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„Es hat tadellos funktioniert“

Am Freitag wird die Arlbergtunnelsperre nach mehr als fünf Monaten wieder aufgehoben

Monatelang war der Arlbergstraßentunnel gesperrt, vor allem, um die Fahrbahn auf Tiroler Seite erneuern zu können. Dass 2024 dasselbe nochmals der Fall ist, sorgt kaum für Beunruhigung, denn die Verkehrslösung hat gut funktioniert.
3. Oktober 2023 | von Daniel Haueis
„Es hat tadellos funktioniert“
23.500 Kubikmeter Beton bilden die Fahrbahn des 14 Kilometer langen Arlberstraßentunnels. Foto: Asfinag
Von Daniel Haueis

Im Laufe des Freitags wird die Sperre des Arlbergtunnels wieder aufgehoben – die S16 muss dann also nicht mehr verlassen werden, wenn man ins Ländle oder von dort nach Tirol will. Seit 24. April war der 14 Kilometer lange Tunnel, der am 1. Dezember 1978 in Betrieb genommen wurde und einen täglichen Verkehr von 8.000 Fahrzeugen aufweist, gesperrt. Dadurch konnten heuer die rund 50 Jahre alte Betonfahrbahn und die komplette Tunnelbeschichtung sowie die Hauptentwässerung auf Tiroler Seite erneuert werden. Nächstes Jahr ist dann die Vorarlberger Seite dran, was eine neuerliche Tunnelsperre nötig macht (geplant ist sie derzeit für 15. April bis 22. November). Darüber hinaus investiert die Asfinag 2024 knapp 30 Millionen Euro in die umfassende Erneuerung der Mautstelle St. Jakob – heuer wurden hier nur einige Vorarbeiten durchgeführt. Während der Arbeiten waren Elektronikeinrichtungen und die Entlüftung ausgeschaltet worden, sodass allein schon aus Gründen der Sicherheit kein Verkehr durch den Tunnel rollen konnte. Die Arbeiten sind nach Plan verlaufen: „Aus derzeitiger Sicht konnten sowohl der Zeitplan als auch die Kosten wie geplant eingehalten werden. Die Gesamtinvestitionssumme liegt bei 75 Millionen Euro für den Arlbergtunnel, 30 Millionen Euro bei der Mautstelle“, berichtet Asfinag-Pressesprecher Alexander Holzedl.

AUSWEICHLÖSUNG HAT WIEDER FUNKTIONIERT. Die Verkehrslösung während der Sperre hat für die Asfinag hervorragend funktioniert: Pkw u. a. durften die Passstraße benutzen, für manche Fahrzeugarten galten Sonderregelungen, Lkw mit Anhänger und Sattelkraftfahrzeuge mussten großräumig ausweichen. „Mit nur wenigen Verzögerungen und keinem einzigen Tag, an dem stundenlanges Warten auf dem Programm standen, zeigte sich, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Behörden, Polizei, Gemeinden, Wirtschaftskammern etc. war und ist“, sagt Holzedl. Ziel-Quellverkehrs-Regelung haben sich nach 2015 und 2017 jetzt wiederum bewährt. Das bestätigt Bgm. Helmut Mall aus St. Anton: „Es hat sehr gut, tadellos funktioniert.“ Die Asfinag hat zusätzlich Finanzmittel bereitgestellt, damit die Passstrecke als regionale Umleitung rechtzeitig fit gemacht wird, etwa für die Fußgänger- und Radwegüberführung in St. Anton. Die Gemeinde hat auch einiges an Vorarbeit geleistet: Es wurde bekanntlich die Bundesstraße im Dorf an das Rosanna-Ufer verlegt. Bgm. Malls Fazit nach dem ersten halben Jahr Sperre: „Es ist wenig gewesen.“ Eine Einschränkung muss er aber machen – siehe „Kein Gehör gefunden“. Jahresmautkartenbesitzer haben aufgrund der Sperren 2023 und 2024 keine Nachteile: Die Gültigkeit des Jahrestickets wird automatisch um die Dauer der Sperre verlängert.



„Kein Gehör gefunden“

Bgm. Helmut Mall kritisiert Vorarlberger Vorrang-Regelung

(dgh) „Das hat den Sommer über Schwierigkeiten gemacht“, sagt Bgm. Helmut Mall über die Vorrangregelung im Bereich der Kreuzung B197 und B198. Seit acht Jahren hat dort der Ost-West-Verkehr (zwischen St. Anton und Stuben) Nachrang gegenüber dem Verkehr vom Arlbergpass nach Zürs und Lech. Die Straße wurde vor acht Jahren neu errichtet, durch den nunmehrigen Verlauf hat sich eine neue Kreuzung ergeben, was wiederum dazu geführt hat, dass dem Verkehr nach Zürs-Lech Vorrang eingeräumt wurde, weiß Mag. Arnold Brunner, Leiter des Polizei- und Verkehrsreferates der BH Bludenz. An der Kreuzung ist zudem eine Ampel installiert, die bei Bedarf in Betrieb genommen wird, konkret: wenn das Verkehrsaufkommen steigt. Laut Bgm. Mall hat die Neuregelung dieser Kreuzung negative Auswirkungen in Form von Rückstaus bis St. Christoph oder gar ins Stanzertal hinunter. Laut Arnold Brunner gibt es nur Probleme, wenn der Arlbergstraßentunnel gesperrt ist: „An starken Tagen muss man die Ampel in Betrieb nehmen“, so Brunner. Das bedeutet, dass während der Tunnelsperre 2024 die Ampel wieder zum Einsatz kommt. Brunner bestätigt Diskussionen über die Verkehrsregelung bei der neuen Kreuzung, er kennt auch die Meinung des St. Antoner Dorfchefs – Bgm. Mall habe aber „bisher kein Gehör gefunden“, so Brunners Diagnose.
„Es hat tadellos funktioniert“
Bgm. Helmut Mall: Rückstau bis St. Christoph und weiter RS-Foto: Archiv

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