Schließung regionaler Servicestellen
Die Österreichische Gesundheitskasse plant Einsparungsmaßnahmen – auch Imst könnte betroffen sein
Die Österreichische Gesundheitskasse plant Einsparungsmaßnahmen. Laut Arbeiterkammer könnten mehr als 60 regionale Servicestellen geschlossen werden, darunter auch die in Imst.
14. Juli 2026
Laut der Arbeiterkammer plant die Österreichische Gesundheitskasse, Servicestellen – darunter auch jene in Imst – einzusparen. Foto: Grüneis
Von den aktuell 141 regionalen Beratungsstellen sollen nur 77 erhalten bleiben. In Tirol wären laut Arbeiterkammer die Service- und Beratungsstellen in Imst, Telfs, Zell am Ziller und Kufstein voraussichtlich betroffen. „Hier zeigt sich einmal mehr die Gefahr der dogmatischen Zentralisierung zulasten der Versicherten. In ländlichen Regionen bedeuten solche Schließungen eine deutliche Verschlechterung der Service- und Beratungsqualität, auf die jedoch viele Versicherte sowie deren Dienstgeber und Vertragspartner angewiesen sind. Dies schwächt das Vertrauen der Menschen im ländlichen Raum und trägt langfristig dazu bei, dass sie sich von wichtigen Institutionen und der Politik im Stich gelassen fühlen“, führt AK-Präsident Erwin Zangerl aus. Digitale Angebote sowie telefonische Beratungen seien eine gute und wichtige Ergänzung, würden jedoch den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. AK-Präsident Zangerl fordert die Verantwortlichen daher auf: „Die Versicherten brauchen Antworten darauf, wie die Versorgung im ländlichen Raum gesichert werden kann – die Schließung regionaler Service- sowie Beratungsstellen kann darauf nicht die Antwort sein und muss von den Verantwortlichen noch einmal überdacht werden!“
Deutliche Kritik. Mit deutlicher Kritik reagieren auch der Imster VP-Bezirksparteiobmann Bernhard Schöpf und die Oberländer Nationalrätin Margreth Falkner auf die bekannt gewordenen Pläne der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). „Eine Schließung der ÖGK-Servicestelle in Imst wäre ein weiterer Zentralisierungsschritt auf Kosten der Menschen im Oberland. Gerade in einer ländlichen Region brauchen die Bürger-innen und Bürger wohnortnahe Anlaufstellen und persönliche Beratung. Dafür werden wir uns mit aller Kraft einsetzen“, betont Schöpf. „Im Oberland kämpfen wir bereits seit Jahren mit offenen Kassenstellen und einem spürbaren Ärztemangel. So fehlt in Landeck seit Monaten ein Arzt für Augenheilkunde. Statt das Service für die Bevölkerung weiter auszudünnen, muss die ÖGK endlich ihre Hausaufgaben machen und die zugesagten Kassenarztstellen rasch besetzen. Weitere Zentralisierung ist der falsche Weg“, warnt Nationalrätin Margreth Falkner vor einer Schwächung der Gesundheitsversorgung abseits der Landeshauptstädte. Schöpf und Falkner kritisieren insbesondere, dass die Pläne offenbar ohne Einbindung der betroffenen Regionen entstanden seien. „Während überall von einer Stärkung des ländlichen Raums gesprochen wird, werden gleichzeitig immer mehr öffentliche Angebote infrage gestellt. Erst