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Unwetterfront hinterließ riesige Schäden

172 Feuerwehren landesweit im Einsatz – BP Alexander Van der Bellen musste aus Railjet evakuiert werden

Tirol wurde am Dienstag vergangener Woche von einer Unwetterfront heimgesucht, die für massive Schäden an Gebäuden und in Wäldern sorgte. Ganz besonders große Schäden gibt es in den Bezirken Imst, Innsbruck-Land und Schwaz. Vom Unwetter betroffen war auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der in der Nähe des Bahnhofs Roppen in einem Railjet festsaß und gemeinsam mit 400 weiteren Bahnreisenden aus dem Zug evakuiert werden musste.

Von Gebi G. Schnöll
25. Juli 2023
Unwetterfront hinterließ riesige Schäden<br />
Zivilschutzwarnung in Silz: Die Sturmböen haben dort mehrere Dächer abgedeckt. Auch die FF Telfs war im Einsatz. Foto: zeitungsfoto.at
Von Gebi G. Schnöll

Umgestürzte Bäume, zahlreiche Straßensperren, Stromausfälle und stillstehende Seilbahnen – die jüngsten Unwetter haben die Einsatzorganisationen tirolweit einmal mehr gefordert. Insgesamt waren es 172 Feuerwehren, die landesweit mehr als 720 Einsätze abgearbeitet haben. Auch die Polizei stand für Absicherungsmaßnahmen bei Straßensperren und Evakuierungen tatkräftig zu Seite. Zeitweise war die Stromversorgung von bis zu 18.000 Haushalten in 31 Gemeinden unterbrochen. Noch Tage nach dem Unwetter arbeiteten die Techniker der TINETZ an der Behebung lokaler Störungen, um die Stromversorgung wiederherzustellen – hauptbetroffen waren das hintere Pitztal, das hintere Ötztal und Gemeinden im Zillertal. In Silz musste am Unwettertag sogar eine Zivilschutzwarnung ausgelöst werden, weil vom Sturm, der mit bis 160 km/h über Tirol hinwegfegte, mehrere Dächer abgedeckt worden und Dachteile durch die Luft geflogen sind. Im Einsatz stand unter anderem auch die FF Telfs. Massive Schäden richteten die Sturmböen auch in den Wäldern an. Man rechnet mit rund 400.000 Festmetern Schadholz, hauptbetroffene Gebiete  waren das Ötztal, Pitztal, die Inntalfurche sowie das Zillertal, Wipptal und das Stubaital. Dazu kommen noch 150.000 Festmeter Schadholz nach dem Sturm vorletzte Woche.

DANKESMESSE IM STEFANSDOM. Im Bereich des Bahnhof Roppen blieb wegen eines Oberleitungsschadens ein Railjet stecken, der nach Bregenz unterwegs war. Im Zug befand sich auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der samt Gefolge ins Ländle unterwegs war, um dort die Bregenzer Festpiele zu eröffnen. Mit Van der Bellen wurden  noch rund 400 andere Bahnreisende aus dem Railjet evakuiert, zum Kultursaal geleitet und dort versorgt, bis die Fahrt mit Schienenersatzbussen fortgesetzt werden konnte. Der Bundespräsident war nachher voll des Lobes für die Einsatzkräfte der ÖBB und der FF Roppen sowie für die Bevölkerung, die hervorragende Hilfsdienste geleistet haben. Der Wiener Dompfarrer Toni Faber, der ebenfalls im Zug saß und sich vor der Weiterfahrt von Pfarrer Johannes Laichner durch die Roppner Kirche führen ließ, versprach für die vorbildliche Hilfe eine Dankesmesse im Stefansdom zu feiern.

LANDESHAUPTMANN MATTLE UND LR MAIR BEDANKEN SICH BEI BEVÖLKERUNG. „Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass Tirol für solche Ausnahmesituationen gerüstet ist und sich die Bevölkerung auf funktionierende Sicherheitsstrukturen und Einsatzorganisationen verlassen kann. Ich bedanke mich bei allen Einsatzkräften, die sich in den Dienst der Sicherheit und des Schutzes der Bevölkerung gestellt haben“, so Landeshauptmann Anton Mattle nach dem Unwettertag. LR Astrid Mair sagt: „Das Zusammenspiel aller Organisationen – von der Landeswarnzentrale über die Leitstelle Tirol hin bis zu allen Einsatzorganisationen – funktioniert hervorragend und für dieses Engagement gilt auch meinerseits ein aufrichtiger Dank. Seitens des Landes werden Wetterwarnungen der GeoSphere Austria stets ernst genommen und an alle Partnerorganisationen weitergeleitet, die auf Grundlage dieser Warnungen ihrerseits vorsorglich Maßnahmen und Vorbereitungen treffen. Damit haben wir ein gutes Sicherheitsnetz, um vorausschauend und rasch reagieren zu können.
Unwetterfront hinterließ riesige Schäden<br />
Rund 400.000 Festmeter Schadholz hat der Sturm in Tirol hinterlassen. das Bild zeigt ein betroffenes Waldstück im Wipptal. Foto: zeitungsfoto.at
Unwetterfront hinterließ riesige Schäden<br />
Bundespräsident Van der Bellen bedankte sich bei Bezirks-Feuerwehrinspektor Stefan Rueland für die reibungslos verlaufene Evakuierung. RS-Foto: Schnöll

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