„Ambitionierte, aber machbare Projekte!“

Im Ortsteil Rothenbrunn wird es künftig einen Nahversorger und 15 neue Eigentumswohnungen geben.RS-Foto: Hackl

Die „Agenda 2020 für Sellrain“ mit größeren und kleineren Vorhaben wurde von Bgm. Georg Dornauer präsentiert

Die Gemeinde Sellrain rund um Bürgermeister Georg Dornauer hat sich für 2020 einiges vorgenommen. „Zugegeben, es handelt sich um ambitionierte Projekte, aber ich denke, sie sind machbar“, zeigt sich der Dorfchef von den Plänen überzeugt. Im Rahmen eines Pressegesprächs präsentierte er größere und kleinere Vorhaben: Mit dem Mehrzwecksaal sowie dem neuen Gebäude am ehemaligen „Rothenbrunn-Areal“ stehen zwei Großprojekte kurz vor dem Abschluss. Bessere Öffi-Verbindungen, ein Parkraumkonzept, Forstwegsanierungen, ein neues Feuerwehrauto sowie der Ausbau des Breitbandnetzes sind ebenso Teil der Aufgabenliste wie das Bestreben, die Projekt- und Bewilligungsphase für das Kraftwerk Fotsch abzuschließen.

Mit dem „Rothenbrunn-Areal“ und dem Mehrzwecksaal hat die Gemeinde zwei zentrale Projekte auf Schiene gebracht. Der M-Preis als Nahversorger und 15 Eigentumswohnungen stehen kurz vor der Vollendung. Das Lebensmittelgeschäft wird seine Pforten bereits zu Ostern öffnen. Die Sellrainer müssen aber auch in Zukunft nicht auf ihren traditionellen Tante-Emma-Laden von Maria Motz verzichten, denn die rüstige Rentnerin wird auch weiterhin hinter der Theke stehen. Die neuen Wohnungen können voraussichtlich Mitte des Jahres übergeben werden. „Wir sind zu Glück noch keine überalterte Gemeinde und es freut mich, dass am ‚Rothenbrunn-Areal‘ Wohnraum für Junge geschaffen wurde“, lässt der Bürgermeister wissen.

EIN WOHNZIMMER FÜR DAS DORF. Das zweite Großprojekt wird rund um das Schulgebäude umgesetzt. Auch für den Aus- und Umbau des Volksschul- und Kindergartengebäudes bzw. die Errichtung des Mehrzweckgebäudes geht es in die finale Phase. Ab Herbst kann somit das Kinderbetreuungsangebot in Form einer Hortbetreuung ausgebaut werden. Die Einrichtung wird in der ersten Phase dreimal wöchentlich bis 15 Uhr geöffnet sein, am Donnerstag bis 16 Uhr und am Freitag bis 14 Uhr.Zudem steht Eltern und Kindern am Sportplatz künftig ein Kinderspielplatz zu Verfügung. Der Mehrzwecksaal soll sich visionsgetreu zum „neuen Wohnzimmer des Dorfes“ entwickeln. Der Auftakt für den Veranstaltungsreigen in den neuen Räumlichkeiten erfolgt am 2. Mai mit dem Frühjahrskonzert der Musikkapelle. Seit 20 Jahren waren die Sellrainer Musiker immer wieder in Kematen zu Gast. Dornauer ist der Nachbargemeinde für deren jahrelanges Entgegenkommen dankbar. Die nächste größere Veranstaltung geht am 15. Mai mit der Jungbürgerfeier im Mehrzwecksaal über die Bühne. Sowohl bei der Errichtung des „Sellrainer Wohnzimmers“ als auch bei der Anschaffung des neuen Last-Fahrzeugs für die Feuerwehr sei die Gemeinde auf die Hilfe vom Land Tirol angewiesen gewesen. Für eben diese Unterstützung bedankt sich der Dorfchef.

PARKRAUMKONZEPT UND NAHVERKEHR. Die Gemeinde ist bestrebt, den Nahverkehr zu attraktivieren. Zwei Ortsteile sollen an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden werden und im Ortsteil Innerzehent wird ein Buswartehäuschen errichtet. „Umsetzungsreif ist aus unserer Sicht der erweiterte Personennahverkehr über die Ortsteile Tanneben sowie Gasse (Tauegert)“, berichtet Dornauer. Eine Bedarfserhebung wurde bereits durchgeführt und der Ball liege seit einiger Zeit beim VVT. „Ich werde jedenfalls solange dranbleiben, bis die versprochenen Anbindungen auch tatsächlich im Fahrplan festgeschrieben sind“, so der Bürgermeister, der auf eine Realisierung mit dem Winterfahrplan 2020/2021 hofft.  Aktuell entsteht im Dorfkern auf dem „Wolf-Areal“ eine Parkanlage. Sie kann unter anderem von Pendlern genutzt werden, die von dort aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeitsstelle fahren. Auch klare Bodenmarkierungen, entsprechende Verordnungen und die Einhebung von verträglichen Parkgebühren (im Bereich Fotsch-Eisbrücke) sind Teil des neuen Parkraumkonzepts.

ENERGIEWENDE UND KRAFTWERK FOTSCH. Auf der Agenda 2020 findet sich zudem das Kraftwerk Fotsch. Nach 15 Jahren soll die Projekt- und Bewilligungsphase für das Kraftwerk Fotsch in diesem Jahr abgeschlossen werden. „Wir haben das Projekt mehrfach aktualisiert, alle Zahlen, Daten und Fakten sind am neuesten Stand. Wir gehen davon aus, dass einem positiven wasserrechtlichen und naturschutzrechtlichem Bescheid nichts mehr im Wege steht“, berichtet Dornauer. Mit dem rund fünf Millionen schweren Projekt wolle Sellrain einen Beitrag zur Energieautonomie Tirols leisten. In puncto Energiewende treibe die Gemeinde zudem die Erweiterung der Gasleitung, die momentan in Grinzens endet, vor. Weitere Punkte der „Agenda 2020“. In Zusammenarbeit mit Gries und St. Sigmund soll ein Breitband-Masterplan erstellt werden. „Eine guter und schneller Internetzugang ist ein zentraler Punkt im ländlichen Raum. Ich möchte hier die höchste Qualität erzielen“, lässt der Bürgermeister verlauten. Vergangenes Jahr wurde im Bereich Schmalzgrubenweg (Tanneben) sowie im Bereich Sattel- und Saigesalm in die Wegerhaltung investiert. Die Sanierung und Absicherung des sogenannten Axamerweges reiht sich ein in die Liste der Gemeindeanliegen für 2020. „Wir werden, wie bereits seit dem Jahr 2016 und somit zum vierten Mal in Folge, im Gemeinderat die berühmte ‚schwarze Null‘ und damit ein ausgeglichenes Budget 2020 präsentieren und beschließen“, so Dornauer abschließend.

Von Beatrice Hackl

Für den Aus- und Umbau des Volksschul- und Kindergartengebäudes bzw. die Errichtung des Mehrzweckgebäudes geht es in die finale Phase. RS-Foto: Hackl
Die „Agenda 2020“ von Bürgermeister Georg Dornauer beinhaltet mehrere Großprojekte. RS-Foto: Hackl

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.