„Auf Hochtouren“

VBgm. Thomas Hittler, Baubezirksamt-Chef Günter Heppke, Bgm. Wolfgang Jörg, LH-Stv. Josef Geisler, LA Toni Mattle und Christan Molzer (v. l.). RS-Foto: Haueis

Baubeginn „Schlossgalerie“ voraussichtlich 2020 – zwei bis drei Jahre Bauzeit

 

45 Maßnahmen in nicht einmal fünf Jahren, 1,3 Millionen Euro an Kosten allein im vergangenen und heurigen Jahr – die L76 ist ein „Sorgenkind“ des Landes. Die 25 Millionen Euro teure „Schlossgalerie“ wird teilweise Abhilfe schaffen.

 

Von Daniel Haueis

 

SP-Bezirksvorsitzender LA Benedikt Lentsch hat im Landtag eine Anfrage an den zuständigen LH-Stv. Josef Geisler gestellt. Es wurde auch eine Petition ins Leben gerufen und die Landesregierung per Landtagsantrag aufgefordert „entlang der geologisch instabilen Abschnitte auf der Landecker Straße umfassende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen“. Zu diesem Antrag liegt seit vergangener Woche ein Bericht vor. Demnach wurden in den Jahren 2018 und 2019 1,3 Millionen Euro investiert. 257.000 Euro haben allein die Maßnahmen nach dem Felssturz beim „Überhängenden“ im Jahr 2018 gekostet; die Sicherungen nach den Erdrutschen Erlenbach II, Pfötschli II und Urgen im heurigen Jahr schlagen sich mit 187.000, 151.000 und 175.000 Euro zu Buche. Wie nötig Maßnahmen wie der Bau der „Schlossgalerie“ sind, zeigt bereits eine Zahl: 45 Maßnahmen mussten seit dem Jahr 2015 an der L76 gesetzt werden – Felsvernetzungen, Steinschlagschutzzäune, Hangsicherungen u. ä.

 

ZWEI BIS DREI JAHRE BAUZEIT. Die Planungen, so Geisler in der Anfragebeantwortung, laufen „auf Hochtouren“. Er geht davon aus, dass die Einreichunterlagen (Straßenrecht) im Herbst vorliegen, Baubeginn sei voraussichtlich im Jahr 2020. „Sicherheit hat in Tirol Priorität“, sagt Geisler, und dazu zählt auch das Großprojekt der 700 Meter langen Schlossgalerie, die rund 25 Millionen Euro kosten wird und deren Bauzeit zwei bis drei Jahre beträgt. Und Geisler merkt an: „Wer behauptet, dass wir bei diesem Projekt unnötig Zeit verstreichen lassen, der liegt falsch.“ Die Steinschlaggalerie in einem geologisch und topografisch schwierigen Gebiet sei ein Projekt, das man mit größter Sorgfalt planen müsse. Gutachten zur geologischen und geotechnischen Beurteilung des steinschlaggefährdeten Bereichs liegen vor, Probebohrungen zur Baugrunderkundung sind abgeschlossen. „Unser Ziel ist es, noch heuer die behördlichen Genehmigungsverfahren einzuleiten“, skizziert Christian Molzer, Vorstand der Abteilung Verkehr und Straße, den Fahrplan. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse werden sowohl bergseitig Felsabtragsarbeiten als auch talseitige Hangbrücken erforderlich sein, um das Galeriebauwerk herstellen zu können. Die Galerie wird zum Schutz vor künftigen Ereignissen mit einer massiven Überschüttung ausgeführt. Bereits geprüft wurde, dass eine einspurige Verkehrsführung beinahe während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten werden kann.

 

PRUTZ? Landecks Bürgermeister Wolfgang Jörg sagt über das Projekt: „Das Land ist sich der Verantwortung bewusst … Die Schlossgalerie ist unabdingbar und wichtig.“ Landtagsvizepräsident Toni Mattle betont die Wichtigkeit guter Anbindungen – auch im Fall der Nord-Süd-Richtung. Unternehmer und Leistungsgemeinschaftsvertreter Markus Müller betont ebenfalls die Notwendigkeit und bittet Kunden gleich um Verständnis, falls es während des Baus zu Staus kommen sollte. Auch für die Kreuzung Prutz, deren Neugestaltung 30 Millionen Euro kosten wird, hat die Schlossgalerie Bedeutung: Die Projekte werden „Zug um Zug“ umgesetzt, wie Josef Geisler erklärt. Das Projekt im Obergricht sei „budgetär einzutakten“.

 

Schlossgalerie

In den Jahren 2014 bis 2016 wurden auf einer Strecke von mehr als sieben Kilometern (unterhalb von Schloss Landeck bis zur Runserau) an zwölf Stellen Sicherungsmaßnahmen gesetzt. Anfang 2018 wurde ein geologisches und geotechnisches Gutachten für den besonders steinschlaggefährdeten Bereich zwischen Landeck und Fließ in Auftrag gegeben. Im Juni 2018 lag es vor, und es wurde mit der Planung einer Galerie begonnen. 2018 und 2019 wurden und werden an zwölf Stellen weitere Schutzmaßnahmen auf Basis der Risikoeinschätzung des Gutachtens gesetzt. Im Frühjahr 2019 haben Probebohrungen für die Untergrunderkundungen stattgefunden. Voraussichtlich Ende 2019 folgen Einreichprojekt und Einleitung der Behördenverfahren.