafeln und Kerzen an die Frauen, die Opfer von Femiziden waren. RS-Foto: Zacke
„Dass die Bilder der derzeitigen Freiluftausstellung ,Warum lachst Du nicht?‘ mit vierzehn Geschichten von häuslicher Gewalt am Ring in Wien schon mehrmals von Unbekannten zerstört wurden, bringt das Thema auf den Punkt“, formulierte es die oberösterreichische Autorin Eva Reisinger vergangenen Mittwochabend vor ihrer Lesung im Rahmen von „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ in der Bibliothek in Zirl pointiert und scharf: „Wenn wir es nicht einmal schaffen, eine Ausstellung vor Gewalt zu schützen, wie sollen wir dann Frauen davor beschützen?“ Und das Beschriebene war in der gut besuchten Bibliothek mit Gänsehaut und Betroffenheit deutlich zu spüren.
27 Femizide in diesem Jahr sind 27 zu viel. Für die österreichweite Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ setzte sich die Gemeinde Zirl mit mehreren Beiträgen ein. So leuchtete etwa das Gemeindegebäude zum zweiten Mal in Orange und an jedes Opfer der 27 Femizide wurde mit einem Aufsteller und einer Kerze gedacht. Für den Mittwochabend wanderten die Plakate schließlich vor die Zirler Bibliothek, wo sowohl die Landesrätin Eva Pawlata als auch der Zirler Bürgermeister Thomas Öfner einige Worte sprachen, bevor die Autorin Eva Reisinger ab 19 Uhr aus ihrem Buch „Männer töten“ las und mit berührendem Gitarrenspiel und Gesang musikalisch begleitet wurde.

MÄNNER TÖTEN. Der Roman „Männer töten“ demonstriert ein sprachlich überzeugendes und aktuelles Gedankenexperiment über Macht und weibliche Solidarität – ein Gedankenspiel eines österreichischen Matriarchats. In einem fiktiven oberösterreichischen Ort, der den Namen Engelhartskirchen trägt, schließen sich Frauen zusammen, um sich gegen die Gewalt zu wehren, die sie von Männern erfahren – und um Rache zu nehmen. Die Dorfbewohnerinnen erschießen gewalttätige Ex-Männer mit einem Jagdgewehr oder erstechen Vergewaltiger mit einem Küchenmesser. Angeführt und unterstützt, sowohl psychisch als auch physisch, werden die Frauen von einer Pfarrerin, die zugleich auch als Dorfchefin agiert – denn der Pfarrer ist nicht mehr auffindbar, und der Bürgermeister konzentriert sich lieber auf seine Karriere als Dorf-DJ. Ein moderner und gesellschaftskritischer Plot, der unter jedem Weihnachtsbaum liegen sollte. Das Besondere an diesem Abend, wenn man in die anderen Gesichter des Publikums blickte und verweilte, konnte man sie ganz deutlich spüren, die weibliche Solidarität!
Ein Abend gefüllt mit weiblicher Solidarität
Bürgermeister Thomas Öfner, Landesrätin Eva Pawlata, Autorin Eva Reisinger und zwei Mitarbeiterinnen der Bibliothek Zirl (v.l.). RS-Foto: Zacke
Ein Abend gefüllt mit weiblicher Solidarität
Die oberösterreichische Autorin Eva Reisinger las vergangenen Mittwoch-abend aus ihrem Buch „Männer töten“

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