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Imst | Chronik | 14. April 2020 | Samira Schlatter

„From a Distance“: Lernen auf Abstand

„From a Distance“: Lernen auf Abstand
Laut jüngsten Informationen werden die Schulen vermutlich Mitte bis Ende Mai wieder öffnen. Im Bild: Die Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Imst RS-Foto: Matt
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Wie Schüler und Lehrer an der BHAK/BHAS Imst mit der Corona-Krise umgehen

Seit dem 13. März sind die Schulen in Österreich geschlossen. Das Coronavirus machte den normalen Schulalltag unmöglich und daraus entstand etwas, was es in dieser Form noch nie gab – sogenanntes „Distance Learning“ auf zunächst ungewisse Zeit. Wie es den Schülern, aber natürlich auch den Lehrenden an der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Imst in dieser schweren Zeit geht, erfuhr die RUNDSCHAU im Gespräch mit einer Lehrperson.
Von Samira Schlatter

Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in ganz Österreich stillgelegt – und auch wenn die Zahlen aktuell sinken und ein langsames Wiederanlaufen der Wirtschaft in Sicht ist, bleibt vieles geschlossen. Auch die Schulen mussten schließen und den gewohnten Unterricht umgestalten. 

VERBUNDEN. Seit genau drei Wochen bleiben Schüler nun zuhause und widmen sich den verpflichtenden Arbeitsaufträgen in den verschiedenen Schulfächer am Computer über die E-Learning-Plattform „Moodle“ – eine ziemliche Umstellung sowohl für Schüler als auch für Lehrer. Ein großer Vorteil scheint aber, dass alle den bis jetzt gelernten Stoff wiederholen können und mögliche Lücken oder Missverständnisse beseitigt werden können. Am härtesten betroffen sind freilich die Maturanten der Handelsakademie und die Abschlussklasse im dritten Jahr der Handelsschule. Speziell diese Schüler müssen außerordentliche Disziplin und Motivation an den Tag legen, da sonst wahrscheinlich die Reife- beziehungsweise Abschlussprüfung nicht zu bestehen ist. Alles andere als einfach ist auch die Fertigstellung der Diplomarbeiten, die – als Gruppenarbeit konzipiert – in Videokonferenzen bearbeitet werden. Ebenfalls fehlen die Vorbereitungsstunden für die Matura und Diplomarbeit. Aber auch wenn die Rahmenbedingungen schwierig sind, versuchen die Lehrenden, stets für ihre Schüler da zu sein. Was das genau heißt und wie die Zeit nach Ostern aussieht, erklärt Claudia Franzoi stellvertretend für ihre Lehrerkollegen.
RUNDSCHAU: Sehr geehrte Frau Franzoi – ist es denn mehr Arbeit, die Arbeitsaufträge von zu Hause aus zu koordinieren? 
Claudia Franzoi, Fachlehrerin für Kaufmännische Fächer: Es ist schon etwas mehr Arbeit. Ich bin jetzt den ganzen Tag online und mit den Schülern über verschiedene Kanäle verbunden. 

RS: Erledigen die Schüler die Aufgabenstellungen zu Ihrer Zufriedenheit? 
Franzoi: Leider noch nicht alle im vollständigen Ausmaß. Manche arbeiten noch sehr ungenau und brauchen Erinnerungen, die Aufträge rechtzeitig abzugeben. Trotzdem bin ich mit etwa 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler sehr zufrieden.

RS: Wie sieht die Beurteilung der Aufträge aus?
Franzoi: Es gibt ein sehr klares System. Bis Ostern sind es nur Wiederholungen, die als Hausübung oder Mitarbeit benotet werden. 

RS: Funktioniert die technische Abwicklung so, wie man es sich vorgestellt hat – oder ist seitens der Schüler doch eine gewisse Überforderung zu beobachten?
Franzoi: Die Digitalisierung funktioniert sehr gut, die Schüler sind optimal ausgestattet und kennen sich wirklich sehr gut aus. Sie werden bei uns in der Schule allerdings sehr gut dafür ausgebildet.

RS: Wird nach Ostern wieder neuer Schulstoff beigebracht oder bleibt es weiterhin beim Vertiefen? 
Franzoi: Nach Ostern wird neuer Stoff vermittelt, da wir nicht wissen, wann der reguläre Unterricht wieder starten kann.

RS: Wie genau darf man sich das vorstellen?
Franzoi: In Form von Arbeitsaufträgen, die in verschiedener Form übermittelt werden. Über unsere Plattform oder über Meetings in Klassenteams, in denen auch ein Online-Unterricht möglich ist. Da aber einige Schülerinnen und Schüler sich den PC mit Geschwistern teilen müssen, wird das nicht im regulären Stundenplan möglich sein. 

RS: Können Sie sich vorstellen, dass die Sommerferien verkürzt werden? 
Claudia Franzoi: Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass die Schule im Juli um ein, zwei Wochen verlängert wird. Laut derzeitigem Stand wird das aber nicht angedacht.

RS: Vielen Dank für das Gespräch! 

Die Verfasserin ist selbst Schülerin an der Bundeshandelsschule Imst und absolviert momentan ein Praktikum bei der RUNDSCHAU Imst.
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