Dornauer dirigiert nun offiziell die Tiroler SPÖ

Dornauer ist wegen seines „Horizontale-Sagers“ bei SPÖ-Bundeschefin Rendi-Wagner in Ungnade gefallen. Sie kam aber trotzdem zum Landesparteitag nach Innsbruck und appellierte auf parteiinterne Geschlossenheit. Foto: SPÖ/ Hitthaler

85 Prozent der Delegierten schenkten dem Sellrainer Bürgermeister beim ordentlichen Landesparteitag das Vertrauen

Der Sellrainer Bürgermeister Georg Dornauer hat es geschafft: Er wurde am Samstag beim ordentlichen Landesparteitag im „Haus der Musik“ in Innbruck mit 85 Prozent der Delegiertenstimmen zum Landesparteivorsitzenden der neuen SPÖ Tirol gewählt. Zum Parteitag waren auch SPÖ-Bundeschefin Pamela Rendi-Wagner, Burgenlands SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda gekommen. Rendi-Wagner forderte „Geschlossenheit in der Partei“. 

Georg Dornauer erhielt 286 der 337 abgegebenen Stimmen. Das sind 85 Prozent. „Danke, danke, danke, liebe Freunde. Es ist mir eine Riesenfreude und große Ehre, unserer Bewegung vorstehen zu dürfen. Ihr habt einen klaren Auftrag an mich gerichtet und gemeinsam haben wir heute eine ‚Mission 2023‘ gestartet!“, richtete sich der frisch gebackene SPÖ-Landesparteivorsitzende unmittelbar nach dem Wahlergebnis an die Genossen. Die „Mission 2023“ wird Dornauer mit seinen Stellvertretern an seiner Seite starten. Das sind die Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim, der FSG-Vorsitzende Stephan Bertel, die Vorsitzende der Jungen Generation Tirol, Eda Celik, und Nationalrat Max Unterrainer. Die ÖVP müsse in Tirol abgewählt werden, das sei Ziel der  „Mission 2023“. Dornauer bat in einer leidenschaftlichen Rede um die Unterstützung der Genossen und unterstrich seine Absage an die von Innenminister Herbert Kickl geplante Sicherungshaft. Im Land will SPÖ-Chef Dornauer Initiativen in den Bereichen Kinderbetreuung, beim Wohnen und für die Kommunen setzen. „Doch all das scheitert an der politischen Grundhaltung der ÖVP. Sie will den Menschen klein und in Abhängigkeit von der schwarzen Macht halten“, so Dornauer.

BOOT AUF KURS HALTEN. Mit Bundesparteivorsitzender Pamela Rendi-Wagner, Burgenlands SPÖ-Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil und Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda unter den Parteitagsgästen, zeigte die Sozialdemokratie ihre Geschlossenheit. In würdigem Rahmen wurde Klubobfrau Elisabeth Blanik aus ihrem Amt als Landesparteivorsitzende verabschiedet. Sie dankte ihren Wegbegleitern mit emotionalen Worten und wünschte ihrem Nachfolger wie auch dem ebenfalls gewählten Landesgeschäftsführer Lukas Matt gutes Gelingen dabei, den richtigen Kurs mit dem Boot zu finden, das sie schnell und wendig hinterlassen habe. „Wird der Wind für dieses Boot einmal nicht wehen, werden wir gemeinsam rudern“, versprach Blanik. Wann Landesparteichef Georg Dornauer den Klubsessel von Elisabeth Blanik übernehmen wird, steht noch nicht fest.