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Neue Maßstäbe bei Tiroler Großbaustelle

TIWAG-Projekt setzt auf saubere Baustellenlogistik

Seit dem Spatenstich im vergangenen Herbst wird an der neuen Kraftwerksanlage Imst-Haiming intensiv gearbeitet. Der Großteil der Transportfahrten auf der Baustelle erfolgt dabei nahezu CO₂-frei – ein Konzept, das in dieser Form auf einer österreichischen Großbaustelle bislang einmalig ist. Davon überzeugte sich kürzlich auch Österreichs Verkehrsminister Peter Hanke vor Ort.

16. März 2026
Neue Maßstäbe bei Tiroler Großbaustelle<br />
TIWAG-Vorstand Alexander Speckle, Verkehrsminister Peter Hanke und Verkehrslandesrat René Zumtobel (v. l.) informierten bei einem Pressetermin auf der Kraftwerksbaustelle Imst-Haiming über den aktuellen Baufortschritt und den Einsatz emissionsfreier E-Lkw.
Foto: Hablitzel
Bei der TIWAG-Kraftwerksbaustelle in Haiming entsteht derzeit eines der bedeutendsten Energieprojekte Tirols. Die Baustelle für das neue Kraftwerk Imst-Haiming  gilt aktuell als größtes Infrastrukturvorhaben im Tiroler Oberland. Sobald die Anlage fertiggestellt ist, soll sie jährlich rund 250 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen und damit etwa 60.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen. Sechs Monate nach dem offiziellen Start der Bauarbeiten zeigt sich der Projektfortschritt laut Verantwortlichen planmäßig. „Seit dem offiziellen Baustart vor sechs Monaten befinden wir uns voll auf Kurs“, freut sich TIWAG-Vorstand Alexander Speckle bei einem Lokalaugenschein mit Bundesminister Peter Hanke und Verkehrslandesrat René Zumtobel.

STOLLENBAU UND ERSTE TESTPHASE. Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten vor allem auf den Vortrieb der Stollen, durch die später das Triebwasser zur Turbine geleitet wird. Das dabei entstehende Gestein und Erdmaterial wird mit einer besonderen Logistik von der Baustelle transportiert: Eine Flotte elektrisch betriebener Lastwagen übernimmt den Abtransport. Die Dimensionen sind beachtlich. „Insgesamt müssen ca. 370.000 m³ Beton und 3,5 Mio. Tonnen Ausbruchsmaterial verbracht werden“, berichtet der TIWAG-Vorstand: „Der gesamte Baustellenverkehr wird dabei vorwiegend CO²-frei abgewickelt. Das hat es in dieser Form bei einer Großbaustelle noch nicht gegeben und die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es funktioniert.“ Elektromobilität auf der Großbaustelle.

BUNDESMINISTER. Auch auf politischer Ebene wird das Projekt als Beispiel für klimafreundliche Infrastruktur gesehen. „Als Bundesminister ist es mir ein zentrales Anliegen, die E-Mobilität in ganz Österreich voranzutreiben. Das TIWAG-Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass es möglich ist, auch den Baustellenverkehr CO₂-neutral zu gestalten. Mit unserem Programm „eMOVE Austria“ fördern wir emissionsfreie Nutzfahrzeuge. Konkret kommen hier zwölf E-Lkw zum Einsatz, die mithilfe von Bundesmitteln in Höhe von 1,6 Millionen Euro beschafft wurden. Ich gratuliere der TIWAG zu diesem mutigen Schritt und bin überzeugt, dass nun auch andere Bauprojekte ihren Verkehr auf emissionsfreie Fahrzeuge umstellen werden“, erklärt der unter anderem auch für Infrastruktur und Verkehr zuständige Bundesminister.

SKEPSIS GEGENÜBER E-LKW NIMMT AB. Tirols Verkehrslandesrat René Zumtobel sieht im Einsatz der Elektrofahrzeuge ein wichtiges Signal für den Schwerverkehr. „Insbesondere beim Schwerverkehr ist die Skepsis gegenüber Elektromobilität oft noch groß. Dabei belegen die Zahlen klar, dass die benötigte Endenergiemenge beim Transport mit elektrisch betriebenen Lkw deutlich unter der eines Diesel-Lkw liegt“, verweist er auf Studien entlang der Brennerachse. „Diese Initiative der TIWAG stellt unter Beweis, dass Transporte auch einwandfrei elektrisch abgewickelt werden können. Das spart Ressourcen und schont das Klima. Die TIWAG investiert nicht nur in erneuerbare Energie, sondern setzt mit der Dekarbonisierung der Fahrzeugflotte auch ein weiteres Ausrufezeichen für den Klimaschutz.“

MILLIONENINVESTITION. Für den Bau wurden zwölf elektrische Zugmaschinen sowie zahlreiche Spezialauflieger angeschafft. Mit rund 660 PS Leistung transportieren sie Aushubmaterial und Beton zwischen Baustelle, Deponien und Aufbereitungsanlagen. Die Investitionskosten für die Fahrzeuge liegen bei rund 5,5 Millionen Euro.

NOCH VIELE KILOMETER. Bis zum Abschluss der Bauarbeiten werden die E-Lkw rund fünf Millionen Kilometer zurücklegen und dabei etwa 6.000 Tonnen CO₂ sowie rund 2,5 Millionen Liter Diesel einsparen. Die Fertigstellung des Kraftwerks Imst-Haiming ist für das Jahr 2030 vorgesehen. Insgesamt investiert die TIWAG rund 680 Millionen Euro in das Großprojekt.
Neue Maßstäbe bei Tiroler Großbaustelle<br />
Die blaue Flotte elektrisch betriebener Volvo-Zugmaschinen sorgt auf der Baustelle des Kraftwerks Imst–Haiming für einen weitgehend CO₂-freien Transport von Aushubmaterial und Beton. Foto: Hablitzel

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