Bezirk Imst im Wandel
Mehr Menschen, weniger Österreicher – Vergleich 2005 vs. 2025
Der Bezirk Imst ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich gewachsen und hat sich dabei auch strukturell verändert. Zwischen 2005 und 2025 nahm laut Statistik Austria die Gesamtbevölkerung um 14,9 % zu. Hinter dieser positiven Entwicklung verbergen sich jedoch teils erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden sowie einzelne Verschiebungen beim Anteil der Staatsangehörigkeiten.
27. Jänner 2026
Leicht über dem landesweiten Trend: Während die Bevölkerung Tirols in den letzten beiden Jahrzehnten um rund 12 % anstieg, wuchs die Bevölkerung im Bezirk Imst um 14,9 %. Grafik: Meze
WACHSTUM MIT KLAREN REGIONALEN SCHWERPUNKTEN. Besonders stark fiel das Bevölkerungswachstum in einzelnen Gemeinden des Mieminger Plateaus und des Inntals aus. So verzeichnete Obsteig mit einem Plus von 34,1 % den höchsten Zuwachs im gesamten Bezirk, gefolgt von Mieming mit 30,2 % und Rietz mit 25,0 %. Diese Gemeinden profitieren seit Jahren von ihrer Nähe zu wirtschaftlichen Zentren, einer guten Verkehrsanbindung sowie einer hohen Wohn- und Lebensqualität. Demgegenüber stehen Gemeinden, die in den vergangenen 20 Jahren Einwohner verloren haben. Am deutlichsten fällt der Rückgang in Sölden mit minus 11,3 % aus. Auch Jerzens (–7,1 %) sowie St. Leonhard im Pitztal (–4,2 %) verzeichneten rückläufige Bevölkerungszahlen. Gerade in klassischen Tourismusgemeinden zeigt sich damit eine gegenläufige Entwicklung: hohe wirtschaftliche Bedeutung auf der einen Seite, aber eine sinkende ständige Wohnbevölkerung auf der anderen.
SINKENDER ÖSTERREICHER-ANTEIL, STEIGENDE VIELFALT. Nicht unwesentlich hat sich auch die Zusammensetzung der Bevölkerung verändert. Bezirksweit ist der Anteil österreichischer Staatsbürger zwischen 2005 und 2025 um 5,4 % gesunken. Gleichzeitig nahm die Zahl der Menschen mit anderer Staatsangehörigkeit zu. Der Anteil deutscher Staatsbürger stieg um 1,6 %, jener aus sonstigen EU-Staaten um 3,7 % und der Anteil sonstiger Nationalitäten um 1,8 %. Rückgänge wurden hingegen bei Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien (–0,7 %) sowie bei türkischen Staatsbürgern (–0,5 %) verzeichnet. Insgesamt deutet diese Entwicklung auf eine zunehmende Internationalisierung des Bezirks Imst hin, die vor allem durch Zuzug aus anderen EU-Staaten, aber auch aus Drittstaaten geprägt ist. Ein Blick auf das gesamte Bundesland Tirol zeigt, dass dieser Trend kein lokales Phänomen ist: Tirolweit sank der Anteil österreichischer Staatsbürger in den vergangenen beiden Dekaden von 90,1 auf 81,0 % – also noch deutlich stärker als im Bezirk Imst.
UNTERSCHIEDE AUF GEMEINDEEBENE. Auf Gemeindeebene zeigen sich teils erhebliche Unterschiede. Die Stadtgemeinde Imst verzeichnete mit einem Minus von 9,6 % den stärksten Rückgang beim Anteil österreichischer Staatsbürger im gesamten Bezirk. Einen Sonderfall stellt Jerzens dar, wo der Österreicher-Anteil entgegen dem allgemeinen Trend leicht um 0,3 % gestiegen ist. Auch bei den übrigen Nationalitäten ergeben sich sehr unterschiedliche Entwicklungen. So nahm der Anteil deutscher Staatsbürger besonders stark in Umhausen zu, während er in Jerzens deutlich zurückging. Personen aus sonstigen EU-Staaten verzeichneten den größten Zuwachs in Sölden, während Karres nur einen sehr geringen Anstieg aufwies. Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien nahmen in Roppen leicht zu, gingen jedoch in Sölden stark zurück. Bei türkischen Staatsbürgern zeigte sich ein leichter Anstieg in Obsteig, während Mils bei Imst den deutlichsten Rückgang verzeichnete. Sonstige Nationalitäten legten vor allem in Obsteig kräftig zu, während es in Mötz zu einem minimalen Rückgang kam.
