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(Rund-)Umwidmung sorgt für Zündstoff

TINETZ braucht in Zirl 500 Quadratmeter Lagerfläche, bereits gefasstes Widmungs-Nein wurde jetzt gekippt

In Zirl wurden kürzlich im Rahmen der Feber-Gemeinderatssitzung richtungsweisende Beschlüsse für die Marktgemeinde gefasst. Die Tagesordnungspunkte galten der Stärkung des Wirtschaftsstandortes, der Absicherung der Energieversorgung sowie Vereinssubventionen. Der Gemeinderat sollte sich auch mit der Errichtung eines Katastrophenschutzlagers (KAT) für die Feuerwehr Zirl in der Tiefgarage des „Szenzi“ befassen, dieser Punkt wurde allerdings vertagt. Eine Umwidmung von einer landwirtschaftlichen Vorsorgefläche auf „Sonderfläche Freiluftlager“ sorgt indes für Diskussionen, die Oppositionsliste „Zukunft Zirl“ von VP-Vizebürgermeisterin LA Iris Zangerl-Walser ist auf SP-Dorfchef Thomas Öfner ziemlich sauer.
25. Feber 2026 | von Gebi G. Schnöll
(Rund-)Umwidmung sorgt für Zündstoff<br />
Vizebürgermeister Lukas Kaufmann, GR Regina Stolze-Witting und Bürgermeister Thomas Öfner vor dem TINETZ-Gebäude. Foto: Gemeinde Zirl
Der Gemeinderat hat in der Feber-Sitzung die Umwidmung einer Fläche von knapp 500 Quadratmetern von landwirtschaftlicher Vorsorgefläche in eine Sonderfläche Freiluftlager TINETZ beschlossen. Das Areal soll künftig der „Tiroler Netze GmbH“ (TINETZ), die bereits seit Jahrzehnten einen wichtigen Stützpunkt an der Kreuzung Bahnhofstraße/Schönauweg betreibt, als Lagerfläche dienen. Der Stützpunkt dient immerhin als zentraler Ausgangspunkt für die Stromversorgung des Bezirks Innsbruck-Land – vom Mittelgebirge West bis Telfs. Nun steht eine Generalsanierung und Erweiterung des Bestandsgebäudes an, mindestens 40 Mitarbeiter sollen einen modernen Arbeitsplatz vorfinden. Geplant ist zudem die Erweiterung des bestehenden Lagerplatzes, damit für die nächsten Jahrzehnte ein zeitgemäßer Netzstützpunkt gesichert ist.

ROT-GRÜNE EINIGUNG. Für die Erweiterung des Lagerplatzes und der Parkflächen braucht die TINETZ ein 500 Quadratmeter großes Grundstück, das bisher als landwirtschaftliche Vorsorgefläche gewidmet war und bei der jüngsten Sitzung vom rot-grünen Mehrheitsparlament in „Sonderfläche Freiluftlager“ umgewidmet wurde. „Die Entscheidung wurde im Gemeinderat intensiv und durchaus kontrovers diskutiert, da eine landwirtschaftlich genutzte Fläche in Anspruch genommen wird. Es galt daher sorgfältig abzuwägen zwischen dem Erhalt landwirtschaftlicher Nutzflächen und der Stärkung des Wirtschaftsstandortes Zirl sowie einer sicheren und modernen Stromversorgung unserer Region. Nach zweimaliger Beratung konnte sich die Bürgermeisterfraktion gemeinsam mit den Grünen Zirl darauf verständigen, der Umwidmung zuzustimmen“, erklärt Bürgermeister Thomas Öfner in einer Presseaussendung, und er führt weiters an: „Im Gegenzug haben TINETZ und TIWAG eine verbindliche Standortgarantie bis 31. Dezember 2041 abgegeben – inklusive Verpflichtung zur Leistung der Kommunalsteuer für mindestens 40 Vollzeitäquivalente am Standort Zirl. Trotz der kontroversen Diskussion freue ich mich als Bürgermeister sehr über diese zukunftsweisende Entscheidung. Wir stärken unseren Wirtschaftsstandort, sichern langfristig qualifizierte Arbeitsplätze, leisten einen wichtigen Beitrag zur stabilen Energieversorgung unserer Region und tun dies in einem ausgewogenen Verhältnis zum Erhalt unserer Lebensqualität!“

