Die ganze Welt ist ihr Atelier

Impressit „das Alphabet“ RS-Foto: Pircher

Christine LjubanovicKünstlerin Christine Ljubanovic aus Zams wird 80

 

Heuer feiert die in Zams geborene und in Paris -lebende Christine Ljubanovic ihren 80. Geburtstag. Dies nahm der -Kunstraum Innsbruck zum Anlass, eine umfangreiche Werkschau der Fotografin, Grafikerin, aber vor allem Konzeptkünstlerin zu -präsentieren.

 

Von Alois Pircher

 

Christine Ljubanovic studierte an der Angewandten in Wien bei Prof. Kurt Schwarz. In den frühen 1960er-Jahren arbeitete sie im Atelier Zeller in Innsbruck. Aber schon bald zog es sie nach Paris, wo sie sich als Kinderbuchillustratorin und als Herausgeberin von Kinderbüchern einen Namen machte. Längere Arbeitsaufenthalte in New York und London folgten. Seit 1976 unterrichtet sie in den Sommermonaten an der „Accademia Raffaello“ in Urbino. Ljubanovic hielt stets engen Kontakt zu Monika Lami (Galerie Elefant) und der Oberländer Kunstszene.

 

FOTOGRAFIN UND VIELES MEHR. 1963 startete sie mit ihrer fotografischen Arbeit. Hunderte Kontaktbögen sind das Produkt einer Arbeit, die sie bis heute fortsetzt. Künstlerkollegen, Kuratoren, aber auch lebenslange Begleiter werden von ihr in 24 oder 36 Bildern porträtiert. Gemeinsam wird das „setting“ ausgewählt. Sie arbeitet immer noch analog, das Entwickeln sei genauso wie das Fotografieren Teil der künstlerischen Arbeit. Die Darstellung auf Kontaktbögen ist ihr besonders wichtig (bei einem Kontaktabzug wird das Negativ eins zu eins auf ein Blatt Fotopapier belichtet. Normalerweise dient ein Kontaktabzug um die „besten“ Bilder auszuwählen). Nur so erzielt man ein „Porträt“, sind doch die Leerräume und blinden Flecken genauso wichtig wie die „perfekte“ Darstellung, stellt die Künstlerin fest.

 

PIGMENTE UND MUSTER. Originalpigmente und Muster aus vielen verschiedenen Kulturkreisen bilden den zweiten Werkbereich der Künstlerin. Auf ihren unzähligen Reisen sammelte sie künstlerische Eindrücke, Herstellungsweisen von Farben und eben typische Muster verschiedenster Kulturen. In ihren Grafiken stellt sie diese gegenüber und gerade durch die Unterschiede streicht sie das Universelle von grafischen Darstellungen heraus.

 

„IMPRESSIT“ NENNT SIE IHREN DRITTEN GROSSEN WERKZYKLUS. Zwischen 1983 und 1993 beschäftigte sie sich intensiv mit Typologien. Aufbauend auf dem Alphabet schuf sie „Porträts“ von Druckverfahren. Von den ältes-ten bis zu modernsten Druckverfahren reicht der Bogen, der für ihre „Impressit“ Verwendung fand. Weltweit suchte sie die besten Drucker für die unterschiedlichen Verfahren, um mit ihnen eben diese Porträts zu schaffen. Ziel sei es gewesen, jeden einzelnen Druck (je ca. 50 Abzüge) einzigartig werden zu lassen.

 

KÜNSTLERGESPRÄCH. Gemeinsam mit der Kuratorin Julia Garimorth (Chefkuratorin des Musée d’Art moderne de la Ville de Paris) stellte die Künstlerin ihre Arbeiten im Kunstraum Innsbruck vor. In einem interessanten Austausch mit dem Publikum konnte Christine Ljubanovic ihre Kunst und ihren künstlerischen Antrieb sehr eindrücklich darlegen.

Künstlergespräch Christine Ljubanovic (l.) und Julia Garimorth (Chefkuratorin des Musée d’Art moderne de la Ville de Paris) RS-Foto: Pircher
Kontaktabzug „Raoul Schrott“ RS-Foto: Pircher
Kontaktabzug „Chryseldis Hofer“ RS-Foto: Pircher
Impressit „R“ RS-Foto: Pircher
Pigmente und Muster RS-Foto: Pircher

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