die Diskussion über Bezirksgerichte, jetzt mögliche Schließungen von ÖGK-Servicestellen – dieser schleichenden Zentralisierung müssen wir entschieden entgegentreten“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Philip Wohlgemut. Die SPÖ Tirol fordert eine sorgfältige Prüfung und spricht sich für den Erhalt der regionalen Servicestellen aus. „Persönliche Beratung und ein niederschwelliger Zugang zu öffentlichen Leistungen müssen auch künftig in allen Regionen Tirols gewährleistet bleiben. Gerade im Gesundheitsbereich braucht es Nähe zu den Menschen“, stellt Wohlgemuth klar. Für die Grünen ist klar, dass eine Sozialversicherung sparsam und zweckmäßig arbeiten müsse, aber es fehle jegliche Begründung für die beabsichtigte Schließung der Regionalstellen. Für den Fall der Fälle bringen die Grünen Ärztezentren (PVZ) als Alternative ins Spiel. „Man kann die Menschen nicht ständig mit solchen auf dem Schreibtisch einfachen, aber für die Bevölkerung mit negativen Konsequenzen verbundenen Kürzungsmaßnahmen vor den Kopf stoßen. Wenn die ÖGK schon diese Serviceorte glaubt schließen zu müssen, muss sie eine attraktive Alternative zur Verfügung stellen. Denn einfach dicht machen geht nicht“, so Gesundheitssprecherin Petra Wohlfahrtstätte. Auch die FPÖ übt Kritik an den Plänen der Österreichischen Gesundheitskasse. „Wenn die Kassenfürsten in Wien beschließen, den ländlichen Raum auszuhungern, dann ist das ein beispielloser Skandal“, so Christoph Steiner. „Wir Freiheitliche sagen ganz klar: Sparen am System und beim aufgeblähten Verwaltungsapparat ist dringend notwendig, aber dieser einseitige Kahlschlag ist kein Sparen am System, sondern ein Sparen auf dem Rücken der Betroffenen in den Regionen.“ Für Liste Fritz-Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider sind die geplanten Schließungen von ÖGK-Servicestellen in Tirol ein Rückschritt in der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. „Wer Servicestellen in Imst, Telfs, Kufstein und Zell am Ziller zusperrt, spart nicht irgendwo im System, sondern direkt bei den Menschen. Für ältere Personen, chronisch Kranke, Familien und all jene, die auf persönliche Beratung und Hilfe angewiesen sind, ist das ein massiver Rückschritt und für die Liste Fritz nicht hinnehmbar“, so Haselwanter-Schneider. Für die Tiroler NEOS ist klar, dass die ÖGK den Sparstift ansetzen muss, um leistungsfähig zu bleiben. Um eine ehrliche Diskussion zu führen, braucht es aber konkrete Zahlen. Dann könne man sich anschauen, ob und wo es Sinn machen würde, Synergien zu schaffen und die Effizienz zu erhöhen. Klubobfrau Birgit Obermüller: „In Zeiten der Digitalisierung werden langsam aber sicher immer mehr Behördengänge obsolet. Das ist von unserer Seite aus zu begrüßen. Auch die ÖGK wird immer digitaler und so gut wie alles lässt sich mit einem Smartphone von zu Hause aus regeln. Die ÖGK muss aber auch sicherstellen, dass gerade in der Gesundheitsversorgung alle diesen Weg mitgehen und ausreichend serviciert werden können“, so Obermüller.