BEREITS GEFASSTEN BESCHLUSS KURZERHAND INGNORIERT. VP-Vizebürgermeisterin LA Iris Zangerl-Walser glaubt, dass die gebrauchte Fläche später sogar um weitere 1.500 Quadratmeter erweitert werden soll. „Wir von der Oppositionsliste ‚Zukunft Zirl‘ betonen klar, dass wir uns sehr für den Erhalt des bestehenden Standorts und der Arbeitsplätze der TIWAG/TINETZ in Zirl einsetzen. Wir verstehen jedoch absolut nicht, warum diese Lager- und Parkflächen nicht im bestehenden Gewerbegebiet realisiert werden können, das fußläufig zu erreichen ist. Das Lager könnte auf bestehenden Parkflächen errichtet werden, die benötigten Parkplätze könnte man eins zu eins in bereits gewidmete Bereiche übersiedeln. Des Weiteren wäre dann eine spätere Erweiterung wieder im Gewerbegebiet möglich. Diese Alternative wurde seitens des Betreibers und der rot-grünen Mehrheitsregierung nicht einmal geprüft“, ärgert sich die Vizedorfchefin.  Zudem werde ein bestehender Grundsatzbeschluss, demnach im Ortsteil Schönau keine weiteren Flächen versiegelt werden dürfen, da es sich um landwirtschaftliche Vorsorgefläche handelt, und den auch Bürgermeister Öfner einst mitgetragen habe, einfach ignoriert. „Am meisten überraschte uns, dass der rote Vizebürgermeister Lukas Kaufmann bei einem vorhergehenden Tagesordnungspunkt die Argumentation vortrug, dass gewidmeter, nicht verbauter Gewerbegrund in Zirl ausreichend vorhanden ist, weshalb man auch in diesem Fall gegen die geplante Umwidmung sei. Einen Tagesordnungspunkt später hat man diese Grundsätze offenbar komplett vergessen. Festzuhalten bleibt, dass die grüne Fraktion diese Umwidmung und Versiegelung sang- und klanglos mitgetragen hat!“

LÖSUNG FÜR ALLE. Weiters führt Vizebürgermeisterin LA Iris Zangerl-Walser an: „Die vorhandenen Naherholungsgebiete und unsere bäuerlichen Strukturen werden so immer weiter ausgedünnt. Eine Lösung, welche alle Fraktionen vertreten hätten können, wäre in diesem Fall besonders einfach auf bereits gewidmeten Flächen, umsetzbar gewesen. Wir möchten hier ebenso festhalten, dass es zu dieser Umwidmung bereits im Oktober 2025 einen negativen Gemeinderatsbeschluss (zehn Nein-Stimmen, zwei Enthaltungen und sieben Ja-Stimmen) gegeben hat (siehe Auszug vom öffentlichen GR-Protokoll)!“ Das Resümee von Vizebürgermeisterin LA Iris Zangerl-Walser: „Es ist offensichtlich, dass im Zirler Gemeinderat so lange abgestimmt wird, bis Bürgermeister Öfner das gewünschte Ergebnis am Tisch hat.“

MEHR MUT. Auf der Tagesordnung stand bei der jüngsten GR-Sitzung auch der Punkt: Errichtung eines Katastrophenschutzlagers (KAT) für die Feuerwehr Zirl in der Tiefgarage des „Szenzi“.  Dieser wichtige Punkt wurde im Gemeinderat ausführlich besprochen und schließlich vertagt. „Wir möchten uns als Liste ‚Zukunft Zirl‘ klar positionieren: Dieses Katastrophenschutzlager (KAT) ist richtig und notwendig. Es grenzt direkt an die bestehenden Strukturen der Feuerwehr an. Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Öfner konnte ich beim Land Tirol eine entsprechende Förderzusage erreichen. Die rote Fraktion hat sich in der Gemeinderatssitzung in internen Diskussionen verzettelt und festgestellt, dass auf die Parkplätze in der Tiefgarage neben bzw. zwischen ‚Szenzi‘ und Feuerwehr nicht verzichtet werden könne. Seitens der Heimleitung gibt es aber eine offizielle Stellungnahme, dass dies durchaus möglich wäre, da diese Parkplätze kaum belegt sind und den Mitarbeitern direkt in der Tiefgarage vom ‚Szenzi‘ neue Parkplätze zur Verfügung stehen würden. Diese Aussagen der SPÖ-Fraktion bezüglich der Parkplätze sind umso verwunderlicher, als vor einem Jahr per Beschluss von SPÖ und  Grünen die gesamten Parkflächen in der Franz-Plattner-Straße aufgelassen wurden – und dieser Parkplatz war deutlich größer!“ Vizebürgermeisterin LA Zangerl-Walser appelliert aufgrund der Wichtigkeit dieses Katastrophenschutzlagers (KAT) an die Bürgermeister-Fraktion: „Ich bitte die SPÖ dringend, ihre internen Diskussionen nicht auf dem Rücken und zum Schaden der Freiwilligen Feuerwehr Zirl auszutragen. Aus unserer Sicht und basierend auf den in der Diskussionsrunde geäußerten Meinungen hätte mit etwas Mut eine Mehrheit für den Beschluss des Katastrophenschutzlagers (KAT) gefunden werden können.

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