Neuanlauf für KW Sanna
Für 19. November ist in Pians Info-Veranstaltung geplant
Das umstrittene Kraftwerksprojekt an der Sanna wurde 2015 auf Eis gelegt, nachdem sich die sieben Anrainergemeinden entschlossen hatten, doch nicht im Rahmen eines Beteiligungsmodells einzusteigen. Nun versucht die Projektentwicklerfirma „ILF Business Consult“ (vormals Infra) das Projekt wieder zum Leben zu erwecken.
24. September 2024
Nur zwei Pianner Mandatare, darunter Bgm. Peter Rauchegger (l.), stimmten im März 2015 für eine Kraftwerksbeteiligung. RS-Foto: Tiefenbacher
Dieser Neuanlauf kommt nicht ganz unerwartet, war doch damals die Projektentwicklerfirma der Ansicht, die Sache nun erst einmal ruhen zu lassen, eine Nachdenkpause einzulegen und das Vorhaben später wieder aufzunehmen. Diese Nachdenkpause ist nun offensichtlich vorbei. Bgm. Harald Bonelli berichtete bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Pians, dass es am 4. September 2024 eine Besprechung mit der Projektentwicklerfirma bezüglich des wiederauflebenden Projekts Wasserkraftwerk Sanna gegeben habe. Bonelli erläuterte dem Gemeinderat das frühere Projekt anhand der alten Projektunterlagen und erklärte die damaligen Gegebenheiten sowie die Standpunkte der früheren Pianner Gemeinderäte. Außerdem informiert er die Mitglieder des Gemeinderats darüber, dass am 19. November im Gemeindesaal Pians eine Informationsveranstaltung geplant ist, bei der von der projektierenden Firma (ILF Business Consult) das aktualisierte Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Apropos Öffentlichkeit: In Pians wird die Meinung der Bevölkerung dazu als eine Grundlage für die künftige Entscheidung gesehen. Die RUNDSCHAU hat auch den Geschäftsführer der ILF Consulting in Rum um eine Stellungnahme dazu gebeten, dieser war aber nicht erreichbar. Die Redaktion wird sich noch einmal um ein Statement bemühen.
WAS BISHER GESCHAH. Wo steht das Projekt derzeit? Was geschah bisher? Der Ausgangspunkt zur Auslotung der Möglichkeiten für ein Kraftwerk an der Sanna war der Kriterienkatalog zur Wasserkraft-Nutzung des Landes Tirol (März 2011). Die darin enthaltene Passage, dass nicht nur das Potenzial der Rosanna und der Trisanna, sondern auch jenes der Sanna zur Stromgewinnung interessant sei und genutzt werden sollte, entfaltete für die sieben Anliegergemeinden Strengen, Pians, Grins, Stanz, Tobadill, Landeck und Zams Empfehlungscharakter. Sie griffen die Anregung auf und entschieden sich, etwa dieselbe Stoßrichtung (Gemeindebeteiligungsmodell) zu verfolgen, die dem Kraftwerk Stanzertal zugrunde liegt. Mit der Aufgabe des Projektverantwortlichen wurde der damalige Pianner Bürgermeister Peter Rauchegger betraut.
KOSTEN. Die Gesamtkosten wurde auf 90 bis 100 Mio. Euro geschätzt. Anvisiert wurde eine Jahresproduktion von 83 Gigawattstunden. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von rund 24.000 Haushalten. Insgesamt wurden in die Projektentwicklung rund zwei Mio. Euro investiert. Die gesamten bisher angefallenen Projektentwicklungskosten hat die Projektentwicklerfirma getragen. Die Gemeinden waren zu nichts verpflichtet. Der Baustart war für 2016 geplant. 2019/20 sollte die Anlage ans Netz gehen.
WIDERSTAND FORMIERTE SICH. Bereits in der Projektierungsphase formierte sich Widerstand. Die Kraftwerksgegner sorgten auf verschiedenen Ebenen für gehörig Gegenwind. Die Debatte wurde sehr emotional geführt. Um eine möglichst große mediale Schlagkraft zu entwickeln, demonstrierten rund 300 Wildwassersportler und Raftingunternehmer beim Sanna-Riverfest gegen die Kraftwerkspläne. Vor allem wurde vor den Folgen der verbleibenden Restwassermenge gewarnt, weil dadurch die Sanna zu einem Rinnsal werde und für den Wildwassersport nicht mehr nutzbar wäre. Insgesamt am häufigsten wurde der Vorwurf erhoben, dass das Kraftwerk unrentabel sei und die Beteiligung am Projekt für die Gemeinden zu einem finanziellen Abenteuer werde. Bewohner am Lattenbach äußerten massive Sicherheitsbedenken. Deshalb formierte sich eine Bürgerinitiative, die neben anderen Aktivitäten Unterschriften sammelte, um bei der Umweltverträglichkeitsprüfung mitreden zu können.
VIEL PANIKMACHE. Die Gegenseite sah das anders. Für die Betreiber war das Kraftwerk aus energiewirtschaftlicher Sicht so attraktiv, dass sie dessen Weiterverfolgung für sinnvoll hielten. Dies wurde mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung von einem Energiespezialisten belegt. Es gab Bürgermeisterstimmen, die sagten, es sei viel Panik gemacht worden und die Argumente von der Zerstörung der Natur und dem Rinnsal Sanna würden nicht der Wahrheit entsprechen. Es gab Abstimmungsgespräche zwischen den Planern und den verschiedenen Interessenvertretern (Wildwassersportler, Anrainer und Touristiker etc.). Die dabei angebotenen Lösungen zu den Knackpunkten (Restwasser, Lattenbachsicherheit, Verkehrsbelastung usw.) überzeugten diese nicht ausreichend.
