Speicher gegen Trockenheit
Wassermangel drosselt die Stromproduktion in allen Tälern des Bezirkes
Der bisherige Wassermangel beschäftigt u.a. Landwirtschaft, Alpenvereinshütten, Umweltschützer – und die Energieversorger, die vielfach auf Wasserkraft setzen. Und weniger Wasser bedeutet weniger elektrischen Strom.
25. August 2026
Der Silvrettasee zwischen dem Paznaun und dem Montafon (Foto vom August 2025): Die Illwerke registrieren heuer ein um rund ein Drittel geringeres Wasserdargebot. Foto: Haueis
Die Vorarlberger Illwerke, die naturgemäß ins Paznaun und ins Stanzertal fließendes Wasser überleiten und zur Stromproduktion verwenden, mussten von Jänner bis Juli ein deutlich geringeres Dargebot hinnehmen: Die natürlichen Zuflüsse zu den illwerke vkw-Kraftwerken lagen insgesamt rund ein Drittel unter dem Niveau der Vorjahre, weiß Andreas Neuhauser vom Kommunikationsmanagement. Und die Trockenheit wirkt sich auch auf jene Anlagen aus, die u.a. mit Tiroler Wasser gespeist werden – es wird in der Kraftwerksgruppe über mehrere Stufen genutzt, insbesondere in den Kopswerken I und II sowie den Obervermuntwerken I und II. Durch die geringeren Zuflüsse kann entsprechend weniger Wasser aus natürlichen Zuflüssen verarbeitet werden. Der daraus resultierende Erzeugungsrückgang wird von den Illwerken durch einen verstärkten Pumpeinsatz abgefedert, kann aber nicht vollständig ausgeglichen werden.
ST. ANTON: WENIGER STROM – KEINE PREISERHÖHUNG. EWA-Geschäftsführer Ing. Markus Strolz in St. Anton geht’s nicht viel anders: Die Wasserzuflussmengen zu den EWA-Kraftwerken seien „deutlich geringer“. In den Kraftwerken Moosbach, Rosanna und Kartell wurde bisher ca. 15 Prozent weniger elektrische Energie erzeugt (die GmbH in Besitz der Gemeinde St. Anton ist zudem mit 11 Prozent an der Wasserkraftwerk Stanzertal GmbH beteiligt). Zur Freude der St. Antoner kann Strolz die Frage nach Auswirkungen auf den EWA-Strompreis aber mit „Nein“ beantworten.
TIWAG-KRAFTWERK PRUTZ MIT GERINGEM MINUS. Und auch der Tiwag geht’s nicht anders: Die Zuflüsse zu allen Wasserkraftwerken liegen seit Jahresbeginn unter dem langjährigen Durchschnitt, in Summe haben die Tiwag-Anlagen in der ersten Jahreshälfte rund 17 Prozent weniger Strom erzeugt als im langjährigen Mittel. Insbesondere Laufkraftwerke sind davon betroffen, weil sie nur die jeweils verfügbaren Wassermengen zur Stromerzeugung nutzen können und keine Speichermöglichkeiten haben. Die Anlagen des Landesenergieversorgers im Bezirk allerdings haben (zumindest kleine) Speicher: Das Kraftwerk Kaunertal in Prutz (Gepatschspeicher) musste daher nur ein Minus von 8,2% hinnehmen, das Gemeinschaftskraftwerk Inn (Laufkraftwerk mit kleinem Speicher in der Schweiz) –21,1% und das Kraftwerk Imst (kleiner Speicher in der Runserau in Fließ) –19,6%. „Auf den Energiepreis für unsere Kundinnen und Kunden der Tiwag wirken sich diese Rahmenbedingungen aktuell jedenfalls nicht aus“, teilt die Tiwag auf RUNDSCHAU-Anfrage hin mit.
