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ÖGK will Servicestelle in Telfs schließen

Schließungspläne für das Bezirksgericht und das Kunden- center sind für Bürgermeister Härting ein absolutes No-Go

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) plant offenbar Einsparungsmaßnahmen. Österreichweit sollen laut AK Tirol mehr als 60 regionale Servicestellen eingespart werden und nur mehr 77 Standorte im ländlichen Raum in ganz Österreich erhalten bleiben. In Tirol wären die Servicestellen in Telfs, Imst, Zell am Ziller sowie Kufstein betroffen. Für den Telfer Bürgermeister Christian Härting ist das ein weiterer Anschlag auf den Bürgerservice. Wie die RUNDSCHAU bereits ausführlich berichtete, ist nämlich auch das Bezirksgericht von Schließungsplänen betroffen.

14. Juli 2026
ÖGK will Servicestelle in Telfs schließen<br />
Unverständlich: Die ÖGK-Geschäftsstellen in Telfs (Foto), Imst, Zell am Ziller und Kufstein sollen geschlossen werden. Foto: Schnöll
Dass die Gesundheitskasse sparen muss, ist Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl klar: „Durch die Kassenfusion wurden Mehrkosten verursacht. Die missglückte Zentralisierung hat nicht nur die versprochene Patientenmilliarde nie liefern können, sie ist ein finanzielles Desaster, hat die Krisen im Gesundheitssystem verschärft und obendrein haben die Versicherten bereits ihre Landesstellen verloren. Nun noch weitere Einsparungsmaßnahmen zulasten der regionalen Servicestellen zu forcieren, kann nicht die Antwort auf die zahlreichen, tiefgreifenden Probleme der ÖGK und des österreichischen Gesundheitssystems sein!“ Laut den durchgesickerten Einsparungsplänen der ÖGK sollte in einer Sitzung am 14. Juli in Wien beschlossen werden, nur 77 der aktuell 141 regionalen Beratungsstellen österreichweit zu erhalten. In Tirol wären voraussichtlich die Service- und Beratungsstellen in Telfs, Imst, Zell am Ziller und Kufstein betroffen. „Hier zeigt sich einmal mehr die Gefahr der dogmatischen Zentralisierung zulasten der Versicherten. In ländlichen Regionen bedeuten solche Schließungen eine deutliche Verschlechterung der Service- und Beratungsqualität, auf die jedoch viele Versicherte sowie deren Dienstgeber und Vertragspartner angewiesen sind“, so Zangerl. In dieselbe Kerbe schlägt auch der Telfer Bürgermeister Christian Härting: „Zuerst das Bezirksgericht und jetzt auch noch die ÖGK-Servicestelle. Das ist ein weiterer Anschlag auf den Bürgerservice. Wenn die ÖGK-Geschäftsstellen in Telfs und Imst geschlossen werden, müssen von den Kassenklienten Wege nach Landeck oder Innsbruck in Kauf genommen werden. Das ist ein absolutes No-Go!“

RÜCKSCHRITT. Für „Liste Fritz“-Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider sind die geplanten Schließungen von vier ÖGK-Servicestellen in Tirol ein Rückschritt in der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. „Genau vor diesen Folgen haben wir vor der Fusionierung immer gewarnt. Die Zusammenlegung der Krankenkassen wurde als große Jahrhundert-Reform verkauft. Tatsächlich erleben die Menschen jetzt weniger Service, weniger Nähe und weniger Versorgung vor Ort“, sagt Haselwanter-Schneider. Besonders bitter sei, dass wieder einmal der ländliche Raum die Rechnung bezahlen muss. „Wer Servicestellen in Telfs, Imst, Kufstein und Zell am Ziller zusperrt, spart nicht irgendwo im System, sondern direkt bei den Menschen. Für ältere Personen, chronisch Kranke, Familien und all jene, die auf persönliche Beratung und Hilfe angewiesen sind, ist das ein massiver Rückschritt und für die ‚Liste Fritz‘ nicht hinnehmbar“, so Haselwanter-Schneider.
 
ZAHLEN OFFENLEGEN. Massive Kritik kommt auch von den NEOS: „Für die Tiroler NEOS ist klar, dass die ÖGK den Sparstift ansetzen muss, um leistungsfähig zu bleiben. Dafür braucht es aber konkrete Zahlen, um eine ehrliche Diskussion zu führen. Die ÖGK soll transparent offenlegen, wie es um die Auslastung der einzelnen Regionalstellen bestellt ist, um auch einen landesweiten Vergleich zu haben. Dann kann man sich anschauen, ob und wo es Sinn machen würde, Synergien zu schaffen und die Effizienz zu erhöhen. Alles andere schafft nur Verunsicherungen in der Bevölkerung“, fordert NEOS-Klubobfrau Birgit Obermüller. „In Zeiten der Digitalisierung werden langsam aber sicher immer mehr Behördengänge obsolet. Das ist von unserer Seite aus zu begrüßen. Auch die ÖGK wird immer digitaler und so gut wie alles lässt sich mit einem Smartphone von zu Hause aus regeln. Die ÖGK muss aber auch sicherstellen, dass gerade in der Gesundheitsversorgung alle diesen Weg mitgehen und ausreichend serviciert werden können“, hält Obermüller abschließend fest.
ÖGK will Servicestelle in Telfs schließen<br />
Für Bürgermeister Christian Härting ist die Schließung der ÖGK-Geschäftsstelle Telfs ein absolutes No-Go. Foto: MG Telfs

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