In Hatting wird der Gerstensaft gebraut
Der „Verein zur Erhaltung der Naturbiere“ will die alten Brautechniken erhalten und braut mittlerweile seit zehn Jahren
In der Kirchgasse in der Gemeinde Hatting wurde vor rund zehn Jahren der „Verein zur Erhaltung der Naturbiere“ gegründet, um die alten Brautechniken für die nächsten Generationen zu erhalten. Neben dem Entwickeln eines Hauptrezeptes für ein helles Stammbier braute Stefan Schlögl gemeinsam mit seinen Vereinskollegen auch schon Holunder-, Rohnen- und Chillibier. Verkauft wird das Bier nicht. Der Spaß am Brauen und späteren Verkosten des Gerstensaftes, der in Fässern abgefüllt wird, steht hier primär an der Tagesordnung.
29. Oktober 2024
„Für das Bierbrauen benötigt man in erster Linie Zeit und viel Geduld,” sagt der Hobby-Bierbrauer Stefan Schlögl. RS-Foto: Zacke
Eine nussig-brotartige Note liegt in der Luft – der Duft von geschrotenem Malzkorn ist hier in dem ehemaligen Schweinestall in der Kirchgasse, der vor knapp einem Jahrzehnt zu einer kleinen und gemütlichen Hobby-Bierbrauerei umgebaut wurde, zu riechen. Dabei kann die Aromabreite von Malz von nussig über karamell- und toffeeartig bis hin zu den Eigenschaften gerösteter dunkler Schokolade und sogar süßen, rauchigen Grillaromen reichen. Der Jungbrauer Stefan Schlögl vom „Verein zur Erhaltung der Naturbiere“ ist gerade dabei, rund vierzehn Kilogramm Malz zu schroten, als er erzählt: „Als wir mit dem Bierbrauen begonnen haben, waren wir noch überambitioniert und haben alles händisch geschrotet, was uns Stunden gekostet hat.“ Heute wird mittels selbst gebauter Mühle gemahlen. Wichtig sei dabei, das Malzkorn weder zu fein noch zu grob zu zerkleinern, um während des Maischens an die Korninhaltsstoffe gelangen zu können.
BIERBRAUEN ERFORDERT VIEL ZEIT UND GEDULD. Gut zehn Minuten wird eingemaischt: „Das müsste man bei qualitativ gutem Malz eigentlich nicht, aber es tut dem Bier gut“, schildert Schlögl. Dann wird die Temperatur erhitzt und Warten ist angesagt, genau eine Dreiviertelstunde. Nach der Rast muss die Temperatur ein weiteres Mal auf 72 Grad erhitzt werden und das Gebräu erneut für etwa dreißig Minuten ruhen. „Viel Zeit und die richtige Temperatur sind die entscheidenden Faktoren beim Bierbrauen“, betont Schlögl, während er immer wieder einen Blick in den Bottich und in die Vergangenheit wirft: „Seit 25 Jahren braue ich Bier, ein Freund in der Steiermark hat es mir beigebracht, einmal hatte ich selbstgebrautes Bier von ihm mit und meine Kollegen meinten, das wollen sie von nun an immer trinken“. Gesagt, getan. So kam es dazu, dass die Brauerei in Hatting entstand und mittlerweile rund 30 Mitglieder zählt.