DEMOGRAFISCHER SPIELGEL GESELLSCHAFTLICHER VERÄNDERUNGEN. Die Zahlen machen deutlich: Der Bezirk Imst wächst, jedoch nicht überall gleich stark und nicht mit derselben Bevölkerungsstruktur. Während manche Gemeinden vom Zuzug profitieren, kämpfen andere mit Abwanderung. Gleichzeitig wird der Bezirk zunehmend internationaler, der Anteil österreichischer Staatsbürger sinkt spürbar. Ein weiterer Faktor, der diese Entwicklung mit erklärt, liegt auch in der demografischen Entwicklung der österreichischen Bevölkerung selbst. Im Vergleich auf ganz Österreich zeigt sich: Für den Erhalt der Bevölkerung ohne Zuwanderung wäre eine Gesamtfertilitätsrate von rund 2,1 Kindern pro Frau notwendig. Für das Jahr 2025 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor. 2024 lag dieser Wert bei mittlerweile nur mehr 1,31 Kindern pro in Österreich lebender Frau. Diese niedrige Geburtenrate wirkt sich langfristig auf die Bevölkerungsstruktur und den Anteil österreichischer Staatsbürger aus. Für Politik, Gemeinden und Wirtschaft stellen diese Entwicklungen eine zentrale Herausforderung dar. Wohnraum, Infrastruktur, Arbeitsmarkt und insbesondere der Bildungsbereich müssen zunehmend auf eine vielfältigere Bevölkerung ausgerichtet werden. Der demografische Wandel ist im Bezirk Imst längst Realität – und wird die Region auch in den kommenden Jahren nachhaltig prägen.
SINKENDER ÖSTERREICHER-ANTEIL, STEIGENDE VIELFALT. Nicht unwesentlich hat sich auch die Zusammensetzung der Bevölkerung verändert. Bezirksweit ist der Anteil österreichischer Staatsbürger zwischen 2005 und 2025 um 5,4 % gesunken. Gleichzeitig nahm die Zahl der Menschen mit anderer Staatsangehörigkeit zu. Der Anteil deutscher Staatsbürger stieg um 1,6 %, jener aus sonstigen EU-Staaten um 3,7 % und der Anteil sonstiger Nationalitäten um 1,8 %. Rückgänge wurden hingegen bei Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien (–0,7 %) sowie bei türkischen Staatsbürgern (–0,5 %) verzeichnet. Insgesamt deutet diese Entwicklung auf eine zunehmende Internationalisierung des Bezirks Imst hin, die vor allem durch Zuzug aus anderen EU-Staaten, aber auch aus Drittstaaten geprägt ist. Ein Blick auf das gesamte Bundesland Tirol zeigt, dass dieser Trend kein lokales Phänomen ist: Tirolweit sank der Anteil österreichischer Staatsbürger in den vergangenen beiden Dekaden von 90,1 auf 81,0 % – also noch deutlich stärker als im Bezirk Imst.
UNTERSCHIEDE AUF GEMEINDEEBENE. Auf Gemeindeebene zeigen sich teils erhebliche Unterschiede. Die Stadtgemeinde Imst verzeichnete mit einem Minus von 9,6 % den stärksten Rückgang beim Anteil österreichischer Staatsbürger im gesamten Bezirk. Einen Sonderfall stellt Jerzens dar, wo der Österreicher-Anteil entgegen dem allgemeinen Trend leicht um 0,3 % gestiegen ist. Auch bei den übrigen Nationalitäten ergeben sich sehr unterschiedliche Entwicklungen. So nahm der Anteil deutscher Staatsbürger besonders stark in Umhausen zu, während er in Jerzens deutlich zurückging. Personen aus sonstigen EU-Staaten verzeichneten den größten Zuwachs in Sölden, während Karres nur einen sehr geringen Anstieg aufwies. Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien nahmen in Roppen leicht zu, gingen jedoch in Sölden stark zurück. Bei türkischen Staatsbürgern zeigte sich ein leichter Anstieg in Obsteig, während Mils bei Imst den deutlichsten Rückgang verzeichnete. Sonstige Nationalitäten legten vor allem in Obsteig kräftig zu, während es in Mötz zu einem minimalen Rückgang kam.
DEMOGRAFISCHER SPIELGEL GESELLSCHAFTLICHER VERÄNDERUNGEN. Die Zahlen machen deutlich: Der Bezirk Imst wächst, jedoch nicht überall gleich stark und nicht mit derselben Bevölkerungsstruktur. Während manche Gemeinden vom Zuzug profitieren, kämpfen andere mit Abwanderung. Gleichzeitig wird der Bezirk zunehmend internationaler, der Anteil österreichischer Staatsbürger sinkt spürbar. Ein weiterer Faktor, der diese Entwicklung mit erklärt, liegt auch in der demografischen Entwicklung der österreichischen Bevölkerung selbst. Im Vergleich auf ganz Österreich zeigt sich: Für den Erhalt der Bevölkerung ohne Zuwanderung wäre eine Gesamtfertilitätsrate von rund 2,1 Kindern pro Frau notwendig. Für das Jahr 2025 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor. 2024 lag dieser Wert bei mittlerweile nur mehr 1,31 Kindern pro in Österreich lebender Frau. Diese niedrige Geburtenrate wirkt sich langfristig auf die Bevölkerungsstruktur und den Anteil österreichischer Staatsbürger aus. Für Politik, Gemeinden und Wirtschaft stellen diese Entwicklungen eine zentrale Herausforderung dar. Wohnraum, Infrastruktur, Arbeitsmarkt und insbesondere der Bildungsbereich müssen zunehmend auf eine vielfältigere Bevölkerung ausgerichtet werden. Der demografische Wandel ist im Bezirk Imst längst Realität – und wird die Region auch in den kommenden Jahren nachhaltig prägen.
Niki Meze





