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Die Pontlatzer Brücke um 1890

5. Mai 2026 | von Attila Haidegger
Die Pontlatzer Brücke um 1890
Diese Aufnahme der Pontlatzer Brücke, einer Straßenbrücke über den Inn zwischen Fließ und Prutz, ist ca. auf das Jahr 1890 datiert. An der Stelle der Brücke querte bereits die römische Via Claudia den Inn. 1329 wurde sie urkundlich als „Pontlaudesprukk“ erwähnt. Der Name leitet sich von „Punt (de) Laudes“ – Brücke von Ladis – ab. Über die Brücke wechselte die von Landeck kommende und den Inn entlang Richtung Süden zum Reschen und ins Engadin führende Straße vom rechten auf das linke Innufer. Die Engstelle bei der Brücke diente zweimal – im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 und bei den Napoleonischen Kriegen 1809 – zur Verteidigung gegen bayerische Truppen. Als 1703 der bayerische Kurfürst Maximilian II. Emanuel Tirol besetzte, wurde eine zum Reschenpass marschierende Truppe von 300 Mann durch Steinlawinen und auf den Hängen postierte Schützen größtenteils erledigt. Als 1809 bayerische Truppen in Tirol vorrückten, gerieten sie zwischen Pontlatz und Prutz – bei den „Tullawiesen“ – wiederum in einen Hinterhalt der Tiroler Schützen. Zur Erinnerung an die Kämpfe der Jahre 1703 und 1809 wurde 1904 an der Pontlatzer Brücke am linken Innufer ein Denkmal errichtet. Auf einem Natursteinmauersockel erhebt sich ein Bronzeadler mit ausgebreiteten Schwingen und einer Fahne in seinen Fängen. Am Sockel befindet sich ein Relief der Madonna mit dem Kind sowie die Inschrift „1703 – 1809“. Die Pontlatzer Brücke bildete bis 1978 die offizielle Grenze zwischen dem damaligen Gerichtsbezirk Ried im Oberinntal und dem Gerichtsbezirk Landeck. Heute befindet sich dort eine Brücke in eiserner Halbparabelträger-Bauweise mit 63 Metern lichter Weite.

Foto: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

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