Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Reutte | Chronik | 25. Feber 2020 | Bogdan Dujic

Von der Volksschule zur Berktold-Villa

Mag. Birigt Maier-Ihrenberger präsentierte den alten Plan einer Villa in der Schulstraße. RS-Foto: Kofelenz
Bildergalerie Welttag der Fremdenführer in Reutte. RS-Foto: Kofelenz
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Welttag der Fremdenführer – auf den Spuren der Schulstrasse


Bereits zum 26. Mal fand in Österreich am 22. Februar der Welttag der Fremdenführer statt. Die Interessensgemeinschaft der Tiroler Fremdenführer bot an diesem Tag ein umfassendes Programm an Führungen in ganz Tirol an. Auch in Reutte durfte man sich auf eine interessante Führung freuen und so geleitete Mag. Birgit Maier-Ihrenberger durch die Schulstraße.

Von Sonja Kofelenz

Bei strahlendem Sonnenschein sammelten sich über 60 Einheimische auf dem Vorplatz der VS Reutte, um den Ausführungen von Mag. Maier-Ihrenberger zu folgen, die sich sichtlich über einen so enormen Zulauf freute (letztes Jahr nahmen rund 30 Personen teil). Allein schon bei der altehrwürdigen Volksschule gab es viel zu erzählen. Der Plan stammte vom Bauzeichner Thomas Lumper, der im Stil der italienischen Renaissance diesen „Prachtbau“ entwarf. Das erst zweistöckig ausgeführte Gebäude wurde 1897 eingeweiht. Im Laufe der Zeit erfolgten Anbauten und eine Aufstockung (1923). Zuletzt wurde 1967 die Turnhalle errichtet, die mit dem Fres-ko, gestaltet von Schülern des PTS, geschmückt wurde. Maier-Ihrenberger wies noch auf weitere an der Fassade angebrachte Kunstwerke hin (Fresko von Wolfgang Schennach und Max Spielmann). Angrenzend an die Volksschule befand sind die „Hauswirtschaftsschule“ der engl. Fräulein und so manche Teilnehmerin konnte sich noch an die Schulzeit dort erinnern. 1983 wurde die Schule aufgelassen, das Gebäude von verschiedenen Einrichtungen genutzt und schlussendlich 2009 abgerissen.
Namensgebung.

Die heute bekannte Schulstraße trug in vergangenen Zeiten verschiedene Namen. Anfangs hieß sie Schulgasse, was später zu Schulstraße umbenannt wurde. In der Zwischenkriegszeit führte sie die Bezeichnung „Bundeskanzler-Dollfuß-Straße“ (1934), in der NS-Zeit „Horst-Wessel-Straße“ (1938), nach Kriegsende griff man wieder die alte Bezeichnung Schulgasse auf, die dann endgültig zur Schulstraße wurde.
Villengegend.

Vom Vorschulplatz weg nahm die große Schar an Kulturinteressierten ihren Weg entlang des Straßenverlaufs. In der Schulstraße waren bzw. sind einige sehr repräsentative Villen im Laufe der Zeit gebaut worden, zum Beispiel die Knittel-Villa. „Da wohnte der „Äpfel-Toni“, so einige Teilnehmer, auch bekannt als „Schualinspekter“. Diese Villa zeichnet sich durch eine variantenreiche Dachlandschaft mit Giebeln und Gauben aus.
An dieser Straßenecke gab es ein kleines Rätsel: Wie schnell durften die Autos 1928 in der Schulstraße fahren? Erraten hat es Ernst Hornstein – genau 6 km/h – als Preis erhielt er eine Flasche Chabeso. Ja, was ist das für ein Getränk? Die Antwort erhielt man beim nächsten Haus, beim „Syphoneler“, wie viele Teilnehmer wussten. In diesem Gebäude war das „Alois Wörle Milora-Werk Reutte“ untergebracht. Hier wurden verschiedene Getränke verkauft u. a. auch „Chabeso“ (Tiroler Kracherl), Frucade, Schnaps und anderes Hochprozentiges. Bei der ehemaligen Druckerei Ihrenberger erinnerten sich einige, wie sie als Kinder um Papierabschnitte gebettelt hatten.
Die Gruppe machte halt bei einem auffallenden Bau, der in der Schul-straße errichtet wurde. Gemeint ist damit das Bürogebäude der Fa. Gerber. Maier-Ihrenberger ging auf Details in der Planung und Gestaltung ein und richtete dann den Blick auf das Haus gegenüber, das Bauer-Haus, geschmückt mit dem Tiroler Adler und einer Inschrift. Hier lebte einst Hans Zangerle (Hans von der Trisanna), der unzählige Aufsätze und Artikel für die heimischen Zeitschriften schrieb.
Die Gruppe besuchte noch die Wacker-Villa in der zweiten Reihe der Straße und das Haus von Altbürgermeister Singer, das mit einem Bild von Max Spielmann (hl. Florian) geschmückt ist. Singer schrieb übrigens in seinem Buch „Mein Reutte“ eine Geschichte über die „Schualsträssler“.
Mit Hinweis auf die 1970 abgerissene Waller-Villa traf man zum Schluss bei der „Berktold-Villa“ ein. Dieses Haus steht seit 1912 und wurde erst vor Kurzem komplett erneuert. Es weist eine aufwändige Architektur mit Bundwerk Giebel und Drachenköpfen auf. Mag. Birgit Maier-Ihrenberger bedankte sich am Ende der Tour für die Teilnahme an der kostenlosen Führung (Spenden gingen an Licht ins Dunkel – Tirol). Für die Daheimgebliebenen gibt es noch die Möglichkeit, in der RUNDSCHAU Bildergalerie online die Tour virtuell nachzugehen. Tirolweit nahmen 2000 Personen an den Führungen teil; es sind 7300 Euro an Spenden eingegangen.
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