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DNA-Befund weist Goldschakal nach

Nach Ziegenrissen in Arzl im Pitztal wurde zunächst ein Wolf als Verursacher vermutet

In Arzl im Pitztal wurden in unmittelbarer Nähe einer Siedlung mehrere tote Ziegen aufgefunden. Ein Wolf wurde als möglicher Verursacher vermutet und kurz darauf in der Nähe der Risse geschossen. Nun liegt der DNA-Befund vor. Dieser legt nahe, dass der erlegte Wolf nicht für die toten Ziegen verantwortlich war.

1. Oktober 2026
DNA-Befund weist Goldschakal nach
Nach Ziegenrissen wurde in Arzl im Pitztal ein Wolf geschossen. Nun wurde allerdings ein Goldschakal nachgewiesen. Symbolfoto: Pixabay/ Pixel-mixer
Anfang September waren in Arzl im Pitztal sechs Ziegen in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern gerissen worden. Kurz darauf konnte ein Jäger einen Wolf schießen, der offenbar zu seiner Beute zurückgekehrt war. Für das betreffende Jagdgebiet war zu diesem Zeitpunkt keine Abschussverordnung in Kraft. In den Wochen vor dem Rissereignis waren keine Wolf-Nachweise im Gemeindegebiet von Arzl bekannt. Aufgrund des Rissbildes mit massiven Kehlbissen war von einem Wolf als Verursacher ausgegangen worden. Ob die Voraussetzungen für die Entnahme wegen „Gefahr in Verzug“ vorlagen, ist Gegenstand entsprechender Erhebungen.

DNA-Befund liegt vor. Die im Zuge der Rissbegutachtung entnommenen DNA-Proben wurden zur Untersuchung an das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien geschickt. Mittlerweile liegt der Befund vor: Dieser legt nahe, dass nicht der erlegte Wolf für die Risse verantwortlich war. Für die sechs gerissenen Ziegen wurde DNA eines Goldschakals nachgewiesen.

WWF übt Kritik. Der WWF kritisiert das Vorgehen. „Zuerst schießen, dann die Fakten klären: Diese Praxis ist verantwortungslos. Die Landesregierung muss voreilige Abschüsse stoppen“, sagt WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler. Die Behörden müssten nun lückenlos aufklären, auf welcher Grundlage der geschützte Wolf getötet worden sei. Bei etwaigen Gesetzesverstößen müssten die vorgesehenen strafrechtlichen Konsequenzen eingeleitet werden, fordert Pichler. Der WWF kritisiert zudem, dass das Land Tirol zuletzt erneut Abschussverordnungen erlassen habe, obwohl die DNA-Ergebnisse zu den betreffenden Rissen noch ausstehen. Die Organisation fordert, Freigaben für Abschüsse bis zur Klärung auszusetzen. „Abschüsse auf Verdacht sind europarechtswidrig und höchst problematisch. Stattdessen sollten die Tierhalter bei der Umsetzung fachgerechter Herdenschutzmaßnahmen gefördert und beraten werden“, sagt Pichler.

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