Stimmung im Baugewerbe trübt sich ein
Abflachende Baukonjunktur ist besonders im Bereich „Wohnbau“ jetzt schon deutlich spürbar
„Entgegen aller Prognosen ist die Auftragslage in der Tiroler Bauwirtschaft derzeit überraschend gut. Im Vorjahr hat das Tiroler Baubudget 2.295 Millionen Euro betragen, für heuer wird ein Anstieg von 5,1 Prozent auf insgesamt 2.414 Millionen Euro prognostiziert. Das ist ein positives Signal, weil die Bauwirtschaft ein extrem starker und wichtiger Motor für viele andere Branchen im Land ist“, unterstrich Wirtschaftslandesrat Mario Gerber kürzlich bei der Präsentation der „Tiroler Bauvorschau 2023“.
Gebi G. Schnöll
18. April 2023
Landesrat Mario Gerber freut sich auf den Startschuss der „Digitalen Baueinreichung“, die der Bauwirtschaft neue Impulse bringen soll. Foto: WK Tirol
Von Gebi G. Schnöll
Mit konkreten Maßnahmen will das Land Tirol dazu beitragen, den Bau-Motor auf Touren zu halten. Einerseits sollen die Fördermittel für Wohnbau und Wohnbausanierung, die sich bereits 2022 auf dem Rekordniveau von knapp 176 Millionen befunden haben, weiter steigen und bei wichtigen Infrastrukturprojekten wie dem MCI-Neubau aufs Tempo gedrückt werden. Anderseits wird demnächst der Startschuss für die lange geforderte „Digitale Baueinreichung“ fallen. „Die Digitalisierung bietet gerade in der Bauwirtschaft eine Vielzahl an Möglichkeiten. Mit der Digitalen Baueinreichung, die ab 1. Jänner 2024 möglich sein wird, setzen wir einen ersten wichtigen Schritt, der durch weniger Kosten und mehr Schnelligkeit neue Impulse bringt“, so Gerber.
STIMMUNG TRÜBT SICH EIN. Neue Impulse können die Betriebe der Tiroler Bauindustrie und des Tiroler Baugewerbes indes gut gebrauchen. Denn sie haben aktuell gleich mit mehreren großen Herausforderungen zu kämpfen. „Die Schwierigkeiten liegen in den anhaltenden Beschaffungsproblemen bei Baumaterialien, der Preisentwicklung und dem immer stärker werdenden Arbeitskräftemangel“, betont Manfred Lechner, der Sprecher der Tiroler Bauindustrie. Ein Indikator dafür ist der Tiroler Baubranchen-Index, der das Stimmungsbild anhand des Schulnoten-Systems widerspiegelt. „Im Frühjahr 2022 sind wir hier noch bei einem Zweier gelegen und damit recht zufrieden. Heuer liegen wir mit einer Durchschnittsnote von 2,82 deutlich näher am Dreier, und wir müssen aufpassen, dass wir nicht weiter abrutschen“, so Lechner. Folgerichtig sind die Erwartungen der Unternehmen für 2023 gedämpft. Die abflachende Konjunktur ist besonders im Wohnbau-Bereich deutlich spürbar. „Diese Entwicklung war zwar zu erwarten, aber die Geschwindigkeit, mit der sie eingetreten ist, war doch etwas überraschend“, betont der Innungsmeister des Tiroler Baugewerbes WK-Vizepräsident Anton Rieder, und ergänzt: „Aktuell sind die Auftragsbestände zwar noch relativ gut, aber es besteht durchaus das Risiko, dass es gegen Herbst und Winter schwierig werden könnte.“ Um dem entgegenzuwirken, braucht es laut Rieder eine Anpassung der aktuellen Rahmenbedingungen
Mit konkreten Maßnahmen will das Land Tirol dazu beitragen, den Bau-Motor auf Touren zu halten. Einerseits sollen die Fördermittel für Wohnbau und Wohnbausanierung, die sich bereits 2022 auf dem Rekordniveau von knapp 176 Millionen befunden haben, weiter steigen und bei wichtigen Infrastrukturprojekten wie dem MCI-Neubau aufs Tempo gedrückt werden. Anderseits wird demnächst der Startschuss für die lange geforderte „Digitale Baueinreichung“ fallen. „Die Digitalisierung bietet gerade in der Bauwirtschaft eine Vielzahl an Möglichkeiten. Mit der Digitalen Baueinreichung, die ab 1. Jänner 2024 möglich sein wird, setzen wir einen ersten wichtigen Schritt, der durch weniger Kosten und mehr Schnelligkeit neue Impulse bringt“, so Gerber.
STIMMUNG TRÜBT SICH EIN. Neue Impulse können die Betriebe der Tiroler Bauindustrie und des Tiroler Baugewerbes indes gut gebrauchen. Denn sie haben aktuell gleich mit mehreren großen Herausforderungen zu kämpfen. „Die Schwierigkeiten liegen in den anhaltenden Beschaffungsproblemen bei Baumaterialien, der Preisentwicklung und dem immer stärker werdenden Arbeitskräftemangel“, betont Manfred Lechner, der Sprecher der Tiroler Bauindustrie. Ein Indikator dafür ist der Tiroler Baubranchen-Index, der das Stimmungsbild anhand des Schulnoten-Systems widerspiegelt. „Im Frühjahr 2022 sind wir hier noch bei einem Zweier gelegen und damit recht zufrieden. Heuer liegen wir mit einer Durchschnittsnote von 2,82 deutlich näher am Dreier, und wir müssen aufpassen, dass wir nicht weiter abrutschen“, so Lechner. Folgerichtig sind die Erwartungen der Unternehmen für 2023 gedämpft. Die abflachende Konjunktur ist besonders im Wohnbau-Bereich deutlich spürbar. „Diese Entwicklung war zwar zu erwarten, aber die Geschwindigkeit, mit der sie eingetreten ist, war doch etwas überraschend“, betont der Innungsmeister des Tiroler Baugewerbes WK-Vizepräsident Anton Rieder, und ergänzt: „Aktuell sind die Auftragsbestände zwar noch relativ gut, aber es besteht durchaus das Risiko, dass es gegen Herbst und Winter schwierig werden könnte.“ Um dem entgegenzuwirken, braucht es laut Rieder eine Anpassung der aktuellen Rahmenbedingungen





