Ein Advent, wie er sein sollte

Adventliche Bläserklänge in der Pfarrkirche: Auch die Blechbläser der heimischen Musikkapelle machten das Adventsingen der Bichlbacher Krippenfreunde zum Erlebnis. RS-Foto: Gerrmann

Eindrucksvolles Adventsingen in Bichlbachs Pfarrkirche

(jg) Die „stille Zeit“ – oft ist das nicht mehr als eine leere Worthülse. Manchmal hat man jedoch das Glück, tatsächlich innehalten und ganz zu sich kommen zu können. Am Abend vor dem ersten Advent wurden den Zuhörern in der Pfarrkirche St. Laurentius zu Bichlbach solche Momente geschenkt – beim Adventsingen der Krippenfreunde.

Der Wunsch, den Werner Hosp, der Vorsitzende der Krippenfreunde, schon bei seiner Begrüßung des zahlreich erschienenen Publikums geäußert hatte, ging eindrucksvoll in Erfüllung: „Eine besinnliche Stunde“ erleben zu können.

Und man spürte:

Dazu braucht es gar keine großen Sensationen und erst recht keine Über-Perfektion. Es reicht völlig aus, wenn Menschen für Menschen musizieren, ihre ganz persönlichen Gaben einbringen, um einander Freude zu bereiten. Die Akteure des Abends in der eiskalten Kirche machten genau das und zündeten in den Herzen ihrer Zuhörer ein hell leuchtendes Adventslicht an.

Kerzen und Sterne.

„Zünd mr a Kerzerl an!“, appellierten da zum Beispiel die Bergwurzen aus Ehrwald – und richteten die Sinne auf den Sinn des Advents: „Schea langsam wird’s still.“ Sie ließen spüren, dass es nicht mehr lange ist, bis die „Sterne der Heiligen Nacht“ (so der Titel ihres dritten Liedes) am Himmel stehen.

Eine tragende Rolle bei dem Adventskonzert spielte auch das Blechbläserensemble der Musikkapelle Bichlbach – mal fröhlich, wie wenn die Buabalan und Madalan Purzigagala schlagen, mal festlich-traditionell. Ihre Vielseitigkeit bewiesen auch die Bichlbacher Alphornbläser, die die Kirche mit romantischen Klängen erfüllten, aber auch unter Beweis stellten, dass man auch Gospels mit diesem alpenländischen Instrument eindrucksvoll zu interpretieren vermag.

Marion und Franz Lederbauer aus Ehrwald bereicherten den Abend mit Romantik auf Gitarre und Ziehharmonika – mal rein instrumental, mal mit Gesang: „Stille Zeit, Innigkeit“. Die Alpen-Grageeler aus Mitteregg machten ihren Namen wiederum gar keine Ehre, sondern demonstrierten, wie einfühlsam sie Musik zu machen vermögen – sei’s nun bei „Wo san denn heit die Schafersbua?“, bei „Über Nacht isch Winter worn“ oder dem melancholischen „Mistln vom Bam“.

Auch moderne Noten. Ganz toll auch, dass bei diesem uralten Brauch des Adventsingens die junge Generation ebenfalls mit von der Partie war. Johanna Loncsek mit ihrer schönen Stimme und Vinzent Bader am Keyboard setzten mit dem Lobpreis-Song „We adore you“, Leonhard Cohens Hymne „Hallelujah“ und dem aus der Feder von Lionel Richie und Michael Jackson stammenden „We are the world“ ein modernes Tüpfelchen aufs i des Konzerts. Und damit eines Adventsabends, der – auch dank der von Marlene Haselsberger so einfühlsam vorgetragenen vorweihnachtlichen Texte – so war, wie er sein sollte.

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