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Parkplatzschwund wird zum Zankapfel

Im Zirler Ortskern werden schon bald dutzende Parkplätze wegfallen, das wird von der Opposition massiv kritisiert

Zwei wichtige Parkplätze werden noch heuer in der Marktgemeinde Zirl geschlossen, Diskussionen sind vorprogrammiert. Beim Schwimmbad wird der östlich gelegene Parkplatz einem Wohnbauprojekt weichen müssen, der von der Gemeinde angemietete Autoabstellplatz in der „Franz-Plattner-Straße“ wird wegen des gestiegenen Pachtzinses nicht weiter angepachtet und ab Juni aufgelassen. Vizebürgermeisterin Iris Zangerl-Walser (ÖVP) und Victoria Rausch (Zirl Aktiv) orten eine verfehlte Politik.

Gebi G. Schnöll
25. April 2023
Parkplatzschwund wird zum Zankapfel <br />
So soll die geplante Wohnanlage beim Schwimmbad aussehen. Der Baukörper links mit zwölf Wohnungen wird auf Gemeindegrund errichtet, der Baukörper rechts mit elf Wohneinheiten auf Privatgrund. Visualisierung: NHT
Von Gebi G. Schnöll

Der Parkplatz beim Schwimmbad umfasst zwischen 30 und 40 Autoabstellplätze. Auf diesem gemeindeeigenen Grundstück soll in naher Zukunft vom gemeinnützigen Wohnbauträger „Neue Heimat Tirol“ (NHT) eine Wohnanlage mit insgesamt 23 geförderten Wohnungen errichtet werden. Davon werden zwölf Wohnungen auf besagter Gemeindefläche entstehen, direkt angrenzend sind auf einer Privatparzelle die elf weiteren Wohnungen geplant. Der Bebauungsplan wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitztung mit 11:7 Stimmen genehmigt. Mit der Bebauung fallen allerdings für das Schwimmbad wichtige Parkflächen weg. Bürgermeister Thomas Öfner (SPÖ) und Wohnausschussobmann Fred Stecher (Grüne) berufen sich darauf, dass Zirl eine e5-Gemeinde ist und dass sich die Schwimmbadbesucher verstärkt auf das Fahrrad konzentrieren sollten. Außerdem sei ein Dorfbus geplant, an den auch das Schwimmbad angebunden werden soll.

OPPOSITION SCHÄUMT. Vizebürgermeisterin Iris Zangerl-Walser (Zukunft Zirl – ÖVP) kritisiert das Wohnbauprojekt: „Leistbares Wohnen hat in unserer Fraktion einen hohen Stellenwert, da es eine direkte Auswirkung auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Menschen in unserer Gemeinde hat. Wir begrüßen daher grundsätzlich sämtliche Initiativen in diese Richtung.  Bei der geplanten Wohnanlage beim Schwimmbad gibt es allerdings einen Wermutstropfen: Die geplanten Gemeindewohnungen sind ausschließlich als Kaufoption mit Baurecht vorgesehen. Das ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Leistbares Wohnen heißt für mich leistbare Mietwohnungen. Die Gemeinde Zirl baut Baurechtswohnungen, die sich erstens niemand leisten kann und zweitens geht das sogenannte ‚Eigentum‘ erst nach 80 Jahren an die Gemeinde zurück. Diese Variante geht am großen Bedarf nach leistbaren Mietwohnungen für junge Zirler komplett vorbei!“ Kritik setzt es auch von Gemeinderätin Victoria Rausch (Zirl Aktiv): „Bevor man die Bebauung des Grundstückes beschließt, hätten wir uns ein mittel- bis langfristiges Nutzungskonzept für das Zirler Schwimmbad gewünscht. Alle Bedenken diesbezüglich wurden abgetan, auch hier soll der zu installierende Dorfbus alle Frequenzprobleme lösen. Abgesehen davon ist für uns die geplante Schaffung von Baurechtswohnungseigentum die schlechtestmögliche Lösung!“

ZIRL FEHLEN PARKFLÄCHEN. In der „Franz-Plattner-Straße“ wird voraussichtlich ab Juni der von der Gemeinde angemietete ca. 2.000 Quadratmeter große Parkplatz aufgelassen. Bürgermeister Öfner gibt als Grund dafür den deutlich angehobenen Pachtzins an. Der Platz wurde seinerzeit angemietet, um bei den Bauarbeiten für das „B4“ und das am Gemeindeamt angebaute „MAX“ Parkplatzproblemen entgegenkommen zu können. „Inzwischen stehen auf dem Platz aber nicht nur die Autos von Zirlern, sondern auch Firmenwagen und Autos ohne Kennzeichen“, so der Zirler Dorfchef. Ersatzweise sollen für Dauerparker 17 Parkplätze in der „B4“-Tiefgarage aufgemacht werden, zudem wird dort eine zweite Gratisparkstunde eingeführt. Auch hier gibt es von der Opposition massive Kritik. Vizebürgermeisterin Iris Zangerl-Walser meint etwa: „Nach dem Wegfall von zahlreichen Parkplätzen beim Friedhof, in der Kirchstraße und jetzt auch im Zuge der geplanten Wohnanlage im Bereich östliches Schwimmbad, plädieren wir vehement für eine Verlängerung des Pachtvertrags in der Franz-Plattner Straße um weitere zehn Jahre. Die geplante Verbesserung des öffentlichen Verkehrs wird noch Monate dauern und viele Bereiche der lokalen Wirtschaft sind weiterhin auf Parkplätze angewiesen!“ GR Victoria Rausch betont: „Das Streichen von Parkplätzen ändert nichts an der Notwendigkeit der KFZ-Nutzung vieler Zirler und Berufspendler aus den Nachbarorten. Es ist schön zu hören, dass die Öffi-Nutzung attraktiviert werden soll und ein Dorfbus ‚wahrscheinlich nächstes Jahr‘ eingerichtet wird. Den Parkplatz in der ‚Franz-Plattner-Straße“ weitere zehn Jahre zu pachten und künftig durch eine Park-raumbewirtschaftung die Kosten zu amortisieren, wäre aus unserer Sicht die begrüßenswerte Lösung gewesen!“
Parkplatzschwund wird zum Zankapfel <br />
Die Marktgemeinde Zirl wird die angemieteten Parkflächen in der „Franz-Plattner-Straße“ ab dem Juni aus finanziellen Gründen auflassen. RS-Foto: Schnöll

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