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Zufriedene Gesichter bei den Touristikern

Wintersaison 2022/23 ist äußerst zufriedenstellend verlaufen – nun freut man sich auf eine starke Sommersaison

Der Tourismus freut sich über eine perfekte Wintersaison: Eine stabile Aufenthaltsdauer sowie eine Wertschöpfung und Nachfrage, die erwartungsgemäß noch etwas hinter den Werten vor Corona zurückliegen – diese Eckpunkte prägen die zu Ende gehende Saison im Tiroler Tourismus, mit deren wirtschaftlicher Entwicklung sich 90 Prozent der Beherbergungsbetriebe zufrieden zeigen. Für den kommenden Sommer herrscht dank einer guten Buchungslage Zuversicht.

Gebi G. Schnöll
9. Mai 2023
Zufriedene Gesichter bei den Touristikern<br />
Zogen Bilanz: (v.l.) Tourismuslandesrat Mario Gerber, Karin Seiler (Geschäftsführerin Tirol Werbung) und Alois Rainer (Spartenobmann Tourismus- und Freizeitwirtschaft Wirtschaftskammer Tirol). Foto: Tirol Werbung / Emanuel Kaser
Von Gebi G. Schnöll

Die Wintersaison 2022/23 ist zu Ende. Sie ist die erste ohne coronabedingte Beschränkungen seit 2018/19, die damit die Referenz für das aktuelle Ergebnis bildet. Branchenvertreter zogen kürzlich im Rahmen eines Pressegesprächs Bilanz. „Nach einer Berechnung des ‚MCI Tourismus‘ erreichen wir in der Wintersaison 2022/23 eine Wertschöpfung von rund 3,5 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt kommen wir damit bis auf sechs Prozent an den Wert aus der Wintersaison 2018/19 heran“, betonte Tourismuslandesrat Mario Gerber. Dieses solide Winterergebnis spiegelt sich auch im saisonalen Tourismusbarometer wider, einer repräsentativen Befragung unter Tirols Beherbergungsbetrieben. 90 Prozent davon sind mit dem wirtschaftlichen Erfolg der aktuellen Wintersaison sehr zufrieden bzw. zufrieden.

QUALITÄT STEHT IM FOKUS. In der aktuellen Wintersaison sind derzeit fünf von sechs Monaten – November 2022 bis März 2023 – ausgewertet. Diese entsprechen im Schnitt rund 90 Prozent der gesamten Winternächtigungen. In diesem Zeitraum bilanziert Tirols Tourismus 5,1 Millionen Ankünfte. Damit liegt das Ergebnis 7,4 Prozent hinter dem Vergleichszeitraum vor der Pandemie zurück. Bei den Nächtigungen hält die Branche bei 23,2 Millionen – damit fehlen 6,8 Prozent auf die Werte von 2018/19. „Trotz dieses Rückstands sind wir zufrieden, zumal es uns schon lange nicht mehr um ein quantitatives, sondern ein qualitatives Wachstum geht“, verdeutlicht Gerber. „Zudem war die Ausgangslage alles andere als einfach. Energieknappheit, eine massive Teuerung bei den Energiepreisen und die hohe Inflation hatten zu Beginn der Wintersaison für Unsicherheit und Zurückhaltung gesorgt“, so Gerber.

JEDE ZWEITE NÄCHTIGUNG VON EINEM DEUTSCHEN GAST. Bezogen auf die Herkunftsmärkte bestätigt sich einmal mehr die Bedeutung Deutschlands. Die Ankünfte deutscher Gäste liegen im Vergleich zur Vorcoronazeit 2018/19 mit 2,6 Millionen zwar um 5,1 Prozent zurück und die Nächtigungen mit 11,7 Millionen um 6,3 Prozent. Demnach stammt aber weiterhin jede zweite Nächtigung von einem deutschen Gast. Ein Wachstum gab es bei den Gästen aus den Niederlanden: Die Ankünfte stiegen um 5,8 Prozent auf 650.000, die Nächtigungen um 6,0 Prozent auf 3,6 Millionen. Stabil geblieben ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer mit 4,5 Tagen. „Je länger die Gäste bleiben, umso weniger An- und Abreisen und damit auch weniger Verkehr“, erläuterte „Tirol Werbung“-Geschäftsführerin Karin Seiler. Die „Tirol Werbung“ hat sich in den vergangenen Monaten insgesamt neu aufgestellt und Strategie sowie Struktur weiterentwickelt, um den Zielen der Tourismusstrategie „Tiroler Weg“ bestmöglich gerecht zu werden. Neben einem „Future Lab“ für potenzielle Zukunftsthemen gibt es beispielsweise ein eigenes Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit. „Dort bündeln wir Themen wie Klima oder Mobilität“, so Seiler.

GROSSE UNSICHERHEIT. Nach der großen Unsicherheit im Vorfeld der aktuellen Wintersaison aufgrund von Energieknappheit und Teuerung zeigte sich Alois Rainer mit der bisherigen Bilanz zufrieden. Laut dem Spartenobmann für Freizeit- und Tourismuswirtschaft in der WK Tirol haben die Betriebe die Schwierigkeiten des abgelaufenen Winters gut gemeistert. Herausforderung bleibe allerdings die Personalsituation. „Die Anzahl der Mitarbeiter im Tourismus ist seit 2015 um 40 Prozent gewachsen. Das ist einerseits ein klares Zeichen für unser konsequentes Streben nach Qualität, zum anderen das Ergebnis attraktiverer Rahmenbedingungen für die Arbeitskräfte“, machte Rainer deutlich. Denn sowohl ein höherer Standard als auch flexiblere Arbeitszeitmodelle führen zu einem Mehrbedarf an Mitarbeitern. Da sich diese Entwicklung stetig fortsetze, fehle vielfach weiterhin das dringend notwendige Personal.

GUTE AUSSICHTEN FÜR DEN SOMMER. Für den Sommer wird eine gute Nachfrage erwartet. 78 Prozent der Betriebe sind mit der Buchungslage für die Sommersaison zufrieden bzw. sehr zufrieden. Das ist ein besseres Ergebnis als im Vorjahr (74 Prozent). „Diese gute Nachfrage gilt es für eine selbstbewusste Preisgestaltung zu nutzen“, sagte Gerber. Die Tirol Werbung investiert übrigens rund sechs Millionen Euro in die Kommunikationsmaßnahmen für den kommenden Sommer.

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