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Waldrastlift vor möglicher Erneuerung

Neue Beschneiungsanlage soll Rennsport im Talkessel langfristig sichern

Die Zukunft des Waldrastlifts steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Christoph Kerber und Ehenbichls Bürgermeister Wolfgang Winkler tourten in den vergangenen Wochen durch die Talkesselgemeinden, um dort für ein Konzept für die Zukunft der Waldrast zu werben. Die Gemeinderäte von Reutte, Breitenwang, Ehenbichl, Pflach, Wängle und Lechaschau sprachen sich mit deutlicher Mehrheit für eine finanzielle Beteiligung aus. Nun liegt die Entscheidung beim Land Tirol.

28. Juli 2026
Waldrastlift vor möglicher Erneuerung<br />
Die bestehende Beschneiungsanlage soll bald durch eine modernere Anlage ersetzt werden. Foto: Pirchner
Die Waldrast nimmt im Außerfern seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle für den regionalen Wintersport ein. Eigentümer der Liftanlage und der Flächen ist der Tourismusverband Naturparkregion Reutte, betrieben wird der Lift von der Gemeinde Ehenbichl. Die bestehende Beschneiungsanlage stammt aus den 1990er-Jahren und war ursprünglich lediglich für eine Zusatzbeschneiung konzipiert. Heute erreicht sie statt der ursprünglich möglichen zehn Liter nur noch eine Förderleistung von rund 7,6 Litern pro Sekunde. Verschleiß, Korrosion und technische Defekte machen den Betrieb zunehmend schwieriger. „Wir haben Bauteilschäden gehabt“, schilderte Christoph Kerber. Fällt derzeit eine zentrale Komponente aus, steht im schlimmsten Fall die gesamte Anlage still.

UMFASSENDE MODERNISIERUNG. Mit dem vorgestellten Konzept soll die gesamte Beschneiung auf den neuesten Stand gebracht werden. Geplant ist eine Förderleistung von 30 Litern Wasser pro Sekunde. Dadurch würde sich die notwendige Beschneiungszeit von derzeit rund 280 auf etwa 30 Stunden reduzieren. Gleichzeitig soll der jährliche Stromverbrauch trotz höherer Leistung von rund 65.000 auf etwa 45.000 Kilowattstunden sinken. Die beschneite Fläche würde sich von derzeit rund 23.000 auf knapp 78.000 Quadratmeter erweitern. Davon profitieren sollen neben der Skipiste auch der Biathlonbereich sowie große Teile der Langlaufloipe. Zudem wird die Infrastruktur bereits für eine spätere Flutlichtanlage vorbereitet.

VORTEILE. Christoph Kerber und Bürgermeister Wolfgang Winkler sehen darin weit mehr als eine technische Erneuerung. Ziel sei es, bereits Anfang Dezember einen verlässlichen Trainingsbetrieb aufnehmen zu können. Bislang sei dies aufgrund der langen Beschneiungsdauer oft erst deutlich später gelungen. Gleichzeitig könnte die Liftspur vollständig beschneit werden, wodurch Trainings- und Publikumsbetrieb parallel möglich wären. Profitieren würden Skiclubs, Skischulen, Langläufer, Biathleten sowie Schulen und Kindergärten. „Nur Skifahren ist sicher zu schmal gedacht“, betonten Kerber und Winkler und verwiesen auf die Bedeutung eines vielfältigen Wintersportangebots.

OHNE LANDESFÖRDERUNG NICHT MÖGLICH. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 717.000 Euro. Eine 50-prozentige Förderung könnte das Land Tirol übernehmen. „Sollte diese Förderung nicht stattgegeben werden vom Land Tirol, dann ist das Projekt gestorben“, machte Kerber deutlich. Nach Abzug der Förderung verbleibt ein Finanzierungsbedarf von rund 400.000 Euro beziehungsweise inklusive Finanzierungskosten knapp 500.000 Euro über zehn Jahre.

KLARES BEKENNTNIS ZUM PROJEKT.  Für das Projekt zeichnet sich inzwischen eine breite politische Unterstützung ab. Die Gemeinderäte von Reutte, Ehenbichl, Breitenwang, Pflach, Wängle und Lechaschau haben sich überwiegend einstimmig oder mit deutlicher Mehrheit für eine Beteiligung ausgesprochen. Für Bürgermeister Wolfgang Winkler ist das ein wichtiges Signal: Je mehr Gemeinden das Vorhaben mittragen, desto stärker könne gegenüber dem Land Tirol aufgezeigt werden, dass die Region geschlossen hinter der Modernisierung der Waldrast steht. Nach dem derzeit vorgesehenen Finanzierungsschlüssel würde die jährliche Maximalbelastung bei rund 13.200 Euro (26 Prozent) für Reutte, 9.900 Euro (20 Prozent) für Ehenbichl, 8.800 Euro (18 Prozent) für Breitenwang sowie jeweils rund 6.000 Euro (12 Prozent) für Pflach, Wängle und Lechaschau liegen. Christoph Kerber und Wolfgang Winkler betonten jedoch, dass diese Beträge die Obergrenze darstellen. Zusätzliche Einnahmen – etwa aus der geplanten Parkplatzbewirtschaftung, Pistenbenützungsgebühren für externe Vereine und Trainingsgruppen oder weiteren Sponsorengeldern – sollen dazu beitragen, die Beiträge der Gemeinden weiter zu senken. Die endgültige Belastung könnte damit unter den derzeit kalkulierten Maximalbeträgen liegen. Besonders erfreut zeigte sich Wolfgang Winkler darüber, dass sich mit Wängle und Lechaschau auch zwei Gemeinden auf der anderen Lechseite für eine Beteiligung ausgesprochen haben. „Da wäre es halt schon fein, wenn jetzt nicht nur die vier Friedhofsverbandsgemeinden von Reutte dabei sind“, sagte er augenzwinkernd bei der Präsentation im Wängler Gemeinderat. Für ihn sei die breitere Beteiligung ein starkes Zeichen des regionalen Zusammenhalts und zugleich ein deutliches Signal an das Land Tirol.

DIE ANDEREN TALKESSELGEMEINDEN. Eine wichtige Frage in den Gemeinderäten war auch, ob sich weitere Gemeinden an der Finanzierung der Waldrast beteiligen könnten. Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus. Die Stadt Vils sowie die Gemeinden Musau und Pinswang haben bereits abgesagt, da sie sich historisch bedingt stärker am Tannheimer Tal orientieren. Weißenbach konzentriert sich auf den Erhalt des Moosberglifts, Höfen auf den Schollenwiesenlift.

ENTSCHEIDUNG OFFEN. Mit den positiven Gemeinderatsbeschlüssen ist zwar eine wichtige Voraussetzung geschaffen, beschlossen ist die Umsetzung der neuen Beschneiungsanlage damit aber noch nicht. Entscheidend wird die Förderzusage des Landes Tirol sein. Erst wenn diese vorliegt und die Gesamtfinanzierung gesichert ist, kann das Projekt realisiert werden. Bis dahin bleibt die Modernisierung der Waldrast ein Vorhaben mit breiter regionaler Unterstützung, dessen Zukunft letztlich von der Entscheidung des Landes abhängt.

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Kommentare

1 Post
Schneider Susanne
21:43

Berichtigung

Die Flächen sind in Privatbesitz und gehören nicht der Tourismusregion Reutte.
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