STIMMUNGSWANDEL. Im Zuge der öffentlichen Debatte begann die anfängliche Zustimmung der beteiligten Gemeindemandatare zum Projekt zu bröckeln. Die Überzeugungsarbeit der Projektbetreiber reichte nicht aus, um ein positives Abstimmungsergebnis für eine Kraftwerksbeteiligung in den Gemeindeparlamenten von Zams, Landeck und Pians zu erreichen. Sie lehnten im Herbst 2014 bzw. im Frühjahr 2015 den Einstieg in die Kraftwerksgesellschaft ab. Danach verzichteten die weiteren vier Gemeinden (Grins, Tobadill, Stanz und Strengen) auf eine Beteiligung. Aufgrund dieser Entwicklung wurde das Vorhaben vorerst auf Eis gelegt. Einige Dorfchefs meinten, es werde eine Chance vertan.
WAS BISHER GESCHAH. Wo steht das Projekt derzeit? Was geschah bisher? Der Ausgangspunkt zur Auslotung der Möglichkeiten für ein Kraftwerk an der Sanna war der Kriterienkatalog zur Wasserkraft-Nutzung des Landes Tirol (März 2011). Die darin enthaltene Passage, dass nicht nur das Potenzial der Rosanna und der Trisanna, sondern auch jenes der Sanna zur Stromgewinnung interessant sei und genutzt werden sollte, entfaltete für die sieben Anliegergemeinden Strengen, Pians, Grins, Stanz, Tobadill, Landeck und Zams Empfehlungscharakter. Sie griffen die Anregung auf und entschieden sich, etwa dieselbe Stoßrichtung (Gemeindebeteiligungsmodell) zu verfolgen, die dem Kraftwerk Stanzertal zugrunde liegt. Mit der Aufgabe des Projektverantwortlichen wurde der damalige Pianner Bürgermeister Peter Rauchegger betraut.
KOSTEN. Die Gesamtkosten wurde auf 90 bis 100 Mio. Euro geschätzt. Anvisiert wurde eine Jahresproduktion von 83 Gigawattstunden. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von rund 24.000 Haushalten. Insgesamt wurden in die Projektentwicklung rund zwei Mio. Euro investiert. Die gesamten bisher angefallenen Projektentwicklungskosten hat die Projektentwicklerfirma getragen. Die Gemeinden waren zu nichts verpflichtet. Der Baustart war für 2016 geplant. 2019/20 sollte die Anlage ans Netz gehen.
WIDERSTAND FORMIERTE SICH. Bereits in der Projektierungsphase formierte sich Widerstand. Die Kraftwerksgegner sorgten auf verschiedenen Ebenen für gehörig Gegenwind. Die Debatte wurde sehr emotional geführt. Um eine möglichst große mediale Schlagkraft zu entwickeln, demonstrierten rund 300 Wildwassersportler und Raftingunternehmer beim Sanna-Riverfest gegen die Kraftwerkspläne. Vor allem wurde vor den Folgen der verbleibenden Restwassermenge gewarnt, weil dadurch die Sanna zu einem Rinnsal werde und für den Wildwassersport nicht mehr nutzbar wäre. Insgesamt am häufigsten wurde der Vorwurf erhoben, dass das Kraftwerk unrentabel sei und die Beteiligung am Projekt für die Gemeinden zu einem finanziellen Abenteuer werde. Bewohner am Lattenbach äußerten massive Sicherheitsbedenken. Deshalb formierte sich eine Bürgerinitiative, die neben anderen Aktivitäten Unterschriften sammelte, um bei der Umweltverträglichkeitsprüfung mitreden zu können.
VIEL PANIKMACHE. Die Gegenseite sah das anders. Für die Betreiber war das Kraftwerk aus energiewirtschaftlicher Sicht so attraktiv, dass sie dessen Weiterverfolgung für sinnvoll hielten. Dies wurde mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung von einem Energiespezialisten belegt. Es gab Bürgermeisterstimmen, die sagten, es sei viel Panik gemacht worden und die Argumente von der Zerstörung der Natur und dem Rinnsal Sanna würden nicht der Wahrheit entsprechen. Es gab Abstimmungsgespräche zwischen den Planern und den verschiedenen Interessenvertretern (Wildwassersportler, Anrainer und Touristiker etc.). Die dabei angebotenen Lösungen zu den Knackpunkten (Restwasser, Lattenbachsicherheit, Verkehrsbelastung usw.) überzeugten diese nicht ausreichend.
STIMMUNGSWANDEL. Im Zuge der öffentlichen Debatte begann die anfängliche Zustimmung der beteiligten Gemeindemandatare zum Projekt zu bröckeln. Die Überzeugungsarbeit der Projektbetreiber reichte nicht aus, um ein positives Abstimmungsergebnis für eine Kraftwerksbeteiligung in den Gemeindeparlamenten von Zams, Landeck und Pians zu erreichen. Sie lehnten im Herbst 2014 bzw. im Frühjahr 2015 den Einstieg in die Kraftwerksgesellschaft ab. Danach verzichteten die weiteren vier Gemeinden (Grins, Tobadill, Stanz und Strengen) auf eine Beteiligung. Aufgrund dieser Entwicklung wurde das Vorhaben vorerst auf Eis gelegt. Einige Dorfchefs meinten, es werde eine Chance vertan.





