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„Alm mit Spaß und ålm mit Schwung – auf‘n Naz wir stoaßn un!“

Rietzer Fasnacht feiert fulminante Rückkehr mit der „Ausgrabung“ des Fischer-Naz

Mit einem herzlichen „Grias enk, es liabe Fosnachtler!“ eröffnete die Naz-Gruppe feierlich die fünfte Jahreszeit in Rietz – und zugleich ein neues Kapitel in der Geschichte des örtlichen Fasnachtsbrauchtums. Nach sieben langen Jahren der Stille, in denen der Fischer-Naz im Schatten der Zeit schlummerte, kehrte der „liabste Bua“ der Rietzer Fasnacht in einem spektakulären Akt ins Licht der Öffentlichkeit zurück.

13. Jänner 2026
„Alm mit Spaß und ålm mit Schwung – auf‘n Naz wir stoaßn un!“<br />
Der Fischer-Naz wird feierlich emporgehoben – nicht ausgegraben, sondern gleichsam himmelwärts entlassen ins heitere Fasnachtstreiben. RS-Foto: Hofer
Doch bevor der mythenträchtige Fischer-Naz aus seiner Ruhe gerissen wurde, erfüllte die Naz-Gruppe zunächst ihren „Bildungsauftrag“: Mit spitzer Zunge und liebevollem Augenzwinkern nahm sie das Dorfgeschehen der vergangenen Jahre ins Visier, parodierte die Lokale und Fasnachtswagen der befreundeten Gruppen und reicherte das Programm mit historischen Einsichten zu den Ursprüngen des Rietzer Fasnachtstreibens an. Mit großem Aufwand und feinem Humor schlüpfte Manuel Feistmantel in unterschiedlichste Verkleidungen – eine Darbietung, die nicht nur das Publikum begeisterte, sondern auch als liebevolle Hommage an die lebendige Rietzer Fasnachtskultur verstanden werden konnte. Besonderer Tribut galt dem legendären „Naz-Vater“ Heinrich Fischer: In den 1950er-Jahren prägte er das närrische Brauchtum wie kaum ein anderer und lebt in der kollektiven Erinnerung als „Fischer Heini“ – jener, der dem Rietzer Naz einst das Leben einhauchte. In einer ironisch gebrochenen Wendung jedoch wurde der Fischer-Naz nicht, wie erwartet, ausgegraben – vielmehr katapultierte ihn eine Rakete symbolträchtig ins Zentrum des Geschehens. „Mei Bua wartet scho viel zu lang auf dia geile Fete – schaugts, hear, der schiast ausse wia a Rakte!“, rief die Naz-Muater ekstatisch. Mit Konfetti, tosendem Applaus und den donnernden Klängen von Scooters „God Save the Rave“ wurde der Fischer-Naz in das närrische Treiben entlassen – ein Auftakt, der keine Zweifel ließ: Die Fasnacht ist zurück, lauter und leidenschaftlicher denn je.

NÄRRISCHES PROGRAMM. Bevor das Dorf dem bevorstehenden Umzug entgegenschreitet, versinkt es an den Wochenenden in einenmrauschhaften Taumel aus Tradition, Musik und nächtlicher Ausgelassenheit. Die Fasnacht hat Einzug gehalten – und mit ihr ein Reigen festlicher Rituale, der jedes Wochenende zum schillernden Spektakel macht. Freitags und samstags öffnen die Fasnachtsgruppen ihre liebevoll dekorierten Wagen und Bars, in denen bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, getanzt und getrunken wird. Zu den närrischen Hotspots zählen unter anderem die Laniger-Bar in Braito, die Nazeler-Bar der Giggerer im Ortskern, das Vogler-Nest beim Parkplatz des Dorferwirts, die Lumpn-Bar im Schweigl’s Stall, die Saubuam-Bar in der Vorderen Gasse bei Goasers Karl sowie der Musik-Wagen beim Gemeindeparkplatz. Wer nach Mitternacht noch Hunger verspürt, findet kulinarische Zuflucht in der Bruzzlerei. Der Veranstaltungskalender ist dicht gefüllt und folgt einem rhythmischen Takt aus Vorfreude und Tradition: Erste Bar-
Abende ab dem 10. Jänner leiten das Geschehen ein, gefolgt von der feierlichen Lump’n-Bar-Segnung am 17. Jänner und dem traditionsreichen Got’l-Auffahren am 31. Jänner. Der dramaturgische Höhepunkt der närrischen Saison kündigt sich für Sonntag, den 8. Februar, an: Ab 11 Uhr formiert sich der große Umzug bei der Kreuzkapelle in der Ranggasse, gefolgt von drei Darbietungen im Dorfgebiet und dem anschließenden Fasnachtsball ab 16 Uhr im Gemeindesaal. Weitere Fixpunkte des närrischen Kalenders: der Unsinnige Donnerstag, der Kinderfasching am 14. Februar sowie – als melancholischer Epilog – das Naz-Eingraben am Faschingsdienstag.

 
„Alm mit Spaß und ålm mit Schwung – auf‘n Naz wir stoaßn un!“<br />
Ein Dorf im Fasnachtsfieber: Vor der Kulisse des Fasnachtswagens feiern Hunderte den närrischen Auftakt. RS-Foto: Hofer
„Alm mit Spaß und ålm mit Schwung – auf‘n Naz wir stoaßn un!“<br />
Ein Lächeln, das ansteckte: Manuel Feistmantel eroberte mit seiner Wandlungsfreude die Herzen des Publikums. RS-Foto: Hofer

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