FC-Wacker-Trainingszentrum Mieming

Bürgermeister Franz Dengg und der Mieminger Gemeinderat sind grundsätzlich erfreut. Der FC Wacker beklagt in Innsbruck Platznot und wurde in Mieming fündig. Hier soll ein Trainingszentrum großen Zuschnitts entstehen. RS-Foto: Bundschuh

Erhofft, strikt abgelehnt und jetzt in weite Ferne gerückt – oder doch nicht?

Als geplatzte Luftblase präsentieren sich derzeit so manchem die Träume von einem Fußballtrainingszentrum vom Feinsten mit allem Drum und Dran am erweiterten Sportplatzgelände Mieming. Jedenfalls hatte die Plateaumetropole bezüglich des Projekts die Nase ganz vorne, Wacker hatte sich für den Standort Mieming entschieden.

Von Peter Bundschuh

Da herrschte in manchen Köpfen schon Jubel, Trubel, Heiterkeit – andererseits formierte sich eine Gegenfront rund um Mario Schennach, der meinte, Bürgermeister Dengg wolle sich mit dem Großprojekt ein „Dengg(k)mal“ zu Ungunsten der Anrainer schaffen und führt Autolärm, Belästigung durch Flutlichtanlagen und einen Verfall der Grundstückspreise im Umfeld des überregionalen Sportzentrums ins Treffen. Gegenüber der RUNDSCHAU zeigte sich Wacker-Plan-Befürworter Bürgermeister Franz Dengg stets vorsichtig optimistisch, es sei, wie er meinte, abzuwarten, wie sich die Sachlage entwickeln würde. Ganz ähnlich äußerte sich aktuell Miemings Vizebürgermeister Martin Kapeller gegenüber der RUNDSCHAU: „Wir haben den Grundsatzbeschluss für das Fußballprojekt im Gemeinderat einstimmig gefasst, nicht mehr als eben einen solchen. Es wäre ja auch unklug, eine derartige Chance von vorneherein auszuschließen. Nun ist abzuwarten, wann der Verein neuerlich an die Gemeinde herantritt.“ Seitens Wacker herrsche derzeit Stillschweigen. Das sei sowohl bezüglich der sportlichen als auch finanziellen Situation des Vereines nachvollziehbar. „Sobald es etwas Neues gibt, werden die Bürger über den Entwicklungsstand umgehend informiert.“ Darüber würden sich Bürgermeister Dengg und sein Vize einig sein. Projektgegner Mario Schennach zeigt sich diesbezüglich abwartend und weist seinerseits auf ein Informationsdefizit in den vergangenen Monaten hin.

Auf Eis gelegt – oder doch nicht?

Unter „Goodbye Mieming?“ titeln Printmedien: Es wäre ja reizvoll gewesen, in Mieming eine professionelle Trainingsstätte nach dem Vorbild FC Südtirol aus dem Boden zu stampfen. Doch die Tatsache, dass sich Gemeinde und Vereinsführung einen Weg überlegt hätten, dass selbst ein Geschäftsmodell (unter anderem Trainingslager für internationale Vereinsmannschaften) existiert, ändert nichts am Finanzierungsbedarf (acht bis zehn Millionen. Euro). Und somit bleibt diese Vision eine weitere, die bei aller Sinnhaftigkeit nur durch die Köpfe spukt. Andererseits ist es die Idee zur Verwirklichung eines Geschäftsmodells mit Trainingslager für internationale Vereine, die letztlich Chancen auf Realisierung haben könnte, welche die Sektkorken von „Naherholung statt Trainingszentrum gegen Mieminger Wacker Träume“ etwas leiser aus der Flasche hüpfen lässt. Unverdrossen meinte Schennach gegenüber der RUNDSCHAU im Originalton: „Bevor man irgendwelchen ,Wacker Träumen‘ nachhängt, soll sich die Gemeinde um die Sanierung des bestehenden Sportplatzes insbesondere um Instandsetzung der Kabinen kümmern, die sind in sehr schlechtem Zustand.“

Prognosen & Realität

„Die Notwendigkeit zur Schaffung des geplanten Trainingszentrums ist natürlich nach wie vor gegeben und die diesbezüglichen Pläne aufrecht“, lässt Wacker-Clubmanager Peter Margreiter auf RS-Nachfrage wissen. Aber dennoch, Wacker-Visionen scheinen in der augenblicklichen Situation aber eher schaumgebremst. Was meinte Generalmanager Hörtnagl im Oktober 2015 doch in einem Interview auf die Frage, wo der Wacker Innsbruck im Jahr 2020 sei? „Zurück an der österreichischen Spitze und damit berechtigt, international zu spielen.“ Da wird es jetzt zeitplantechnisch halt recht eng, denn ein kometenhafter Aufstieg dürfte eher unwahrscheinlich sein.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.