4. Branchentag in der PTS Reutte

Roland Hauser und Johannes Mutschlechner (stehend v.l.) gaben zusammen mit den Lehrlingen des EWR einen Einblick in die Arbeiten eines Elektrotechnikers. RS-Fotos: Weber

Informieren, ausprobieren, Mitarbeiter lukrieren

Schulleiterin Barbara Tlusty war hocherfreut über die rege Beteiligung am vierten Branchentag. Auf 26 Ausstellungstischen gaben Handwerker und Fachleute aus verschiedenen Branchen Einblicke in ihr Berufsfeld.  

Von Michaela Weber

Wo gehobelt wird, fallen auch Späne.

Derzeit besuchen 75 Schülerinnen und Schüler die Polytechnische Schule, aufgeteilt in vier Klassen. Durch die angebotenen verschiedenen Fachbereiche (Metall, Holz, Elektro/IT, Handel, Büro, Dienstleistungen, Tourismus) ist die Vorbildung für die weitere Berufsausbildung sehr vielfältig, abwechslungsreich und umfassend. Tobias Petrini (Lehrer PTS) freute sich über den Zuspruch und die prompten Zusagen der Unternehmer zum Branchentag: „Mittlerweile hat sich der Branchentag so etabliert, dass einige Unternehmer schon auf den Termin gewartet haben.“
Am Branchentag teilgenommen haben Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich, Gastgewerbe und Tourismus, der Gesundheitsbereich, Lebensmittelgeschäfte, Unternehmen aus dem Sektor Elektonik, Metalltechnik, Holzbauwesen, Bauwesen, das AMS – in Beraterfunktion – und weiterführende Fachschulen.

Informieren und Ausprobieren.
Die Schüler waren vom Angebot begeistert.

An den Ausstellungstischen durften Interessierte Hand anlegen. Einige drehten geschickt dem Probekopf die Lockenwickler ins Haar oder bogen in wenigen Minuten einen Schlüsselanhänger aus Kabeln zusammen. Fingerspitzengefühl war auch am Werktisch der Schule für Kunsthandwerk und Design gefragt. Beim Stand der Pflegeschule zeigte Fachpersonal das Anlegen eines Verbandes und informierte die Schüler über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten im Pflegebereich.
Bei den Tischlern flogen die Späne und auch die metallverarbeitenden Betriebe ließen den Nachwuchs an die Drehbank. Gastronomie- und Tourismusunternehmer lockten mit kleinen Köstlichkeiten und gingen offen auf die Schüler zu. Auch das Sozialministerium bot den Berufssuchenden das kostenlose Angebot eines Jugendcoachings an.

Win-Win-Situation.

Von diesem Tag profitieren Schüler und Betriebe. Johannes Mutschlechner (Ausbildungsleiter EWR Technik) hält die Veranstaltung für zieltreffend. „Die Schüler sind jetzt in der Entscheidungsphase, etwa die Hälfte unserer Lehrlinge sind Absolventen der Polytechnischen Schule.“ Uwe Bacun (Ausbilder Fa. Urban) hät den Branchentag für eine gute Möglichkeit, das Arbeitsfeld zu präsentieren und Lehrlinge für die Ausbildung in Kleinbetrieben zu begeistern.
„Der Austausch zwischen PTS und Betrieb funktioniert gut und wirkt nach. Durch den Branchentag und die Möglichkeit von Schnuppertagen entscheiden sich einige junge Menschen für die Arbeit im Tourismus“, so Peter Maiz (Hotel Ammerwald). Auch „Tiny-House-Frau“ Monika Poberschnigg schloss sich mit ihrer Meinung dem allgemein positiven Konsens zu diesem Tag an. Sie hat es nie bereut, den Zimmermannsbetrieb ihrer Vorfahren zu übernehmen und findet, dass die Arbeit eines Handwerkers immer gefragt ist und gebraucht wird.

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