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Bei Baggerankauf um 10.500 Euro geprellt

Hattingerberger Baumaschinenverleiher wurde vermutlich Opfer eines niederländischen Betrügers

Wie schnell man bei einem Deal im Internet um viel Geld kommen kann, zeigt nachstehender Fall, bei dem der Hattingerberger Unternehmer Stefan Engl zum Opfer wurde. Er betreibt ein Einzelunternehmen im Bereich des Baumaschinenverleihs und suchte im Internet nach einem Kleinbagger. Dabei ist er auf einen holländischen Anbieter gestoßen, dessen Seriösität er von seiner Steuerberaterin und der Wirtschaftskammer (WKO) prüfen ließ. Weil alles in Ordung schien, leistete Engl am 27. Juni eine Vorauszahlung in Höhe von 10.500 Euro für den 21.000 Euro teuren Bagger. Auf die Baumaschine bzw. Rückerstattung des Geldes wartet er bisher vergeblich.

Gebi G. Schnöll
1. August 2023
Bei Baggerankauf um 10.500 Euro geprellt
Das Bild zeigt den „2022 Takeuchi TB225“, für den Stefan Engl 10.500 Euro angezahlt hat. Geliefert wurde die Baumaschine bis dato nicht. Foto: privat
Von Gebi G. Schnöll

Der Bagger, ein „2022 Takeuchi TB225“ ist fast neuwertig und um 21.000 Euro zu erwerben. – Dieses  Angebot einer niederländischen Firma (Anm.: der Firmenname ist der Redaktion bekannt, kann aber aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden) ist Stefan Engl im Juni im Internet aufgefallen. „Ich suchte nach einem solchen Gerät und habe mich mit dem Anbieter über das Internet in Verbindung gesetzt. Man teilte mir gleich danach mit, dass ich für den Bagger eine Vorauszahlung in Höhe von 10.500 Euro leisten müsse, danach würde die Baumaschine frei Haus geliefert“, schildert Stefan Engl wie es zum Deal gekommen ist. Um sich abzusichern fragte der  Hattingerberger Baumaschinenverleiher bei seiner Steuerberaterin und bei der Wirtschaftskammer (WKO) nach, ob er der niederländischen Firma trauen könne. „Ich habe die WKO gebeten zu prüfen, ob das Unternehmen tatsächlich existiert und ob es als seriös  eingestuft werden kann. Die Prüfung  durch die WKO-Außenstelle in Den Haag ergab dann, dass im Firmenbuch ein Paul Aaron A. als Alleineigentümer und Linda A. als Bevollmächtigte aufscheinen. Die Daten im Firmenbuch würden auch einwandfrei mit den Einträgen in der Reisepasskopie von Paul Aaron A. übereinstimmen. Es sei somit also alles korrekt und die Firma existiere“, schildert Stefan Engl.

VERSTRICHENE LIEFERTERMINE. Für den Hattingerberger war damit grünes Licht gegeben, und er ließ am 27. Juni von seiner Telfer Hausbank 10.500 Euro auf das Konto der niederländischen Firma überweisen. Noch am selben Tag traf bei ihm via Mail die Nachricht ein, dass der „2022 Takeuchi TB225“ am 29. Juni geliefert werde. Doch der Bagger kam  an diesem Tag am Hattingerberg nicht an. Stefan Engl kontaktierte wegen des verstrichenen Liefertermins Paul Aaron A. erneut und der teilte ihm mit, dass der Bagger erst am Samstag geliefert werde. Gleich darauf kam ein weiteres E-Mail, in welchem der Niederländer plötzlich den darauffolgenden Montag als Liefertermin nannte. Doch der Hattingerberger Baumaschinenverleiher ließ nicht locker: Weil er den Bagger dringend brauchte, bestand er auf der Lieferung am Samstag. Der Niederländer willigte schließlich ein und versprach, dass der Bagger zwischen 8 und 10 Uhr am Hattingerberg eintreffen werde. Kurz darauf meldete sich Paul Aaron A. erneut bei Stefan Engl und erklärte, dass er den bestellten Bagger nicht liefern könne, weil er das Gerät  einem Verwandten geliehen haben, der sich in einer Notlage befinde. „Ich werde die Vorauszahlung sofort rücküberweisen lassen“, versprach Paul Aaron A..

ANZEIGE ERSTATTET. Doch das Geld kam nicht an, dafür gab es von Paul Aaron A. eine fadenscheinige Ausrede. „Er habe die Rücküberweisung nicht durchführen können, weil die Bank am Samstag geschlossen habe. Angeblich hat er am selben Tag dann doch noch die Rücküberweisung durchgeführt, und er hat mir auch eine Bestätigung geschickt, die mich stutzig machte. Die Vorauszahlung hat meine Bank nämlich an die Sparkasse Berlin geleistet, auf der Bestätigung für die Rücküberweisung war allerdings die ING-Bank angegeben“, so Stefan Engl, der immer noch auf die 10.500 Euro wartet. Er hat sich inzwischen an die Abteilung „Cybercrime“ der WKO gewandt und erfuhr dort, dass es sich in seinem Fall um einen Onlinebetrug handeln könnte. „WKO, Hausbank, Steuerberater: niemandem ist etwas Verdächtiges aufgefallen. Ich habe alles getan, um kein Opfer eines Betrugs zu werden, leider scheint es so, dass ich es doch geworden bin“, sagt Stefan Engl, der gegen die holländische Firma Anzeige erstattet hat. Die WKO-Außenstelle in Den Haag will den Hattingerberger  weiterhin unterstützen und hat die holländischen Behörden eingeschaltet, um den Zustand der Firma von Paul Aaron A. zu überprüfen. Die RUNDSCHAU hat Paul Aaron A. um eine Stellungnahme gebeten, eine Antwort gab es nicht.

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