„Dann stecke ich Sie da rauf!“

Bischof zu Don Camillo: „Dann stecke ich Sie da rauf!“ RS-Foto: Unterpirker

Bischof Hermann Glettler beweist in See sein Bühnentalent

 

Einen Medienrummel sondergleichen gab’s am 31. Jänner in See. Die Heimatbühne zeigte das Stück „Don Camillo und -Peppone“ und Diözesanbischof Hermann Glettler spielte im -Prolog den Bischof.

 

Von Albert Unterpirker

 

Das Ganze sei zufällig entstanden, quasi „aus einer Schnapsidee“ heraus, schmunzelt Bischof Hermann Glettler kurz vor Beginn des Theaterstücks „Don Camillo und Peppone“, das die Heimatbühne See derzeit aufführt. Glettler hatte dabei einen kurzen Auftritt im Prolog. Ob er aufgeregt sei? „Naja, es geht schon“, schmunzelte der Bischof, der zuletzt vor drei Jahren bei einem kleinen Stück beim Pfarrball in St. Andrä in Graz auf der Bühne gestanden ist. Der geistliche Würdenträger legte in See eine sehenswerte Performance hin, mit Humor und Empathie. Auszug aus dem Dialog mit Don Camillo und ihm: „Griaß di Bischof!“ Bischof (grantig): „Wie heißt das? Griaß di Bischof!?“ Oder: „Wenn das noch mal passiert, stecke ich Sie da rauf“ (zeigt aufs Kreuz, auf dem Jesus hängt). Nachsatz: „Nach Langesthei!“ (Bischof). Solche Szenen liebte das Publikum – es war von der Darbietung des Bischofs hingerissen und sparte nicht mit Szenenapplaus.

 

RUMMEL. Was ist für den Bischof das Besondere an diesem Stück? „Das Besondere ist, dass man merkt, dass Don Camillo und Peppone zwar Kontrahenten sind, aber sie sich in Wirklichkeit sehr nahe stehen. Es unterscheidet sie viel weniger, als man denkt, und beide merken, dass sie für das Dorf bzw. die Gesellschaft eine Bedeutung haben. Durch dieses humorvolle Theaterstück kann man lernen, miteinander zu arbeiten – und was offensichtlich nicht so zusammenpasst, hat dennoch einen gemeinsamen Auftrag.“ Was ist also letztlich die Devise des Bischofs? „Weniger Lagerdenken, mehr zusammenarbeiten!“ Neben der professionellen und ungemein leidenschaftlichen Darbietung des Stücks bürgte an diesem Abend freilich das Drumherum für jede Menge Aufregung. So gab es im Trisannasaal aufgrund der Anwesenheit des Bischofs einen noch nie dagewesenen Medienrummel mit etlichen Kamerateams und zahlreichen Printmedien. Freilich waren auch viele Ehrengäste vor Ort. Entschuldigen ließ sich LH Günther Platter, der in einer Videobotschaft, die im Saal ausgestrahlt wurde, erklärte: „Ich kann leider nicht dabei sein, aber es wäre logisch gewesen, dass ich den Bürgermeister gespielt hätte“, so Platter, der zwinkernd anfügte: „Aber der Peppone war ja ein Anführer der Roten!“ Übrigens: Bei der Premiere schlüpfte Pfarrer Herbert Traxl aus Zams in die Rolle des Bischofs – bei der letzten Vorstellung, der Derniere am 17. April, wieder.

Aufregung auch für die Kinder, die ganz nahe an den Bischof ran konnten. RS-Foto: Unterpirker
Letzte Instruktionen von Regisseur Albert Tschallener an Bischof Glettler. RS-Foto: Unterpirker
Bischof Glettler genoss seinen Bühnenauftritt sichtlich. RS-Foto: Unterpirker

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