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Imst | Wirtschaft | 29. Oktober 2019 | Klara Fritz

Rennen um Skigebietszusammenschluss

Standen den interessierten Besuchern Rede und Antwort: Markus Welzl (ÖAV), Gerd Estermann („Bürgerinitiative-Feldring“), Josef Schrank (WWF Österreich), Birgit Sattler („Naturfreunde Tirol“) (v.l.) Foto: Alpenverein
Gletscherzusammenschluss Pitztal-Ötztal – im Bild: Der linke Fernerkogel. Foto: WWF/Vincent Sufiyan
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Pitztal-Ötztal-Skigebietsehe erhitzt weiterhin die Gemüter


Großes Besucherinteress


e herrschte kürzlich bei der Gletscher-Infoveranstaltung in Innsbruck, zu welcher der Österreichische Alpenverein, der WWF Österreich, die „Naturfreunde Öster-reich“ und die „Bürgerinitiative-Feldring“ geladen hatten. Unter den rund 140 Besuchern befand sich auch St. Leonhards Bürgermeister Elmar Haid. In Kurzreferaten wollten die Vertreter der Umweltorganisationen auf die Auswirkungen des Mega-Projekts erneut aufmerksam machen.


Von Barbara Heiss


Die Räumlichkeiten der Firma „Patagonia“ (Outdoor Bekleidung) waren vergangene Woche voll besetzt – zahlreiche Menschen waren der Einladung gefolgt, um sich über den geplanten Zusammenschluss der Gletschergebiete Pitztal und Ötztal zu informieren. Die anschließende Diskussion zeigte, wie sehr das Thema, vor allem bei den jungen Besuchern, polarisierte.



Die Dimensionen des Projekts

Markus Welzl, stellvertretender Landesleiter des ÖAV, beschrieb beispielsweise die geographische Lage des Projektgebiets und die Standorte der geplanten Anlagen. Dabei stellte klar, dass es sich bei dem Projekt „keineswegs nur um einen Zusammenschluss handelt, sondern um eine Neuerschließung im Ausmaß eines Skigebietes mittlerer Größe, das auch drei bisher weitgehend unberührte Gletscher einschließen würde“. Auch Josef Schrank, Landschaftsökologe vom WWF Österreich, wies in seinem Vortrag auf die mögliche Umweltschäden hin und zeigte in Bildern, wie sich der Geltscher innerhalb von vier Jahren zurückgezogen hatte. Limnologin Birgit Sattler, stellvertretende Vorsitzende der „Naturfreunde Tirol“, stellte in ihrem Vortrag den Gletscher als Lebensraum für kälteliebende Kleinlebewesen vor. Gerd Estermann wies zu guter Letzt auf die Möglichkeit hin, wie man sich selbst in Bürgerinitiativen organisieren könne. Er sprach dabei aus Erfahrung: Durch seine Bürgerinitiative wurde das Projekt Feldringer Böden vorerst verhindert. Die Bürgerinitiative setzte dabei vor allem auf Information und auf die Wirkung einer Petition, die in nur zehn Tagen schon mehr als 10000 Unterstützungserklärungen gesammelt hat.




Gletscherzusammenschluss Pitztal-Ötztal – im Bild: Der linke Fernerkogel. Foto: WWF/Vincent Sufiyan

Hitzige Diskussion

Die Infoveranstaltung wurde allerdings auch als Diskussionsplattform genutzt, die vor allem bei den jungen Besuchern anklang fand. St. Leonhards Bürgermeister Elmar Haid äußerte seine Bedenken hinsichtlich einer stagnierenden wirtschaftlichen Entwicklung und der  Abwanderung von Einheimischen in der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal. Dem hielt Estermann entgegen, dass die Abwanderung in St. Leonhard wesentlich geringer sei als etwa in der Tourismus-Hochburg Sölden, die in puncto Abwanderung unangefochten die Nummer eins im Bezirk sei. Was die Wirtschaftlage angeht, zog Estermann einen Vergleich: „Meine Heimatgemeinde Mötz (im Inntal) hat in etwa gleich viele Einwohner wie St.Leonhard im Pitztal. Die Einnahmen meiner Gemeinde (ordentlicher Haushalt) belaufen sich im Jahre 2018 auf 2,629 Millionen Euro, in St.Leonhard wurden im gleichen Zeitraum 7,613 Millionen in die Gemeindekasse gespült. So schlecht scheint es also den Pitztalern nicht zu gehen.“ Auf Nachfrage der RUNDSCHAU bei Bürgermeister Haid erklärte dieser: „Bei den von Estermann angegebenen Zahlen handelt es sich um das Budget der Gemeinde St. Leonhard, nicht um die Einnahmen. Wir sind flächenmäßig die drittgrößte Gemeinde in Tirol, das kann man mit Mötz schlecht vergleichen.“ Zudem sei die Gemeinde wirtschaftlich massiv vom Wintertourismus abhängig. „Der Tourismus ist unser einziges Standbein. Wir haben hier bis zu acht Monate Winter im Jahr. Natürlich wollen wir auch den Sommertourismus ausbauen, aber das ist zu wenig. Wir brauchen auch für die nächste Generation eine Perspektive“, so Haid.



Auch bei unseren Lesern ein Thema

Auch das E-Mail-Postfach der RUNDSCHAU-Redaktion erreichten zahlreiche Leserbriefe zu diesem Thema. Stellvertretend dafür wurde eine Meinung eines Bürgers aus dem Pitztal veröffentlicht (Seite 21).

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