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Offene Türen für offene Jugendarbeit

Fabian Rinderer leitet das Völser Jugendzentrum „Blaike“ seit 2017

Aus der Sicht der Bevölkerungswissenschaft ist die Marktgemeinde Völs ein durchaus interessantes Pflaster. Der Ort mit seinen knapp 7.500 Einwohnern weist einerseits dörfliche Charakterzüge auf, liegt aber nahe der Landeshauptstadt und ist an diese verkehrstechnisch gut angebunden. In den 1970er-Jahren erlebte die Gemeinde ihren ersten Bauboom und die sich daraus ergebenden demografischen Veränderungen. Die Bevölkerung ist stark durchmischt und weist ein breites Spektrum auf, das sich auch in der Jugendarbeit widerspiegelt.
25. November 2025 | von Peter Bundschuh
Offene Türen für offene Jugendarbeit <br />
Fabian Rinderer studierte Erziehungswissenschaft und leitet das Jugendzentrum „Blaike“ in Völs seit 2017. Foto: Bundschuh
Für das „Netzwerk Offene Jugendarbeit“ bedeutet Offene Jugendarbeit, jungen Menschen zur Seite zu stehen, ihnen Räume zu öffnen, Zugangsmöglichkeiten zu schaffen, Sprachrohr zu sein, Beratung zu bieten und immer wieder die Vielfalt einzuladen. Also heißt Offene Jugendarbeit einfach auch unkomplizierter Zugang für alle Kinder und Jugendlichen zu einer Fülle von Angeboten, angefangen von Spielen wie dem Klassiker Tischfußball über gemeinsames Kochen bis hin zu Beratungsgesprächen. Außerdem kann, wer seine Ruhe haben will, auch einfach chillen. Eine kleine Werkstatt für den kreativen Schub gibt es in der „Blaike“ auch noch, und wenn der Frust in einem hochkommt, was ja auch vorkommen kann, verprügelt man den boxtechnisch perfekten Sandsack. Dabei geht es im Jugendzentrum darum, die persönliche Entwicklung hin zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung individuell angepasst zu fördern. Jugendtreffs und Jugendzentren wie beispielsweise die „Blaike“ in Völs oder auch mobile Angebote haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Alltags- und Sozialkompetenzen junger Menschen zu fördern. Fabian Rinderer und die drei Mitarbeiterinnen der „Blaike“ stellen sich täglich dieser vielfältigen, persönlich bereichernden, aber auch recht kniffeligen Herausforderung.

FABIAN UND DER JUGENDZENTRUMSOUND. Fabian Rinderer stammt aus Vorarlberg und maturierte an der HTL. Demnach also ein klassischer Techniker? Fabian korrigiert: „Nein, zu Maturazeiten war mir bereits klar, dass ich in der Jugendarbeit tätig sein möchte, und zwar ganz einfach aus persönlicher Erfahrung. Ich habe mich im Jugendzentrum meiner Heimatgemeinde zusammen mit meinen Freunden ausgesprochen wohlgefühlt, diese Umgebung war für mich sehr wichtig. Es ging dabei auch um die dortigen Möglichkeiten, unseren Sound zu produzieren.“ Noch vor der Beendigung des Studiums der Erziehungswissenschaft bewarb sich der begeisterungsfähige Jugendarbeiter, Jahrgang 1990, bei der Gemeinde Völs, erhielt die Stelle und blieb seit 2014 dort „picken“. „Ja, in gewisser Weise könnte man schon sagen, ich bin Jugendzentrum-Urgestein“, schmunzelt er. Es wurde viel erreicht, aber Fabian Rinderer ist stets motiviert auf der Suche nach neuen Ufern. Dabei geht seine Vision in Richtung mobile Jugendarbeit, also darum, die „stationären“ „Blaike“-Erfahrungen hinaus in den öffentlichen sozialen Raum zu tragen. Natürlich sind solche Vorhaben auch mit finanziellem Mehraufwand verbunden. Der Jugendzentrumsleiter meint dazu im Gespräch mit der RUNDSCHAU: „Im offenen Jugendbereich zeichnen sich soziale Gegebenheiten und Veränderungen rasch und deutlich ab, und wir können auf die Bedürfnisse junger Menschen unmittelbar eingehen. Das gilt auch dann, wenn etwas schiefläuft, und genau das hat auch präventive Aspekte.“ Soll heißen, jeder in Jugendarbeit investierte Euro kann dazu beitragen, spätere, wesentlich höhere Kosten erst gar nicht entstehen zu lassen. Und weiter: „Hier im Haus haben wir übers Jahr gerechnet einen täglichen Besuch von 22 Jugendlichen an über 200 Öffnungstagen, zum größten Teil im Alter zwischen zehn und 15 Jahren, dabei sind etwa zwei Drittel Burschen. Einige warten oft schon vor der Tür, bis wir um 16 Uhr aufsperren“. Die Atmosphäre im Völser Jugendzentrum scheint das pädagogische Konzept des „Blaike“-Teams jedenfalls zu bestätigen.

PRINZIPIEN OFFENER JUGENDARBEIT. Das Angebot steht allen jungen Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialer Schicht zur Verfügung. Kostenlose Teilnahme ohne Zugangsvoraussetzungen. Begleitung auf dem Weg zu Selbstständigkeit und zu sozialer Kompetenz zur Vermeidung von Ausgrenzung. Gesprächsangebot der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Sorgen, Fragen und Problemen. Erlernen von Fähigkeiten der Selbstorganisation und zu gemeinschaftsorientierter Mitgestaltung.

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