SPEICHER WIRKEN. Für die Versorgungssicherheit stelle die aktuelle Situation keine unmittelbare Gefahr dar, denn die Tiwag verfügt mit ihren großen Speicherseen Gepatsch, Finstertal und Längental sowie dem Achensee über wichtige Reserven, deren Pegelstände derzeit im Normalbereich liegen. Für die Tiwag verdeutlicht dies einmal mehr die Bedeutung des weiteren Ausbaus der heimischen Energieerzeugung und den Stellenwert von Speicherkapazitäten für ein widerstandsfähiges Energiesystem: „Denn die großen Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke, wie sie die Tiwag betreibt und für die Zukunft plant, können Energie im großen Maßstab speichern und innerhalb kurzer Zeit wieder ins Netz bringen.“ Der Strombedarf steige in den kommenden Jahren massiv, gleichzeitig werde die Erzeugung immer volatiler und Dunkel- oder Hitzeflauten stellen das System vor besondere Herausforderungen. Speicher seien dann mehr denn je das Rückgrat der Versorgungssicherheit und stärkten die Position Tirols im europäischen Energiesystem.
ST. ANTON: WENIGER STROM – KEINE PREISERHÖHUNG. EWA-Geschäftsführer Ing. Markus Strolz in St. Anton geht’s nicht viel anders: Die Wasserzuflussmengen zu den EWA-Kraftwerken seien „deutlich geringer“. In den Kraftwerken Moosbach, Rosanna und Kartell wurde bisher ca. 15 Prozent weniger elektrische Energie erzeugt (die GmbH in Besitz der Gemeinde St. Anton ist zudem mit 11 Prozent an der Wasserkraftwerk Stanzertal GmbH beteiligt). Zur Freude der St. Antoner kann Strolz die Frage nach Auswirkungen auf den EWA-Strompreis aber mit „Nein“ beantworten.
TIWAG-KRAFTWERK PRUTZ MIT GERINGEM MINUS. Und auch der Tiwag geht’s nicht anders: Die Zuflüsse zu allen Wasserkraftwerken liegen seit Jahresbeginn unter dem langjährigen Durchschnitt, in Summe haben die Tiwag-Anlagen in der ersten Jahreshälfte rund 17 Prozent weniger Strom erzeugt als im langjährigen Mittel. Insbesondere Laufkraftwerke sind davon betroffen, weil sie nur die jeweils verfügbaren Wassermengen zur Stromerzeugung nutzen können und keine Speichermöglichkeiten haben. Die Anlagen des Landesenergieversorgers im Bezirk allerdings haben (zumindest kleine) Speicher: Das Kraftwerk Kaunertal in Prutz (Gepatschspeicher) musste daher nur ein Minus von 8,2% hinnehmen, das Gemeinschaftskraftwerk Inn (Laufkraftwerk mit kleinem Speicher in der Schweiz) –21,1% und das Kraftwerk Imst (kleiner Speicher in der Runserau in Fließ) –19,6%. „Auf den Energiepreis für unsere Kundinnen und Kunden der Tiwag wirken sich diese Rahmenbedingungen aktuell jedenfalls nicht aus“, teilt die Tiwag auf RUNDSCHAU-Anfrage hin mit.
SPEICHER WIRKEN. Für die Versorgungssicherheit stelle die aktuelle Situation keine unmittelbare Gefahr dar, denn die Tiwag verfügt mit ihren großen Speicherseen Gepatsch, Finstertal und Längental sowie dem Achensee über wichtige Reserven, deren Pegelstände derzeit im Normalbereich liegen. Für die Tiwag verdeutlicht dies einmal mehr die Bedeutung des weiteren Ausbaus der heimischen Energieerzeugung und den Stellenwert von Speicherkapazitäten für ein widerstandsfähiges Energiesystem: „Denn die großen Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke, wie sie die Tiwag betreibt und für die Zukunft plant, können Energie im großen Maßstab speichern und innerhalb kurzer Zeit wieder ins Netz bringen.“ Der Strombedarf steige in den kommenden Jahren massiv, gleichzeitig werde die Erzeugung immer volatiler und Dunkel- oder Hitzeflauten stellen das System vor besondere Herausforderungen. Speicher seien dann mehr denn je das Rückgrat der Versorgungssicherheit und stärkten die Position Tirols im europäischen Energiesystem.
Daniel Haueis 