GÄRUNG IST KÖNIGSDISZIPLIN. Nach der Maischung folgt das Läutern im Bierbrauprozess, bei dem es darum geht, den wertvollen Extrakt, der während des Maischens aus den Malzen gewonnen wurde, vom festen Treber – also, die Maische vom Brauwasser – zu trennen. Dabei entsteht die Stammwürze. Danach beginnt der Gärprozess: Wenn die bereits gekochte Würze die richtige Temperatur erreicht hat, wird Hefe hinzugesetzt. Diese bewirkt, dass der gelöste Malzzucker in der Bierwürze zu Alkohol und Kohlensäure vergären. Und die Gärung ist die Königsdiziplin: „Die Kunst des Biermachens beginnt mit der Gärung“, weiß der Braumeister. Denn: „Wenn man in der Gärung Keime hineinbekommt, ist das gesamte Bier kaputt“, sagt er. Wer Bier brauen will, muss viel Zeit und Geduld mitbringen. „Wichtig ist am Anfang, dass man ein Basisrezept für ein helles Stammbier hinbekommt, das funktioniert“, so Schlögl. Ganze zwei Jahre haben die Vereinsmitglieder daran getüftelt. Erst danach, wenn man weiß, dass die Anlage passt, könne man sich trauen, auch andere Sorten auszuprobieren. Und das haben sie auch gemacht: „Wir machen mittlerweile alle Biere, von untergärigen bis obergärigen Bieren bis hin zu Holunder-, Chilli- oder Rohnenbier“, schildert der Hobby-Bierbrauer. Der Verein möchte in seiner Arbeit vorrangig die alten Brautechniken erhalten: „Wir brauen vor allem der Liebhaberei wegen, es ist und soll eine feine, kleine und gemütliche Brauerei bleiben – das ist unser Credo“, sagt Schlögl. Und natürlich darf das Bier zum Schluss auch verkostest werden: Na dann, Prost!
BIERBRAUEN ERFORDERT VIEL ZEIT UND GEDULD. Gut zehn Minuten wird eingemaischt: „Das müsste man bei qualitativ gutem Malz eigentlich nicht, aber es tut dem Bier gut“, schildert Schlögl. Dann wird die Temperatur erhitzt und Warten ist angesagt, genau eine Dreiviertelstunde. Nach der Rast muss die Temperatur ein weiteres Mal auf 72 Grad erhitzt werden und das Gebräu erneut für etwa dreißig Minuten ruhen. „Viel Zeit und die richtige Temperatur sind die entscheidenden Faktoren beim Bierbrauen“, betont Schlögl, während er immer wieder einen Blick in den Bottich und in die Vergangenheit wirft: „Seit 25 Jahren braue ich Bier, ein Freund in der Steiermark hat es mir beigebracht, einmal hatte ich selbstgebrautes Bier von ihm mit und meine Kollegen meinten, das wollen sie von nun an immer trinken“. Gesagt, getan. So kam es dazu, dass die Brauerei in Hatting entstand und mittlerweile rund 30 Mitglieder zählt.
GÄRUNG IST KÖNIGSDISZIPLIN. Nach der Maischung folgt das Läutern im Bierbrauprozess, bei dem es darum geht, den wertvollen Extrakt, der während des Maischens aus den Malzen gewonnen wurde, vom festen Treber – also, die Maische vom Brauwasser – zu trennen. Dabei entsteht die Stammwürze. Danach beginnt der Gärprozess: Wenn die bereits gekochte Würze die richtige Temperatur erreicht hat, wird Hefe hinzugesetzt. Diese bewirkt, dass der gelöste Malzzucker in der Bierwürze zu Alkohol und Kohlensäure vergären. Und die Gärung ist die Königsdiziplin: „Die Kunst des Biermachens beginnt mit der Gärung“, weiß der Braumeister. Denn: „Wenn man in der Gärung Keime hineinbekommt, ist das gesamte Bier kaputt“, sagt er. Wer Bier brauen will, muss viel Zeit und Geduld mitbringen. „Wichtig ist am Anfang, dass man ein Basisrezept für ein helles Stammbier hinbekommt, das funktioniert“, so Schlögl. Ganze zwei Jahre haben die Vereinsmitglieder daran getüftelt. Erst danach, wenn man weiß, dass die Anlage passt, könne man sich trauen, auch andere Sorten auszuprobieren. Und das haben sie auch gemacht: „Wir machen mittlerweile alle Biere, von untergärigen bis obergärigen Bieren bis hin zu Holunder-, Chilli- oder Rohnenbier“, schildert der Hobby-Bierbrauer. Der Verein möchte in seiner Arbeit vorrangig die alten Brautechniken erhalten: „Wir brauen vor allem der Liebhaberei wegen, es ist und soll eine feine, kleine und gemütliche Brauerei bleiben – das ist unser Credo“, sagt Schlögl. Und natürlich darf das Bier zum Schluss auch verkostest werden: Na dann, Prost!







