Argumente statt Hoffnung
Warum Zuversicht ohne Lösungen 2026 nicht mehr reicht
Der Jahreswechsel ist traditionell der Moment zum Innehalten: auf das, was uns zuletzt bewegt hat, und auf das, was uns 2026 bewegen, fordern und möglicherweise überfordern wird. Ganz im Sinne des Philosophen Karl Poppers - „Erkenntnis bleibt immer vorläufig – auch diese Gedanken“ - hier meine Anknüpfung daran, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
2. Jänner 2026
Foto: AdobeStock/Thurner
Die vergangene Weltklimakonferenz in Brasilien stand als eine der bezeichnenden Ereignisse nicht für die dringend notwendige Kehrtwende, sondern den Offenbarungseid der internationalen Politik angesichts des Klimawandels und der schwindenden Biodiversität. Ein Fakt, dessen Konsequenzen an unserem fragilen Alpenraum nicht vorbeigehen werden – auch 2026 nicht.
Wenn Menschen mit Veränderungen konfrontiert werden – etwa mit der Notwendigkeit, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen, stellen sich mir vier zentrale Fragen: Welche Chancen und Risiken ergeben sich für mich? Wie gehen mein Umfeld, prominente Persönlichkeiten oder die Wissenschaft damit um? Glaube ich, dass die Veränderung funktionieren kann? Und hat mein eigenes Handeln überhaupt eine spürbare Wirkung?
Wenn Politik und Wissenschaft es heuer – im Gegensatz zu vergangenen Jahren - schafft, der Bevölkerung positive Lösungsansätze auf diese vier Fragen plausibel aufzuzeigen beziehungsweise anzubieten, kann eine Klimakehrtwende funktionieren. Wenn nicht, dann wird auch 2026 ein weiteres Jahr der vertagten Verantwortung.
Nachdem heuer, zumindest planmäßig, für uns Oberländer und Außerferner keine richtungsentscheidende Wahl bevorsteht, lassen wir uns vermutlich weiter von den Berichten rund um die internationale Politik vorantreiben. Allen voran von Donald Trump und seinen unvorhersehbaren Eskapaden, der es tatsächlich geschafft hat, ein ganzes Jahr mit seiner Interpretation von „Message Control“ die Nachrichtenwelt zu dominieren – eine, die selbst frühere österreichische Regierungsparteien in den Schatten stellt. Es spricht nichts dafür, dass sich dies im Jahr 2026 ändern wird.
Im EU-weiten Vergleich waren wir in den letzten Monaten des Jahres 2025 in zwei Bereichen an allerletzter Stelle. Bekannt ist das geringste Wirtschaftswachstum, weniger bekannt sind die Umfragen rund um die Akzeptanz der Europäischen Union, bei der wir mittlerweile sogar hinter der Slowakei und Ungarn liegen. Aus meiner Sicht ist diese europäisch Rote Laterne noch viel bedenklicher als das schwächelnde Wirtschaftswachstum, das uns 2026 auf vielen Ebenen auf den Kopf fallen könnte. Ich kann nur hoffen, dass ich mich hier entscheidend irre.
Der österreichische Kabarettist Omar Sarsam antwortete kürzlich in einem Interview auf die Frage nach seinen Neujahrswünschen: nicht den Weltfrieden, sondern weltweit verpflichtende Bildung. Dann löst sich vieles – vielleicht sogar das Wesentliche – von selbst. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Ein frohes neues Jahr!
Niki Meze
GF Stv. RUNDSCHAU
Wenn Menschen mit Veränderungen konfrontiert werden – etwa mit der Notwendigkeit, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen, stellen sich mir vier zentrale Fragen: Welche Chancen und Risiken ergeben sich für mich? Wie gehen mein Umfeld, prominente Persönlichkeiten oder die Wissenschaft damit um? Glaube ich, dass die Veränderung funktionieren kann? Und hat mein eigenes Handeln überhaupt eine spürbare Wirkung?
Wenn Politik und Wissenschaft es heuer – im Gegensatz zu vergangenen Jahren - schafft, der Bevölkerung positive Lösungsansätze auf diese vier Fragen plausibel aufzuzeigen beziehungsweise anzubieten, kann eine Klimakehrtwende funktionieren. Wenn nicht, dann wird auch 2026 ein weiteres Jahr der vertagten Verantwortung.
Nachdem heuer, zumindest planmäßig, für uns Oberländer und Außerferner keine richtungsentscheidende Wahl bevorsteht, lassen wir uns vermutlich weiter von den Berichten rund um die internationale Politik vorantreiben. Allen voran von Donald Trump und seinen unvorhersehbaren Eskapaden, der es tatsächlich geschafft hat, ein ganzes Jahr mit seiner Interpretation von „Message Control“ die Nachrichtenwelt zu dominieren – eine, die selbst frühere österreichische Regierungsparteien in den Schatten stellt. Es spricht nichts dafür, dass sich dies im Jahr 2026 ändern wird.
Im EU-weiten Vergleich waren wir in den letzten Monaten des Jahres 2025 in zwei Bereichen an allerletzter Stelle. Bekannt ist das geringste Wirtschaftswachstum, weniger bekannt sind die Umfragen rund um die Akzeptanz der Europäischen Union, bei der wir mittlerweile sogar hinter der Slowakei und Ungarn liegen. Aus meiner Sicht ist diese europäisch Rote Laterne noch viel bedenklicher als das schwächelnde Wirtschaftswachstum, das uns 2026 auf vielen Ebenen auf den Kopf fallen könnte. Ich kann nur hoffen, dass ich mich hier entscheidend irre.
Der österreichische Kabarettist Omar Sarsam antwortete kürzlich in einem Interview auf die Frage nach seinen Neujahrswünschen: nicht den Weltfrieden, sondern weltweit verpflichtende Bildung. Dann löst sich vieles – vielleicht sogar das Wesentliche – von selbst. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Ein frohes neues Jahr!
Niki Meze
GF Stv. RUNDSCHAU
Niki Meze





