„Das sind alles richtige Topathleten“

ÖSV-Physiotherapeut Fabian Krismer im Gespräch mit der RUNDSCHAU. RS-Foto: Unterpirker

Ex-SC Imst-Goalgetter Fabian Krismer ist nun Physiotherapeut beim ÖSV

Wie wichtig Physiotherapie mittlerweile im Leben von Sportlern geworden ist, liegt auf der Hand. Jeder kleinere oder größere Verband kann heutzutage nicht mehr auf die Dienste von solchen Gesundheitsexperten verzichten, wenn es um die Fitness oder Rehabilitation der Athleten geht. Dies gilt freilich auch für den österreichischen Skiverband. Dort wurde mit Fabian Krismer kürzlich ein neuer Physiotherapeut tätig. Krismer ist in Imst kein Unbekannter, arbeitet jener doch auch in der Praxis Wescht in Imst. Noch bekannter dürfte er Fußball-Fans sein. Denn Krismer spielte neben seinem Engagement bei der WS Wattens lange Zeit für den SC Sparkasse Imst. Die RUNDSCHAU traf den 27-Jährigen zu einem Interview.

Von Albert Unterpirker

RUNDSCHAU: Fabi, seit wann bist du nun beim ÖSV?

Fabian Krismer: Ich bin seit Anfang August dabei und hatte jetzt mit dem Trainingslager in Ushuaia (Argentinien, südlichste Stadt der Welt, Anm.) gleich meinen ersten Einsatz. Ursprünglich wäre Chile geplant gewesen, allerdings waren dort keine guten Bedingungen und deshalb musste spontan umgebucht werden.

RS: Bei welcher ÖSV-Einheit bist du genau?

Krismer: Ich bin dem Weltcup Speed-Team zugeteilt worden, welches zehn Läufer umfasst. Aufgrund der kurzfristigen Planänderung waren Mayer Matthias, Kriechmayr Vincent, Reichelt Hannes, Striedinger Otmar und Franz Max in Argentinien dabei. Die anderen Athleten trainierten zeitgleich in der Schweiz. In der Zeit in Südamerika wurde ich also langsam an das Team herangeführt – kennengelernt habe ich die Läufer und die gesamte Mannschaft inklusive Serviceleute also erst vor Ort.

RS: Wie lange wart ihr drüben, wie war der erste Eindruck und wie kann man sich die Arbeit als Physiotherapeut vorstellen?

Krismer: Wir waren in etwa drei Wochen drüben. Ich konnte viele neue Erfahrungen mit Top-Leistungssportlern sammeln. Der erste Eindruck war super, die Athleten sind alles bodenständige und sympathische Männer. Im Gegensatz zu hier und der normalen Praxisarbeit stehst du dort am Vormittag auf den Skiern beim Schneetraining. Zu meinem weiteren Aufgabenbereich zählt außerdem noch Zeitmessung und Filmen. Nachmittags stehen dann grundsätzlich die Physiotherapie-  und Konditionseinheiten am Programm. Es war eine unvergessliche Zeit und ich freue mich schon auf die weiteren Herausforderungen.

Beweist auf der Slackline samt runden Leder gutes Balance-Gefühl: Fabian Krismer. RS-Foto: Unterpirker

RS: Wie stellt man sich eine Physiotherapie-Einheit bei den Topathleten vor?

Krismer: Eigentlich sind es die ganz normalen Behandlungsmethoden, die man aus der alltäglichen Praxis kennt. Allerdings erfordert die enorme Muskelmasse der Athleten eine etwas speziellere Herangehensweise. Man therapiert trotzdem die ganz typischen Sachen – wie zum Beispiel die Wirbelsäule, das Becken – und natürlich den aktiven Bewegungsapparat.

RS: Was habt ihr abseits vom Training und Physiotherapie dort gemacht, wurde auch in der  Freizeit etwas unternommen?

Krismer: Ja, schon. Wir sind als Team gemeinsam sowohl Essen als auch Wellnessen gegangen oder durch die Stadt spaziert. Zudem spielten wir gelegentlich Kartenspiele oder Denkspiele wie beispielsweise Schach.

RS: Hast du schon einen Terminkalender – an welchen Zeiten bist du unterwegs?

Krismer: Eigentlich bin ich fast den ganzen Winter nicht da. Am 25. September geht es in Richtung Saas Fee und Zermatt in die Schweiz zum Training, dann eventuell nach Sölden und anschließend wohl auch auf den Mölltaler Gletscher. Der ganze Trainingsplan wird natürlich auch wetterabhängig sein. Danach dürfte dann eh schon der Weltcup-Start anstehen und unsere Rennen werden dann mit Lake Louise und Beaver Creek starten.

RS: Wann ist Fabian Krismer mit seiner so Arbeit zufrieden, dass er am Abend beruhigt einschlafen kann?

Krismer (lacht): Vorrangig ist absolut jenes Ziel, dass die Athleten erfolgreich sind. Ich gebe mein Bestes, die Läufer so zu unterstützen, dass sie ihr gesamtes Potenzial schmerzfrei abrufen und einsetzen können. Ich möchte, dass sie am Ende des Tages mit ihrer Leistung zufrieden und erfolgreich sind. Zusätzlich macht es mich natürlich zufrieden und glücklich, wenn ich mit meinem Engagement einen kleinen Teil zu ihrem Erfolg beitragen kann.

Fabian Krismer: „Das sind alles richtige Top-Athleten!“ RS-Foto: Unterpirker
Fabian (rote Dress) geht nun für Tarrenz auf Tor-Jagd. RS-Foto: Unterpirker

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.