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Imst | Chronik | 21. Juni 2021 | Lia Buchner

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Bischof Hermann Glettler segnet die restaurierte Orgel…
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Orgelweihe der restaurierten Orgel der Antoniuskirche in Rietz

Nach vielen Abwägungen und langen Vorbereitungsarbeiten war die desolate Orgel der Antoiniuskirche seit Frühjahr 2019 aufwendig restauriert worden. Am vergangenen Wochenende wurde sie von Bischof Hermann Glettler gesegnet und mit der Uraufführung der Antoniusmesse des Stamser Stiftsorganisten Elias Praxmarer in feierlicher musikalischer Pracht eingeweiht.
Von Lia Buchner

Zum Einzug von Bischof Hermann Glettler schweigt die Orgel noch. Dann klettert der Bischof die steile Holzstiege zum Chor der Antoniuskirche hinauf, zwängt sich an den vier Bläsern vorbei, Domorganist Albert Knapp und die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft Rietz machen ihm ein bisschen Platz für den Segen. Und endlich erklingt die Weber-Orgel wieder, in einer erstaunlich kraftvollen Klangfülle. Die Restaurationsgeschichte der Orgel ist fast genauso kompliziert wie ihre einstige Baugeschichte. Der Orgelbauer Franz Weber aus Oberperfuss hatte hier in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine gebrauchte Orgel eingebaut und mit teils neu gebauten, teils von wieder anderen Orgeln stammenden Gebrauchtpfeifen ergänzt. Im Ersten Weltkrieg mussten die Prospektpfeifen abgeliefert werden, sie wurden eingeschmolzen und erst in den 30er Jahren durch Zinkpfeifen ersetzt. Dieser heterogene Bestand hatte sich bei den Voruntersuchungen zur Restaurierung herausgestellt, mit einer Menge an weiteren Schäden: Der Blasbalg pfiff aus allen Löchern, fast die Hälfte der Register funktionierte nicht mehr, der Holzwurm hatte selbst tragende Elemente ernsthaft beschädigt. Auch am Gehäuse hatte der sich ändernde Zeitgeschmack einige optische Verwüstungen angerichtet. Als man sich 2013 für die Renovierung der historischen Orgelsubstanz entschieden hatte, ging es ans Geldsammeln. Fast 190.000 Euro mussten vom unermüdlichen Pfarrökonom Pepi Kranebitter aufgebracht werden, einen Großteil trugen Pfarre, Gemeinde und Land, doch ohne die vielen enorm engagierten und großzügigen Privatspender wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Im Frühjahr 2019 konnte die Orgelbaufirma Lindner endlich mit der Demontage und Sanierung der transportablen Teile beginnen, während der Pettnauer Restaurator Mario Wehinger die braun überstrichenen Vergoldungen am Gehäuse freilegte und beschädigte Ornamente ersetzte. Als die Orgel dann im Sommer 2020 wieder eingebaut, gestimmt und zum ersten Mal probegespielt wurde, waren selbst die Orgelbauer sprachlos. Musikalisch wurde die Orgelweihe mit der Uraufführung der „Antoniusmesse“ von Elias Praxmarer gefeiert. Die Messe war mit ihren Bläserfanfaren, ihren kraftvollen Chorsequenzen, versteckten Zitaten und dann wieder schwebend lyrischen Orgelläufen ein einziger farbenprächtiger Jubel. In diesen Lobpreis stimmte Bischof Glettler mit seinen bekannt klaren Worten ein: „Sag Gott nicht, wie groß deine Sorgen sind, sondern sag deinen Sorgen, wie groß Gott ist.“ Die aus dem Frühjahr verschobene Konzertreihe „Orgelerlebnis St. Antonius“ mit so namhaften Organisten wie Albert Knapp, Michael Anderl oder Michael Schöch wird im Herbst stattfinden. An den Freitagen ab 10. September gibt es die Gelegenheit, die neue Orgel auf allen Registern zu hören – und mit dem Erwerb von Prospektpfeifen und Sepp Schwarz Drucken zur gelungenen Orgelrestaurierung beizutragen. Wer sich für die Orgelrenovierung näher interessiert, findet in der Mediathek des Bayrischen Rundfunks aus der Reihe „Unter unserem Himmel“ eine Dokumentation über die Arbeiten der Orgelbauer in der Antoniuskirche.
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…und dann erklingt sie wieder. Domorganist Albert Knapp an der Orgel, die Chorgemeinschaft Rietz im Hintergrund. RS-Fotos: Buchner
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Der unermüdliche Motor der Restaurierung: Pfarrökonom und Chorleiter Pepi Kranebitter. RS-Foto: Buchner
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