Deutliche Kritik. Mit deutlicher Kritik reagieren auch der Imster VP-Bezirksparteiobmann Bernhard Schöpf und die Oberländer Nationalrätin Margreth Falkner auf die bekannt gewordenen Pläne der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). „Eine Schließung der ÖGK-Servicestelle in Imst wäre ein weiterer Zentralisierungsschritt auf Kosten der Menschen im Oberland. Gerade in einer ländlichen Region brauchen die Bürger-innen und Bürger wohnortnahe Anlaufstellen und persönliche Beratung. Dafür werden wir uns mit aller Kraft einsetzen“, betont Schöpf. „Im Oberland kämpfen wir bereits seit Jahren mit offenen Kassenstellen und einem spürbaren Ärztemangel. So fehlt in Landeck seit Monaten ein Arzt für Augenheilkunde. Statt das Service für die Bevölkerung weiter auszudünnen, muss die ÖGK endlich ihre Hausaufgaben machen und die zugesagten Kassenarztstellen rasch besetzen. Weitere Zentralisierung ist der falsche Weg“, warnt Nationalrätin Margreth Falkner vor einer Schwächung der Gesundheitsversorgung abseits der Landeshauptstädte. Schöpf und Falkner kritisieren insbesondere, dass die Pläne offenbar ohne Einbindung der betroffenen Regionen entstanden seien. „Während überall von einer Stärkung des ländlichen Raums gesprochen wird, werden gleichzeitig immer mehr öffentliche Angebote infrage gestellt. Erst die Diskussion über Bezirksgerichte, jetzt mögliche Schließungen von ÖGK-Servicestellen – dieser schleichenden Zentralisierung müssen wir entschieden entgegentreten“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Philip Wohlgemut. Die SPÖ Tirol fordert eine sorgfältige Prüfung und spricht sich für den Erhalt der regionalen Servicestellen aus. „Persönliche Beratung und ein niederschwelliger Zugang zu öffentlichen Leistungen müssen auch künftig in allen Regionen Tirols gewährleistet bleiben. Gerade im Gesundheitsbereich braucht es Nähe zu den Menschen“, stellt Wohlgemuth klar. Für die Grünen ist klar, dass eine Sozialversicherung sparsam und zweckmäßig arbeiten müsse, aber es fehle jegliche Begründung für die beabsichtigte Schließung der Regionalstellen. Für den Fall der Fälle bringen die Grünen Ärztezentren (PVZ) als Alternative ins Spiel. „Man kann die Menschen nicht ständig mit solchen auf dem Schreibtisch einfachen, aber für die Bevölkerung mit negativen Konsequenzen verbundenen Kürzungsmaßnahmen vor den Kopf stoßen. Wenn die ÖGK schon diese Serviceorte glaubt schließen zu müssen, muss sie eine attraktive Alternative zur Verfügung stellen. Denn einfach dicht machen geht nicht“, so Gesundheitssprecherin Petra Wohlfahrtstätte. Auch die FPÖ übt Kritik an den Plänen der Österreichischen Gesundheitskasse. „Wenn die Kassenfürsten in Wien beschließen, den ländlichen Raum auszuhungern, dann ist das ein beispielloser Skandal“, so Christoph Steiner. „Wir Freiheitliche sagen ganz klar: Sparen am System und beim aufgeblähten Verwaltungsapparat ist dringend notwendig, aber dieser einseitige Kahlschlag ist kein Sparen am System, sondern ein Sparen auf dem Rücken der Betroffenen in den Regionen.“ Für Liste Fritz-Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider sind die geplanten Schließungen von ÖGK-Servicestellen in Tirol ein Rückschritt in der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. „Wer Servicestellen in Imst, Telfs, Kufstein und Zell am Ziller zusperrt, spart nicht irgendwo im System, sondern direkt bei den Menschen. Für ältere Personen, chronisch Kranke, Familien und all jene, die auf persönliche Beratung und Hilfe angewiesen sind, ist das ein massiver Rückschritt und für die Liste Fritz nicht hinnehmbar“, so Haselwanter-Schneider. Für die Tiroler NEOS ist klar, dass die ÖGK den Sparstift ansetzen muss, um leistungsfähig zu bleiben. Um eine ehrliche Diskussion zu führen, braucht es aber konkrete Zahlen. Dann könne man sich anschauen, ob und wo es Sinn machen würde, Synergien zu schaffen und die Effizienz zu erhöhen. Klubobfrau Birgit Obermüller: „In Zeiten der Digitalisierung werden langsam aber sicher immer mehr Behördengänge obsolet. Das ist von unserer Seite aus zu begrüßen. Auch die ÖGK wird immer digitaler und so gut wie alles lässt sich mit einem Smartphone von zu Hause aus regeln. Die ÖGK muss aber auch sicherstellen, dass gerade in der Gesundheitsversorgung alle diesen Weg mitgehen und ausreichend serviciert werden können“, so Obermüller.
Martin Grüneis 




