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Völser Haushalte in der Strompreiszange

Bewohner der „Seesiedlung“ dürfen seit 1986 nur mit Strom heizen - und das kommt sie jetzt sehr teuer

In der „Seesiedlung“ in Völs sind derzeit die stark angestiegenen Strompreise das Thema schlechthin. Seit 1986 besteht die Siedlung, die damals von der TIWAG und der Landesregierung als Vorzeigeprojekt hochgepriesen wurde. Die rund 1.100 Haushalte dürfen nämlich nur mit Strom beheizt werden und das kommt jetzt sehr teuer. „Liste Fritz“-Klubobmann Markus Sint fordert von der TIWAG und Landeshauptmann Anton Mattle eine rasche Lösung. Von Seiten des Tiroler Energieversorgers heißt es, dass man um eine effiziente Lösung bemüht sei.

Gebi G. Schnöll
30. Mai 2023
Völser Haushalte in der Strompreiszange <br />
In der „Seesiedlung“ in Völs dürfen die rund 1.100 Haushalte nur mit teurem Strom beheizt werden. TIWAG und Land Tirol sind um eine effiziente Lösung bemüht.
RS-Foto: Schnöll
Von Gebi G. Schnöll

In der „Seesiedlung“ gilt aufgrund der klimatischen Bedingungen ein im Jahr 1986 von der Marktgemeinde verordnetes Verbot für das Heizen und die Aufbereitung von Warmwasser mit festen und flüssigen Brennstoffen. Deshalb müssen seither die rund 1.100 Haushalte mit rund 2.800 Bewohnern mit Strom heizen. Mit der Teuerungswelle vor allem auf dem Strompreissektor ist für die Betroffenen die Frage des Stromverbrauchs wie auch der Stromkosten nun zur Existenzfrage geworden. Für „Liste Fritz“-Klubobmann Markus Sint ist das so nicht hinnehmbar. „Diese Menschen haben keine Alternative, es braucht so schnell wie möglich eine faire, akzeptable Lösung für die Bewohner der ‚Seesiedlung“. Die Bewohner können nichts dafür, sie können weder umrüsten noch die enormen Kosten der Strompreiserhöhung alleine schultern“, sagt Sint, der in diesem Zusammenhang vor allem Eigentümervertreter LH Anton Mattle in die Pflicht nimmt. „Die Strompreiserhöhung der TIWAG trifft die Bewohner hart, das ist schlichtweg weder zumutbar noch hinnehmbar!“ Das beweise laut Sint auch ein einfaches Rechenbeispiel. „Nicht nur, dass die TIWAG den Arbeitspreis für den Tagstrom im bereits bekannten Ausmaß erhöhen will, wurde schlagartig auch der Arbeitspreis für den Nachtstrom von bisher 5,63 Cent/kWh auf 17,9 Cent/kWh netto erhöht. Das ist eine Erhöhung des Arbeitspreises auf mehr als das 3,18-fache und bedeutet im Endeffekt für den durchschnittlichen Haushalt – unter Berücksichtigung der Strompreisbremse und des Aktionsbonus – eine Mehrbelastung von mehr als 800 Euro jährlich“, so Sint. Er fordert für die Bewohner der „Seesiedlung“ eine sofortige spürbare Entlastung.  

HOFFEN AUF HILFE VOM LANDESHAUPTMANN. Mittlerweile haben sich Bewohner der „Seesiedlung“ mit der Bitte um Hilfe auch an Landeshauptmann Mattle gewandt. Das Ergebnis war scheinbar ernüchternd. Nicht nur, dass sich Mattle in seinem Antwortschreiben von einem Mitarbeiter vertreten lassen habe, wurde im Antwortschreiben weder auf den Sachverhalt noch auf die Argumente der Betroffenen eingegangen. Für Sint grenzt das beinahe an Sarkasmus. Er appelliert an die Geschäftsführung der TIWAG und nimmt auch den Eigentümervertreter, Landeshauptmann Anton Mattle, einmal mehr in die Pflicht. „Als Landesenergieversorger hat man auch einen sozialen Auftrag zu erfüllen. Über diese Verantwortung hat die TIWAG nicht nur zu reden, sondern sie auch zu leben. Die TIWAG behauptet, gut aufgestellt zu sein, dann darf sich die Bevölkerung in Krisenzeiten mehr Unterstützung erwarten!“

TIWAG UND LAND TIROL SUCHEN NACH LÖSUNG. Die RUNDSCHAU fragte beim Landesenergieversorger nach und erhielt folgende Antwort: „Die Tiroler Wasserkraft AG ist sich der besonderen Situation unserer Kunden in der Völser ‚Seesiedlung‘ bewusst. Wir stehen daher sowohl mit der Gemeinde Völs als auch mit dem Land Tirol in engem Austausch und arbeiten im Rahmen der wirtschaftlichen und rechtlichen Möglichkeiten an einer effizienten Lösung!“

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