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Mittelalter und Wirtshaus in Inzing

Themenabend beleuchtete die Tiroler Wirtshauskultur im Mittelalter

Der Kulturverein Inzing veranstaltete mit Carmen Mair einen Themenabend rund ums Mittelalter. Die Inzinger Historikerin berichtet dabei in gemütlicher Atmosphäre von ihren Forschungsergebnissen rund um die Tiroler Wirtshauskultur des Mittelalters. Nicht nur für zeitgenössischen Speis und Trank war gesorgt, sondern auch für ein musikalisch authentisches Rahmenprogramm der Band Aura Antiqua. Der waschechte Gaukler „Zirius the BarD“ sorgte für Spaß und Unterhaltung.

26. August 2026
Mittelalter und Wirtshaus in Inzing<br />
Die Inzinger Historikerin Carmen Mair berichtete in Inzing von ihren Forschungsergebnissen rund um die Tiroler Wirtshauskultur des Mittelalters. Foto: Hirsch

Im Rahmen des Dissertationsprojektes an der Universität Innsbruck erforscht die Inzingerin Carmen Mair erstmals systematisch das mittelalterliche Gastgewerbe in Nord-, Süd- und Osttirol. In Inzing präsentierte die Historikerin ausgewählte, bislang unveröffentlichte Forschungsergebnisse anhand einer Ausstellung im Widum. In ihrem begleitenden Vortrag beleuchtete Carmen Mair die Entwicklung des Gastgewerbes im Laufe der Zeit. Für ihre Ausstellung und den Vortrag hat sich die Historikerin besonders auf die Region rund um Inzing konzentriert und dabei mit dem vorherrschenden Bild einer düsteren Epoche gebrochen. Die Gaststätten im mittelalterlichen Tirol waren Orte von Alltag, Austausch und Herrschaft.

Mehr als Ein Saufgelage. Denkt man an das Mittelalter, so denkt man zumeist an eine Epoche voller Armut, Gewalt und Unwissenheit. Auch die Wirtshäuser und ihre Betreiber erscheinen in diesem Licht als schmutzig, roh und ungehobelt. Man denkt an Saufgelage, Schlägereien und Zechprellereien. Carmen Mair zeichnete ein anderes Bild. Sie beschreibt das Gasthaus als zentralen Ort des sozialen Miteinanders, des Wirtschaftens, des kulturellen Austauschs sowie der politischen und rechtlichen Ordnung. „Mein Interesse galt dem Alltag der Bevölkerung im Mittelalter in Tirol. Das Wirtshaus spielt dabei eine zentrale Rolle. Es ist der Knotenpunkt, von dem aus man die Alltagsgeschichte, die Versorgung und auch die Rolle der Frauen beleuchten kann“, so die Historikerin. Obwohl Wirtshäuser in der Forschung zur vormodernen Gesellschaft vielfach als Orte des Austauschs, der Versorgung und der Herrschaftsausübung untersucht wurden, fehlt bislang eine systematische, quellenbasierte Untersuchung für den Raum Tirol. Carmen Mair schließt diese Lücke und erweitert den Forschungsgegenstand um eine regionale Perspektive.

Ausstellung gibt Einblick in die Wirtshauskultur. Mit dem Fokus auf Inzing und Umgebung gibt die Ausstellung anhand von Bildern und Fotos einen Einblick in die Wirtshauskultur des Mittelalters in der Region. Die Versorgung der Reisenden und auch der Tiere war ein wichtiger Bestandteil der Gasthäuser. Heu, Futter, Wein und Brot mussten jederzeit zur Verfügung stehen. Je nach Kaufkraft wurde den Reisenden weit mehr geboten. So standen auf dem Speiseplan verschiedene Fleisch-sorten, frische Fische, Krebse und sogar Austern. An der wichtigen Salzstraße waren in Inzing zwei bis drei Gasthäuser im 15. Jahrhundert geöffnet. Eines davon gehörte der Familie Neuner. Hans Neuner war Gastwirt, königlicher Sekretär und Burgpfleger von Fragenstein in Zirl. Dieses Beispiel zeigt den hohen Status und die Bedeutung des Gastgewerbes im Mittelalter. Carmen Mair räumt zudem mit dem zeitgenössischen, oft sexualisierten Bild der Frauen im Wirtshaus auf. Als Wirtinnen, Mädge oder Gäste prägten sie den Gasthausalltag entscheidend. Die Ausstellung kann noch einen Monat im Rahmen des Projektes „Fensterkunst“ beim Gemeindehaus Inzing besucht werden.
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Zlatan Pleho (The Bard) sorgte als musikalischer Gaukler für Unterhaltung in der Menge. Foto: Hirsch
Mittelalter und Wirtshaus in Inzing<br />
Mit dem Fokus auf Inzing und Umgebung gibt die Ausstellung Einblicke in die Wirtshauskultur des Mittelalters. Foto: Hirsch

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